Hartmut Bloch und Wilhelm Grelle erklären, warum es keine neuen Investitionen in die Waldsportstätten gibt

„Es gab keine verbindliche Zusage“

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Gemeindedirektor Hartmut Bloch (links) und Bürgermeister Wilhelm Grelle (Mitte) im Gespräch mit Kreiszeitung-Sportredakteur Arne Flügge (rechts).

Bsv Rehden - Von Arne Flügge. RehdenBsv Rehden - Von Arne Flügge. Das DFB-Pokalspiel zwischen Fußball-Regionalligist BSV Rehden und Zweitligist VfR Aalen kann nicht in den heimischen Waldsportstätten stattfinden. Der Club muss am 17. August nach Cloppenburg ausweichen. Der Verein wirft der Gemeinde vor, das Heimevent torpediert zu haben, in dem finanzielle Zusagen für den notwendigen Umbau des Stadions zurückgezogen wurden. Was sagt die Gemeinde dazu? Gemeindedirektor Hartmut Bloch und Bürgermeister Wilhelm Grelle beziehen Stellung.

Richtig sei, so Bloch, dass im Zuge des Pokalspiels gegen die Bayern vor einem Jahr über eine Investition der Gemeinde in Höhe von 125000 Euro gesprochen worden sei, doch eine verbindliche Zusage habe es nicht gegeben, ergänzt Grelle: „Das setzt einen Ratsbeschluss voraus, und den gab es nicht.“ In zunächst vier Sitzungen habe der Rat die Frage diskutiert, „ob wir auch den nächsten Schritt, die Anlage umzugestalten und damit DFB-Pokal- und letztendlich auch Drittligatauglich zu machen, mitgehen wollen“, erklärt Bloch. Und es habe den einstimmigen Beschluss gegeben, dass es keine weiteren Investitionen der Gemeinde für den Stadionumbau mehr gebe. „Wir sind uns schon bewusst, dass der BSV Rehden durch seine sportlichen Erfolge den Bekanntheitsgrad der Gemeinde überregional gestärkt hat, aber wir müssen auch anderen Projekten gerecht werden“, sagt Bloch.

In den Sportstättenbereich sei in den vergangenen Jahren viel und auch mutig investiert worden. „Wir haben allein in die Sportanlage insgesamt 2,3 Millionen Euro investiert“, so der Gemeindedirektor, „der BSV Rehden und der Förderverein sind mit 633000 Euro bezuschusst worden.“ Mit der Einschränkung allerdings, dass die 450000 Euro für das Vereinsheim ein Darlehen waren, das der Club zurückzahlen muss. Zudem würden sich die laufenden Kosten für die Gemeinde für die Unterhaltung der Anlage jährlich auf 80000 Euro belaufen. „Für die Größe einer Gemeinde wie Rehden haben wir uns somit schon außergewöhnlich engagiert“, sagt Bloch.

Bislang sei es der Gemeinde auch finanziell immer sehr gut gegangen, doch in diesem Jahr habe sich die Haushaltssituation entschieden verändert. „Wir werden erstmals einen Nachtragshaushalt beschließen, weil wir einen Einnahmeposten deutlich absenken müssen“, deutet Bloch immense Steuereinbußen an. „Und da können wir nicht gleichzeitig beschließen, dem BSV Rehden 125000 Euro zu geben. Das geht nicht und war auch die einhellige Meinung des Rates“, ergänzt Bürgermeister Grelle.

So habe die Gemeinde als Eigentümer der Waldsportstätten dem BSV Rehden angeboten, die Umbaumaßnahmen – die Kosten würden sich inklusive einer neuen Flutlichtanlage auf rund 700000 belaufen – in Eigenregie zu tätigen. Dafür wollte der Club aber ein Erbbaurecht. Dies lehnte die Gemeinde ab, weil dann Abschreibungen in Höhe von 250000 Euro fällig würden. „Wir wollten die Belastung nicht in unserer Bilanz haben. Die Gemeinde ist schuldenfrei – und das soll so bleiben“, erklärt Grelle.

Auch einen Eintrag einer Schuld ins Grundbuch kam für die Gemeinde nicht in Frage: „Das wollten wir nicht, denn wenn man in ein Projekt bereits 2,3 Millionen Euro investiert hat, will man auch den Hut aufbehalten“, sagt Gemeindedirektor Bloch.

Was aber, wenn der BSV Rehden eines Tages in die dritte Liga aufsteigen sollte? Oder was wäre, wenn die fünf Regionalligen wie schon angedacht zu drei zusammengelegt werden und die Stadien dann aus Sicherheitsgründen umgebaut werden müssen? „Bei veränderten Rahmenbedingungen können wir uns sicherlich neu zusammensetzen“, kündigt Bloch an. Im Moment sei aber die Nachhaltigkeit seiner solchen Investition nicht gegeben.

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