2:1 gegen Schlusslicht / BSV-Coach Kiene: „Wir sind zurück im Geschäft“

Arend kuriert Herzklabaster:Rehden siegt nach Rückstand

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Rehdens Marcel Stutter (Bild links) und Jeffrey Obst ist die pure Erleichterung nach dem Tor anzusehen.

Rehden - Von Daniel Wiechert. Rudelkuscheln war angesagt. Nach einem völlig verrückten Regionalliga-Spiel lagen sich die Sieger in den Armen. Man hätte meinen können, die Protagonisten hätten sich um einen Monat vertan. Schließlich ist der „National Hugging Day“ (Tag der Umarmungen) am 21. Januar, nicht Februar. Doch die Massen-Gefühlsausbrüche hatten einen einfachen Grund: Der BSV Rehden hatte soeben das Heimspiel gegen die FT Braunschweig gedreht, gewann nach einem 0:1-Rückstand noch 2:1. Und verließ damit zunächst einmal die Abstiegsplätze. „Mit den vier Punkten aus den beiden letzten Spielen haben wir das Ziel Klassenerhalt wieder direkt vor Augen“, pustete BSV-Trainer Alexander Kiene durch: „Die wichtigste Erkenntnis für mich war es aber, dass das Team in der zweiten Halbzeit Moral gezeigt hat.“

Besser gesagt in den letzten 30 Minuten. Denn was sich dort abgespielt hatte, ist nur mit einem Begriff zu beschreiben: Wahnsinn. Nach einem Treffer von Braunschweigs Torjäger Philipp Stucki (40.) lagen die Rehdener mit 0:1 hinten und rannten lange kopf- und ideenlos auf die Fünferkette der Gäste an. Dann schlug BSV-Kapitän Kevin Artmann in der 62. Minute einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum, und Marcel Stutter schob zum Ausgleich ein. Dachten zumindest alle. Schiedsrichter Andre Schönheit und seine Assistenten entschieden auf Abseits. „Nie im Leben war das Abseits“, erklärte Stutter: „Ich bin extra spät gestartet, um auf keinen Fall Gefahr zu laufen, im Abseits zu stehen.“ Auch sein Trainer Kiene sprach wohl zu Recht von einer „Fehlentscheidung.“

Nun war richtig Dampf auf dem Kessel in den Waldsportstätten. Angetrieben von den angestachelten und aufgebrachten Zuschauern und vom Trainergespann warfen die Rehdener alles nach vorne. Und sie wurden belohnt. Nur 120 Sekunden nach dem vermeintlichen Abseitstor schlug Artmann den nächsten Freistoß in den Sechzehner, Stefan Heyken verlängerte – und wer köpfte zum 1:1 ein? Richtig, Marcel Stutter! „Dass gerade er dann wieder die Chance bekommt und sie auch reinmacht, freut mich riesig für ihn“, sagte Kiene.

Und der BSV-Coach sollte noch mehr Grund zur Freude bekommen: Der eingewechselte Jeff-Denis Fehr zündete auf der rechten Außenbahn den Turbo, nahm Jeffrey Obst mit, der vom Strafraumeck quer zu Danny Arend legte. Der 27-Jährige blieb zentral vor dem Tor stehend cool, schob die Kugel aus 14 Metern ins linke Toreck – 2:1 (72.). „Dass wir auswärts nach einer eigenen Ecke in einen Konter laufen, ist nicht zu fassen“, schüttelte Braunschweigs Co-Trainer Marcus Danner den Kopf: „Das ist nicht regionalliga-tauglich.“ Am Ende konnte der Tabellenletzte froh sein, dass es beim 1:2 blieb. Denn dreimal Fehr (77./88./90.) und zweimal Moses Lamidi (80./85.) vergaben glasklare Möglichkeiten.

Diese Unkonzentriertheiten beim Torabschluss waren aber nicht nur in der Schlussphase ein Manko bei den Gastgebern. Denn Abu Bakarr Karbo hätte freistehend vor Gäste-Keeper Daniel Reck bereits in der siebten Minute die Rehdener Führung erzielen müssen. Nur 20 Minuten später hatte dann Arend nach Sahne-Pass von Stutter das 1:0 auf dem Schlappen, scheiterte aber ebenfalls an Reck. „Da bekommt man Herzrasen, wenn man sieht, was wir alles an Chancen liegen gelassen haben“, sagte der 37-jährige Kiene. Letztlich egal, meinte auch der BSV-Coach: „Der Sieg war eine Befreiung. Wir sind zurück im Geschäft.“

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