Backhaus neuer Trainer?

Rehdens starke Youngster beim 1:1 gegen Wolfsburg II

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Schwer zu greifen: Rehdens Shamsu Mansaray (l.) stellte Wolfsburgs Jannis Heuer (r.) vor einige schwere Aufgaben. Der Rechtsaußen bereitete das 1:0 vor.

Rehden - Sechs Minuten vor Schluss brandete der größte Applaus des gesamten Samstagnachmittags in den Rehdener Waldsportstätten auf. Michael Hohnstedt stand zu seiner Einwechslung bereit, der für ihn vom Platz trabende Mathis Wellmann hatte ihm die zuvor von Yannis Becker getragene Kapitänsbinde mitgebracht. Da war es also, das Karriereende des Ex-Profis, der nun, im letzten Regionalliga-Spiel des BSV Rehden der Saison und seinem letzten überhaupt, noch ein paar Momente genoss. „Habt ihr mein Pressing gesehen?“, witzelte der 31-Jährige nach dem 1:1 (1:1) seines Teams gegen den VfL Wolfsburg II unter dem Gejohle der Kollegen im Spielerkreis. Doch kurz darauf schlug der erst im Sommer von Drittligist SF Lotte gekommene Defensivmann einen feierlichen Ton an: „Ich ziehe den Hut vor euch allen. Platz acht zum Schluss, wo wir doch im November fast weg waren. Ich bin stolz, ein Teil von euch gewesen zu sein.“

Hohnstedt hatte Zeit, sich an den Abschied vom Leistungsfußball zu gewöhnen. Sein bis dato letzter Einsatz datierte von Anfang Dezember, danach ließ sich der an starken Hüftbeschwerden leidende Kämpfer gründlich untersuchen. Die niederschmetternde Diagnose: Arthrose. Fast zwei Jahrzehnte Leistungssport hatten seinen Körper gezeichnet. „Im Januar habe ich es nochmal mit der Wintervorbereitung probiert, aber es ging nicht mehr“, schilderte der BSV-Kapitän mit brüchiger Stimme: „Das ist jetzt alles sehr emotional für mich. Nicht nur, weil ich seit meinem 13. Lebensjahr professionell Fußball gespielt habe. Auch die Mannschaft und der Verein sind mir ans Herz gewachsen.“

Deshalb bleibt er beim BSV, zumindest als Sportlicher Leiter des JFV RWD Rehden. Eine Arbeit, die er vor einigen Monaten übernommen hat und seiner Stimme wieder Elan verlieh, als er darüber redete: „Die Jugend bedeutet mir viel. Da haben wir einiges vor.“ Als Beispiel nennt er die A-Junioren, aktuell Zweiter der Niedersachsenliga und noch mit besten Karten für den Regionalliga-Aufstieg.

Welches Potenzial hinter gut ausgebildeten Nachwuchskickern steckt, sahen die 220 Zuschauer am Samstag: Wolfsburgs Trainer Rüdiger Ziehl hatte sein Team nach der vor einer Woche gesicherten Meisterschaft auf zehn Positionen verändert. Bis auf den Ex-Rehdener Marcel Stutter und Michele Rizzi (beide 31) war kein Wolfsburger älter als 22 Jahre. Doch auch beim BSV zog die junge Generation groß auf: Der erst 20-jährige Shamsu Mansaray spulte in der Offensive ein enormes Pensum ab, brachte die VfL-Defensive mehrfach in Verlegenheit und leitete mit feinem Schnittstellenpass das frühe 1:0 durch Santiago Aloi nach gerade mal 90 Sekunden ein. Eine Station dahinter legte der 22-jährige Robin Janowsky einen kompromisslos-griffigen Auftritt als Rechtsverteidiger hin. Und im defensiven Mittelfeld nervte Mathis Wellmann (20), im Sommer aus der eigenen JFV-A-Jugend ins Regionalliga-Team gekommen. „Das haben die Jungs super gemacht“, freute sich Benedettto Muzzicato nach seinem letzten Auftritt als BSV-Trainer: Dass die Flanke zu Stutters 1:1 (30.) durch Max Klump auf Janowskys Seite passierte, sah der A-Lizenz-Inhaber nicht tragisch: „Man darf nicht vergessen, dass es Robins zweiter Startelf-Einsatz war.“

Muzzicatos Nachfolger darf sich also auf hungrige Akteure freuen. Wer ab der neuen Saison den Regionalligisten coacht, steht noch immer nicht fest (Vereinsboss Friedrich Schilling: „Wir haben noch keinen.“). Doch Heiner Backhaus, bis April Trainer des Oberligisten FC International Leipzig, schien sich recht wohl in den Waldsportstätten zu fühlen. Auch der Name von Rehdens Ex-Co-Trainer Dario Fossi, zurzeit noch in Diensten des abgestiegenen Klassengefährten VfL Oldenburg, kursierte nach dem Spiel.

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