Vielleicht muss am Sonntag in Havelse ein Sechser reichen

Grippewelle greift in Rehdens Kader um sich: Neues System?

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Benedetto Muzzicato (3. v. l.) sucht nach der Form von Francky Sembolo (l.). „Von ihm erwarten wir mehr“, sagt Rehdens Trainer. 

Rehden - Das gab’s beim BSV Rehden schon lange nicht mehr: Nach der achtbaren 1:4-Testspiel-Niederlage bei den Bundesliga-Profis des SV Werder Bremen am Montagabend verordnete Benedetto Muzzicato seinen Regionalliga-Fußballern zwei trainingsfreie Tage.

„Wir mussten vieles erst mal verkraften“, erklärte der BSV-Chefcoach: „Hinter uns liegen intensive Wochen mit zuletzt zwei schweren Spielen samt hoher Belastung innerhalb von zwei Tagen“, erinnerte er an das jüngste 0:0 gegen Hannover 96 II und die Partie gegen Werder: „Davon abgesehen, wollten wir den Lagerkoller verhindern. Wenn die Jungs jeden Abend aufeinander hocken, gehen sie sich irgendwann auf die Nerven.“ Doch die Pause soll nicht heißen, dass Rehden den Auftritt am Sonntag um 14.00 Uhr beim Tabellen-14. TSV Havelse auf die leichte Schulter nimmt.

Dazu besteht bei den einen Platz tiefer geführten Rehdenern ohnehin kein Grund. Deshalb legten sie gestern Abend wieder los – wenn auch nicht mit kompletter Kapelle: Außenspieler Patrick Papachristodoulou soll nach seiner Grippe erst heute wieder mit dem Lauftraining beginnen und kommt daher am Sonntag für den Kader ebensowenig infrage wie Rechtsverteidiger Viktor Pekrul, der wie „Papa“ krank zu Hause blieb. Das gilt auch für die in Bremen noch eingesetzten Hugo Magouhi und Dennis Schmidt. Bei Corvin Behrens hat ein Virus sogar sein Auge anschwellen lassen, sodass er das Lazarett vergrößert. Und dessen Mittelfeld-Kollege Kevin Artmann muss wegen Hüftbeschwerden passen.

Muzzicato fordert mehr von Francky Sembolo

Dafür hofft Muzzicato auf das Okay des zuletzt wegen muskulärer Probleme ausgefallenen Addy-Waku Menga: „Unser Offensivspiel steht und fällt mit seinen Ideen – wir brauchen Addy in unserer Mittelfeld-Schaltzentrale.“ Sollte der Ex-Profi also grünes Licht geben, sieht Muzzicato ihn als Zehner: „Wie er selbst in Bedrängnis Lösungen findet, Pässe spielt oder selbst abschließt, ist sehr wichtig für uns.“

Die Planstelle eine Station weiter vorn in der Spitze ist durch Magouhis Ausfall hingegen vakant – trotz der Tatsache, dass Stürmer Francky Sembolo zur Verfügung stünde. „Francky weiß, dass wir von ihm viel mehr erwarten“, stellt Muzzicato klar: „Er hat zwar unbestritten eine starke Präsenz, aber insgesamt ist das noch zu wenig. Er muss auf einen anderen Fitnessstand kommen“, fordert sein Trainer vom 32-Jährigen.

Gut möglich also, dass Marko Stojanovic von der Linksaußenposition ins Sturmzentrum rückt. „Das trauen wir ihm mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner Ballsicherheit absolut zu“, sagt der A-Lizenz-Inhaber.

Lob für da Silva

In der Defensive hat er nun hingegen wieder eine Alternative mehr – denn einen Monat nach seiner Ellbogenverletzung gab Innenverteidiger Augustino Canzian da Silva am Montag ein gutes Comeback. „Und das, obwohl er zuvor erst zweimal trainiert hatte – am Donnerstag dosiert und am Freitag komplett“, freut sich Muzzicato.

Im defensiven Mittelfeld muss er wegen Behrens’ Ausfall hingegen umbauen. Neben Kai Bastian Evers könnte Lennart Madroch in die Doppelsechs zurückkehren, wenn Menga nicht doch ausfallen sollte und Madroch als Zehner gefordert wäre. „Vielleicht belasse ich es aber auch bei nur einem Sechser“, erklärt Muzzicato, der damit eine weitere Systemänderung nicht ausschließt. Wie die Mannschaft diese schon mehrfach umgestellten Schemata umsetzt, imponiert dem Trainer. „In der Winterpause müssen wir aber dahin kommen, dass wir zwei oder drei Systeme weiter verfestigt haben und damit durch die Rückrunde gehen“, wünscht sich der 39-Jährige.

Zuvor stehen aber noch wichtige Aufgaben an – zunächst die am Sonntag in Havelse. „Spiele auf diesem Platz sind immer schwer“, weiß der BSV-Coach. Warum die in zurückliegenden Serien stets viel weiter vorn geführten Garbsener diesmal Probleme haben, kann sich Muzzicato nicht ganz erklären: „Es ist wohl vergleichbar mit dem 1. FC Köln“, urteilt er – und zieht Parallelen zwischen dessen Coach Peter Stöger und Havelses Übungsleiter Christian Benbennek: „Beide sind ja exzellente Trainer, aber so ein Qualitätsverlust durch Abgänge in der Sommerpause lässt sich nicht immer kompensieren – da kann man noch so viel Fantasie haben.“ 

ck

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