Backhaus-Team will gewinnen

Gallische Rehdener wollen Spitzenreiter aus Wolfsburg heißen Tanz liefern

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Guter Teamgeist, guter Fußball: Beim BSV Rehden herrscht eitel Sonnenschein.

Rehden – Sieben Siege in den vergangenen neun Spielen in der Fußball-Regionalliga, dazwischen noch der Pokalcoup gegen Drittligist SV Meppen. Kein Wunder, dass Heiner Backhaus von einem „sehr guten Lauf“ spricht. Mit entsprechend breiter Brust empfängt sein BSV Rehden am Samstag (15.00 Uhr) den Spitzenreiter VfL Wolfsburg II. „Wir wollen den Sieg gegen Kiel aus der Vorwoche jetzt vergolden“, betont Backhaus.

Über das Spiel an der Ostseeküste haben die Rehdener in den vergangenen Tagen nicht mehr viele Worte verloren. Es war ein starker, souveräner Auftritt der Schwarz-Weißen gewesen, allerdings hatten die Kieler „uns auch nicht ernst genommen“, wie Backhaus feststellte. Das zeigte eine Szene während des Spiels exemplarisch: Ein Kieler Spieler war auf Rehdens Rhami Ghandour zugekommen und hatte gefragt, warum seine Rehdener so weit unten in der Tabelle stehen würden, schließlich seien sie doch eine gute Mannschaft. Beim Blick auf die Tabelle dürfte dem entsprechenden Spieler hinterher aufgefallen sein, dass Rehden nunmehr vor seinen Kielern rangiert. Ein Dorfclub zeigt es den vermeintlich großen Vereinen mit ihren achsotollen Nachwuchsleistungszentren.

Diese Denkweise ist mittlerweile zu einer Antriebsfeder geworden. „Wir haben noch keinen großen Namen, wir wollen uns aber einen großen Namen machen“, hatte Rehdens Mittelfeldmann Dino Bajric schon vor Wochen gesagt. Nun wollen Rehdens „Gallier“ auch die „Römer“ aus Wolfsburg ärgern.

Während der jüngsten Trainingseinheiten sei spürbar gewesen, „dass der Tabellenführer kommt“, berichtet Backhaus. Es ist Zug drin, es ist Feuer drin. Und alle machen mit. „So einen Teamgeist habe ich noch nie erlebt“, sagt Josip Tomic, der Rehden zuletzt mit zwei Toren zum Sieg in Kiel geführt hat. Der 26-Jährige nennt ein Beispiel: „Wenn wir ein Tor machen, jubeln nicht nur ein oder zwei Spieler. Dann feiern alle gemeinsam – und auch die Bank macht mit.“ Wenn Tomic an das Spitzenspiel am Samstag denkt, verspürt er eine „große Vorfreude“. In Rehden wird nicht mehr gekatzbuckelt. Rumposaunt wird jedoch auch nicht. „Der Trainer schafft es mit seiner Art, dass wir bodenständig bleiben und immer weiter Gas geben“, findet Tomic. Wie aufs Stichwort spricht auch Backhaus davon, dass „sich alle sputen müssen“. Denn auf den Offensivpositionen hat der Coach derzeit die berühmte „Qual der Wahl“.

In der Defensive sind die Optionen begrenzter, aber auch noch nicht dramatisch knapp. Fraglich ist, ob Marco Kaffenberger pünktlich fit wird. Der 23-Jährige war gegen Kiel mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt worden. Backhaus reagierte, zog Jakob Lewald von innen nach rechts, in der Abwehrzentrale agierte fortan Miroslav Kovacevic. Durchaus auch ein Gedankenspiel für Samstagnachmittag.

Egal, wer spielt, Wolfsburgs Offensive muss Rehden eh im Kollektiv stoppen. Die „Wölfe“ zeigen sich extrem torhungrig. Die Bundesliga-Reserve gewann zuletzt drei Spiele am Stück, traf dabei zwölfmal. Für den Tabellenvierten kein Grund, in Schockstarre zu verfallen. Es sei eine Partie mit „Pokalspiel-Charakter“, meint Backhaus. Und da ist bekanntlich immer was drin.

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