Regionalligist nach 2:0 noch 2:2

Rehdens Horror-Halbzeit

Mit der Einwechslung von Michael Kobert (l.) tätigte Lüneburgs Coach Rainer Zobel „einen genialen Schachzug“, lobte Rehdens Trainer Benedetto Muzzicato seinen Kollegen hinterher. Zu spüren bekam dies auch Rehdens Abwehrchef Michael Wessel (2. v. l.), dem Kobert einiges an Arbeit bescherte. Rechts eilt Corvin Behrens zu Hilfe, der zum 1:0 für den BSV getroffen hatte. - Foto: Vogler
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Mit der Einwechslung von Michael Kobert (l.) tätigte Lüneburgs Coach Rainer Zobel „einen genialen Schachzug“, lobte Rehdens Trainer Benedetto Muzzicato seinen Kollegen hinterher. Zu spüren bekam dies auch Rehdens Abwehrchef Michael Wessel (2. v. l.), dem Kobert einiges an Arbeit bescherte. Rechts eilt Corvin Behrens zu Hilfe, der zum 1:0 für den BSV getroffen hatte.

Lüneburg - Zwei gegensätzliche Halbzeiten – selten traf dieses Urteil so zu wie gestern auf den Lüneburger Sülzwiesen. Da führte der BSV Rehden im Existenzkampf um den Verbleib in der Regionalliga beim nur einen Platz tiefer lauernden Tabellen-14. Lüneburger SK nach zehn Minuten mit 2:0, spielte bereits in Überzahl – „und am Ende müssen wir noch froh über diesen Punkt sein“, gestand BSV-Trainer Benedetto Muzzicato nach dem 2:2 (2:0): „Das war nach der Pause unser schlechtestes Spiel, seitdem ich in Rehden bin“, sagte der 39-Jährige mit Blick zurück auf seine bisher siebenmonatige Amtszeit.

Dabei fing alles so gut an für seine aktuell beste Formation – mit Stürmer Francky Sembolo und Mittelfeld-Ackerer Corvin Behrens, die Muzzicato zuletzt beim HSV II wegen ihrer drohenden Gelbsperren geschont hatte. Der etatmäßige Rechtsverteidiger Viktor Pekrul (diesmal im Fünfer-Mittelfeld), Mirhad Mehanovic (von der linken Abwehrseite ebenfalls eine Station nach vorn gerückt) und Mittelfeld-Allrounder Lennart Madroch durften ebenfalls wieder von Beginn an ran.

Behrens brachte den BSV dann auch in Führung, als er einen Diagonalball von Lennart Madroch direkt mit links nahm und aus spitzem Winkel traf (7.). Rehden machte weiter Dampf, Lüneburgs Stürmer Kevin Krottke musste hinten helfen – und sah prompt die Rote Karte, als er gegen den aufgerückten BSV-Innenverteidiger Tobias Esche nachtrat. Kai Bastian Evers verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:0 (10.). „Danach hatten wir das Spiel komplett unter Kontrolle – wobei mir keiner sagen soll, dass dies an unserer Überzahl lag“, mahnte Muzzicato: „Dadurch ist noch keine Mannschaft der Welt automatisch besser gewesen.“

Gelb-Rot für zorniges Gucken

Bester Beleg dafür: Rehdens rabenschwarze zweite Hälfte, geprägt von Lüneburger Dominanz. 20 Minuten vor Schluss musste Torwart Milos Mandic runter – nach einem Tritt in den Rücken, den er schon in der ersten Halbzeit abbekommen hatte. Sein Ersatzmann Philip Faderl stand kaum zwischen den Pfosten, da griff er schon hinter sich: Stefan Wolk gelang das 1:2 (71.). Den neuen Keeper traf keine Schuld, denn Michael Kobert durfte am zweiten Pfosten viel zu frei auf Wolk ablegen. „Mit Koberts Einwechslung hat mein Kollege einen genialen Schachzug getätigt“, lobte Muzzicato Bayerns Ex-Profi Rainer Zobel, der den LSK coacht. Kobert sorgte für mächtig Unruhe im BSV-Strafraum. Doch das 2:2 (82.) ging abermals auf Wolks Konto – nach einer Flanke, die „so nicht hätte zustande kommen dürfen“, rügte Muzzicato seinen Verteidiger Kevin Njie.

Zu allem Übel kassierte noch Behrens seine zehnte Gelbe Karte und fehlt damit am Samstag im Heimspiel gegen den FC St. Pauli II ebenso wie Esche, der in der Schlussminute die Ampelkarte sah – nach Auskunft seines Übungsleiters nach einer „merkwürdigen Begründung: „Tobi foult, bekommt Gelb – und danach sofort Gelb-Rot, weil er laut Meinung des Schiedsrichters zu zornig geguckt hat.“ Doppelt bitter für Esche, bis dato laut Muzzicato „unser bester Mann“. - ck

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