START IN DIE SAISON Rehdens Trainer Andreas Golombek braucht keine Einzelkünstler

„Haben genau die Spieler, die wir brauchen“

Andreas Golombeck zeigt’s an: Platz fünf in der Südstaffel der Regionalliga Nord ist das Ziel des neuen Trainers mit dem BSV Rehden. Dann wären die Schwarz-Weißen in der Aufstiegsrunde dabei.
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Andreas Golombeck zeigt’s an: Platz fünf in der Südstaffel der Regionalliga Nord ist das Ziel des neuen Trainers mit dem BSV Rehden. Dann wären die Schwarz-Weißen in der Aufstiegsrunde dabei.

Rehden – Endlich geht es nun auch für den BSV Rehden um Punkte. Der Fußball-Regionalligist, vorige Woche wegen der Verlegung des Auftakts beim VfL Wolfsburg II zum Zuschauen verdammt, erwartet morgen ab 19.00 Uhr in den Waldsportstätten Hannover 96 II. Neu-Trainer Andreas Golombek vertraut seiner „guten Truppe“, kann auf Einzelkünstler verzichten und hätte lieber mehrere neunfache Torschützen als einen zehnfachen.

Die neue Saison

Mit welcher Stimmung gehen Sie nach monatelanger Corona-Zwangspause den Fußball-Neustart an?

Man merkt, dass alle wirklich glücklich sind – nicht nur bei uns im Verein. Es war ja eine sehr, sehr lange Sommerpause. Und jeder Fußballer trainiert, um spielen zu dürfen. Von daher sind wir heilfroh, dass es jetzt endlich losgeht.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Für mich ist es vor allem deshalb super, weil ich zwei Jahre als Trainer raus war. Schon die Einheiten und Tests haben richtig Bock gebracht, aber es ist eben was anderes, wenn es um Punkte geht.

Welche war/ist die fieseste Übung in der Vorbereitung?

Bei mir gibt‘s keine fiesen Übungen – vielleicht bei unserem Athletik-Coach Michele Lapenna. Dort finden sich Elemente, bei denen Muskelgruppen beansprucht werden, die wir Fußballer bisher nicht so kannten.

Wer aus Ihrem Team trifft zweistellig?

Natürlich wäre es schön, wenn einer unserer Stürmer zweistellig trifft. Aber es wäre auch gut, wenn möglichst jeder an neun Tore heran käme. Und es ist mindestens ebenso wichtig, Tore zu verhindern.

Wer schafft die meisten Kopfballtore?

Wir haben schon ein paar groß gewachsene Kandidaten wie Pierre Becken, Miroslav Kovacevic und Denis Schütte. Davon abgesehen, hat Addy-Waku Menga auch schon gezeigt, dass er ziemlich hoch steigen kann.

Wer wird der Senkrechtstarter?

Wenn ich das wüsste, würde ich heute noch einen Lottoschein ausfüllen und müsste danach nie wieder arbeiten! Für mich ist wichtiger, dass wir als Team so auftreten, dass wir durchstarten. Über einen außergewöhnlichen Künstler im Kader freut sich zwar jeder Trainer, aber so einer ist nicht immer der entscheidende Faktor.

Wie oft spielt Ihr Torwart zu null?

Am liebsten in allen 20 Spielen! Aber das werden wir wohl nicht ganz hinkriegen. Und man weiß nie, was alles dazwischen kommen kann – angefangen bei einem unberechtigten Elfmeter.

Angenommen, Sie dürfen sich einen Spieler eines Liga-Konkurrenten aussuchen: Wen würden Sie nehmen? Und warum?

Da gibt es einige, allen voran beim starken VfL Wolfsburg II. Aber darüber müssen wir uns hier in Rehden gar nicht den Kopf zerbrechen, weil solche Leute auch entsprechend bezahlt werden wollen. Nein, für unsere Möglichkeiten haben wir eine gute Truppe zusammen – mit genau denen, die wir brauchen. Ich bin sehr zufrieden.

Wer wird Vorrundenmeister – und wie lautet Ihr Saisonziel?

Da habe ich gleich vier, fünf Teams im Auge – allen voran die U-Mannschaften, die mit Sicherheit oben dabei sein werden. Dort weiß man nie, wer von den Profis mal runterkommt und wen sie noch kaufen. Aber man muss auch den sehr robusten TSV Havelse und den VfB Oldenburg mit seinem guten Personal auf dem Zettel haben.

