„Das Geschenk kann kommen“

BSV Rehden empfängt im Pokal-Viertelfinale Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück

Rehdens Ardiles-Waku (genannt Addy) Menga wird morgen gegen seinen Ex-Club Osnabrück auf jeden Fall spielen. - Foto: Krüger
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Rehdens Ardiles-Waku (genannt Addy) Menga wird morgen gegen seinen Ex-Club Osnabrück auf jeden Fall spielen.

Rehden - Am Donnerstag gab es auf dem Trainingsplatz des BSV Rehden ein ziemliches Kauderwelsch. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten hatten sich im Kreis versammelt, um ihrem Coach Benedetto Muzzicato ein Ständchen zu bringen – zum 40. Geburtstag.

Einige sangen „Muzzi“, einige „Nito“ und einige einfach „Coach“ – das sind die drei Namen, mit denen der Italiener beim BSV angesprochen wird. Tags darauf wurde Stürmer Addy Menga 35 Jahre alt. Als Geschenk für die Zwei sollte ein Sieg beim 1. FC Egestorf/Langreder her, doch die Partie fiel aus (wir berichteten). Am Mittwoch gibt es nun schon die nächste Gelegenheit für ein nachträgliches Präsent – und was für eine: Im Viertelfinale des Niedersachsenpokals empfängt Rehden um 15.00 Uhr den Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück. Vor sicher stattlicher Kulisse in den Waldsportstätten.

„Da kann das Geschenk dann gerne kommen“, sagt Muzzicato und schmunzelt. Seinen runden Geburtstag hatte er in der vergangenen Woche nicht groß zelebriert. Das mache er nie, sagt er: „Ich habe ein Mal gefeiert, als ich 14 war. Da waren ein paar Freunde aus der Schule bei meinen Eltern im Restaurant. Danach nicht mehr. Ich brauche diese besondere Aufmerksamkeit und diesen Ehrentag nicht.“ Alleine Geschenke auszupacken, sei ihm „irgendwie unangenehm“. Auch ausschweifende Partys seien überhaupt nicht sein Ding. „Ich war noch nie in der Disco, habe noch nie Alkohol getrunken“, verrät Muzzicato.

Sollte dem Regionalliga-16. also der ganz große Coup gegen den klassenhöheren Favoriten gelingen, würde der BSV-Coach sicher nicht über die Stränge schlägen. Die Chancen, den aktuell sehr formstarken VfL zu bezwingen, sind allerdings verschwindend gering. „Für uns ist das ein reines Bonusspiel“, meint Muzzicato, „aber natürlich ein ganz besonderes. Unser Ziel ist es, aggressiv und unangenehm zu sein.“ Um halbwegs mithalten zu können, urteilt der Trainer, brauche Keeper Rico Sygo einen Sahnetag, dürften seine Vorderleute keine individuellen Fehler machen, müsse Rehden über die Kompaktheit kommen und ein gutes Umschaltspiel aufziehen. „Und“, fügt Muzzicato an, „wir müssen mutig sein.“

Um die Motivation muss sich beim BSV niemand Sorgen machen. „Solche Spiele machen doch am meisten Spaß“, findet Muzzicato. Besonders heiß dürften die Rehdener mit Osnabrücker Vergangenheit sein: Menga, Michael Hohnstedt, Francky Sembolo und Robin Janowsky. Aus diesem Quartett werden es aber wohl nur die beiden Erstgenannten, laut Muzzicato „so ein bisschen Osnabrücker Legenden“, in die Startelf des Außenseiters schaffen. Ex-Profi Menga, der zuletzt mit einem Doppelpack für den 2:1-Sieg gegen Hannover 96 II gesorgt hatte, bekommt sogar eine Einsatzgarantie. „Er spielt, das hat er sich absolut verdient“, betont Muzzicato, der nach den ersten zwei Saisontoren „einen ganz anderen Addy“ im Training sah: „So kann er gerne weitermachen.“

Sembolo dagegen gehörte zuletzt drei Mal nicht zum 18er Kader – gut möglich, dass der 33-Jährige am Mittwoch erneut nur auf der Tribüne sitzt. „Francky trainiert gut und ist ein Profi. Kompliment, denn es ist nicht ganz einfach für ihn. Wir setzen gerade auf schnelles Umschalten, er ist aber ein reiner Strafraumstürmer“, sagt Muzzicato: „Und er hat sozusagen das Problem, dass Solomon Okoronkwo bei uns so eingeschlagen hat.“ Der 31-jährige Neuzugang, für Hertha einst in der Bundesliga aktiv, „macht es richtig gut“, lobt der Trainer: „Er hält die Bälle fest, reißt die Mannschaft mit und macht auch in der Halbzeit mal den Mund auf. Ein Leader eben – das gefällt uns sehr gut.“ 

mr

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