Unser Ziel ist recht hoch gesteckt: Wir wollen den fünften Platz erreichen, um in der Aufstiegsrunde dabei zu sein. Das wird nicht leicht, denn auch Aufsteiger Borussia Hildesheim macht auf mich einen sehr guten Eindruck.

Die Mannschaft

Was ist in der Kabine verboten? Was passiert bei Verstößen?

In unserem Strafenkatalog kostet Telefonieren richtig viel Geld. Etwas günstiger ist es, zu spät zum Training zu kommen, deutlich teurer für den, der zu spät zum Treffpunkt vor dem Spiel ist. Insgesamt hat die Mannschaft die Strafmaße schlüssig festgelegt. Genaueres wüsste Bocar Djumo, der führt die Mannschaftskasse.

Welche ist die Lieblingslocation für Team-Abende/Siegesfeiern?

Da haben wir uns noch nicht festgelegt, weil wir noch nicht so oft zusammen ausgegangen sind. Ich habe die Mannschaft zu meinem Einstand mal zum Essen eingeladen – in einem Restaurant, das einem Kumpel von Josip Tomic gehört. Es gab auch schon mal den einen oder anderen Mannschaftsabend – aber ohne Trainer. Vor mir bräuchten sie bei solchen Anlässen zwar keine Angst zu haben, aber die Stimmung ist natürlich eine andere.

Welches Lied wird im Mannschaftskreis am häufigsten gesungen?

Da haben wir nichts Spezielles. Dafür singen wir ganz gern Karaoke, hinzu kommen polnische Schlager und tschechische Lieder, deren Texte ich aber nicht verstehe. Meistens ist die Musik der Jungs nicht so meine Richtung. Mit Rap kann ich wenig anfangen.

Der Trainer

Wer war das Vorbild als Spieler? Wer ist das Vorbild als Trainer?

Als Spieler war es Rudi Völler! Ich war zwar nie Fan von Werder Bremen, aber die Art, wie er sich reingehauen hat, gegen den Ball gearbeitet und sich aufgerieben hat, fand ich immer top.

Zu den Trainer-Vorbildern: Ich hatte viele Trainer in meiner Laufbahn – von Klaus Augenthaler über Hans-Peter Briegel bis zu Aleksandar Ristic. Von jedem habe ich versucht, das Positive mitzunehmen oder das, was mir nicht gefallen hat, nicht so zu machen. Aber am weitesten gebracht hat mich Ernst Middendorp. Der hat mich immer an meine Grenzen geführt.

Welche Fan-Artikel Ihres Vereins besitzen Sie?

Bisher nur einen schwarz-weißen Rehden-Schal. Den hat mir nach einem Spiel ein älterer Herr bei uns im Rehdener VIP-Raum geschenkt.

Welche Marotte haben Sie als Trainer?

Das ändert sich bei mir von Spiel zu Spiel. Wenn wir gewonnen und gut gespielt haben, versuche ich, den Tag vor dem nächsten Spiel ganz ähnlich zu gestalten.

Was muss passieren, damit Ihnen die Hutschnur reißt?

Undiszipliniertheiten! Und wenn jemand meint, aus der Reihe tanzen zu müssen, weil er sich für was Besseres hält. Ich war immer Teamplayer. Nach oben geht es nur als Mannschaft.

Wenn wir unser Saisonziel erreichen, werde ich als Trainer . . .

. . .auf jeden Fall gut essen gehen.

Schlag auf Schlag: Welcher Rehdener Spieler...

. . . ist der Schnellste im Kader? Wir haben einige schnelle Leute. Dazu zählen Bocar Djumo und Jaroslaw Lindner. Der Schnellste ist aber Shamsu Mansaray.

. . . hat den härtesten Schuss? Rhami Ghandour! Denis Schütte kann auch stramm schießen, aber Rhami hat mit links einen guten Hammer.

. . . ist der Gute-Laune-Beauftragte? Auf jeden Fall Bocar Djumo! Der hat immer einen Spruch auf Lager. Ab und zu muss man ihn da mal bremsen. Aber solche Jungs sind wichtig, denn Training macht nicht immer Spaß.

. . . hat den außergewöhnlichsten Spitznamen? Keine Ahnung. Als Trainer darf man aber auch nicht alles wissen.

. . . braucht vor und nach Spielen am längsten in der Kabine? Pierre Becken braucht schon mal ein bisschen länger. Und Emre Yesilova achtet auch immer drauf, dass seine Haare richtig liegen. Aber es gibt auch immer mal welche, die nach dem Training gerade ein Date haben und dann mehr Zeit investieren.

. . . ist der musikalischste? Die, die neu zu uns gekommen sind und dann zum Einstand ein Lied vortragen mussten, haben das gut gemacht. Vielleicht sollten wir alle aber doch beim Fußball bleiben.

Hintergrund: Ehrgeiziger Nachwuchs, erfahrene Ex-Profis

Mit zehn Neuzugängen in die Saison / So urteilt ihr Trainer

Rehden – Von einem robusten Rückhalt im Tor bis zu einem schnellen Knipser ganz vorn – beim BSV Rehden finden sich auch zum Start dieser Saison zehn neue Gesichter. Trainer Andreas Golombek, ebenfalls erst seit Anfang Juli auf der Kommandobrücke der Schwarz-Weißen, hat seine Freude an den Zugängen. Hier seine Urteile:

Lukas Godula (25 Jahre/Torwart): „Ein Top-Torwart mit einem guten, athletischen Körper und starken Reflexen. Lukas war noch nicht lange bei uns, da hatte er seine Vorderleute schon sehr gut organisiert.“

Phil Wilhelm (18/Torwart): „Phil kann noch in unserer A-Jugend spielen, macht seine Sache bei uns aber schon super. Nach nur ein paar Einheiten hatte er seine Scheu abgelegt und ist jetzt sehr präsent auf dem Platz.“

Robert Obst (25/Abwehr): „Ein zweikampfstarker Innenverteidiger aus der polnischen 2. Liga – griffig in den Zweikämpfen und mit einer guten Passquote. Ein bisschen fehlt ihm noch die Bindung zum Spiel, aber das ist nach so kurzer Zeit normal.“

Serkan Temin (19/Abwehr): „Ein junger Innenverteidiger aus der Bundesliga-A-Jugend von Arminia Bielefeld. Für mich die Überraschung der letzten vier Wochen. Der Junge hat vor allem in den letzten Tests überzeugt.“

David Kinner, Joel Schallschmidt (beide defensives Mittelfeld): „Beide kann man ziemlich gut zusammenfassen: Sie kommen aus unserer Regionalliga-A-Jugend, sind außergewöhnlich lernwillig, hören zu, nehmen alles auf und haben einen großen Willen.“

Altrim Pajaziti (20, Mittelfeld): „Altrim hat einen guten Schuss und bringt ein hohes Tempo mit. Taktisch müssen wir aber noch über einiges sprechen – etwa beim Abwehrverhalten.“

Emre Yesilova (26/Mittelfeld): „Auf den habe ich schon seit Jahren ein Auge geworfen: Emre ist ein richtig guter Fußballer mit einer starken Technik, der vorn auf beiden Außenbahnen Alarm machen kann.“

Jiri Miker (22/Sturm): „Die Eindrücke aus den ersten Einheiten sind positiv. Jiri ist zwar nicht der Größte, hat aber eine gute Schusstechnik und wird uns auf jeden Fall weiterhelfen.“

Jaroslaw Lindner (32/Sturm): „Ein kompletter, fertiger Fußballer! Jaro ist schnell, hat eine gute Übersicht und ist immer in der Lage, mit einer Aktion ein Spiel zu entscheiden.“  ck

Zum Spiel:

Mengas Einsatz gegen Hannover II fraglich

Wenn morgen ab 19.00 Uhr der Zweitliga-Nachwuchs von Hannover 96 in den Waldsportstätten antritt, erwartet Rehdens Trainer Andreas Golombek ein Heimspiel gegen eine „auf allen Positionen hervorragend ausgebildete Mannschaft“. Der Fußballlehrer hatte sich am Freitag Hannovers spät zustande gekommenen 2:1-Auftaktsieg gegen Aufsteiger Atlas Delmenhorst angesehen. Sein Urteil: „Qualität hat gegen Mentalität gespielt – und am Ende setzte sich die Qualität durch.“ Der 52-Jährige fordert von seinem Team, „die Zweikämpfe anzunehmen und Laufbereitschaft zu zeigen“ – also anders als bei der jüngsten 0:7-Testspielklatsche gegen Werder Bremen: „Das war zwar ein Bundesligist, aber so darf man sich nicht präsentieren.“ Für morgen hat Golombek fast alle Mann an Bord. Nur der Einsatz von Addy-Waku Menga ist fraglich. Der Stürmer klagt über Rückenprobleme.  c

Von Cord Krüger

Schnell in der Offensive, eher langsam in der Kabine: Emre Yesilova achtet nach dem Fußball aufs richtige Styling.

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