Rehdens Vereinsboss Friedrich Schilling sieht Konzept „Fußball und Arbeit“ als richtigen Weg

„Für diese Saison noch keine Probleme“

Mal kurz abgetaucht: Torwart Nick Borgman verbringt die Zwangspause in der niederländischen Heimat. Foto: ck

Rehden - Von Cord Krüger. Fußballclubs in Finanznot: Dass das Coronavirus einige Top-Teams wirtschaftlich schwer getroffen hat, zeigte unter anderem der „kicker“-Bericht über angeblich 13 von der Insolvenz bedrohte Profivereine. Doch auch einige Viertligisten schlingerten inzwischen in schwere See, suchen nun teils kreativ nach Einsparpotenzialen und neuen Einnahmequellen (siehe Info-Kasten). Die Verantwortlichen des Nord-Regionalligisten BSV Rehden bewahren diesbezüglich noch die Ruhe – und dessen Präsident Friedrich Schilling sieht sich in seiner schon jahrelang praktizierten Vereinspolitik bestätigt: „Wenn wir durchhalten, zeigt sich vielleicht, dass unser Konzept ,Fußball und Arbeit’ doch gar nicht so schlecht ist.“

Als Macher und Manager hat er schon ungezählte Verhandlungsschlachten mit Aktiven und Beratern geschlagen. Nun hofft er auf ein Stück weit Rückkehr zur Normalität: „Wenn es in Zukunft in dieser Liga nicht mehr das ganz große Geld zu verdienen gibt, ist vielleicht der eine oder andere eher bereit, neben dem Fußball noch zu arbeiten – und entscheidet sich für uns.“

Beim BSV waren Profis seit dem Aufstieg 2012 (und davor erst recht) äußerst rar gesät, stattdessen vermittelte der Verein seinen Neuzugängen Ausbildungsplätze oder Jobs bei Co-Sponsoren und anderen Betrieben der Region – wenn die Kicker nicht bereits berufstätig waren oder studierten. Einige bisherige Berufsfußballer sahen sich da mit den ersten Acht-Stunden-Arbeitstagen ihres Lebens konfrontiert – mit den programmierten Konflikten. „Und in dieser Krise zeigt sich jetzt, dass es für die Jungs wichtig ist, nebenher zumindest noch einen Teilzeit-Job zu haben“, meint Schilling. Denn auf den Plätzen der Waldsportstätten herrscht schon lange Stillstand: „Bei uns läuft seit der Saisonunterbrechung gar kein Training mehr“, fasst Schilling die nun mehr als einmonatige Zwangspause zusammen. Arbeitslos wurde dadurch niemand, lediglich Torwart Nick Borgman und Offensiv-Nachwuchskraft Ramon de Wilde ließen sich von ihren Chefs übergangsweise freistellen, um den Lockdown in ihrer niederländischen Heimat zu verbringen.

Bis dato hatten die in den Vorjahren regelmäßig abstiegsbedrohten Schwarz-Weißen endlich unbeschwert aufspielen dürfen, standen als Tabellenachter gut und ungefährdet da. Doch auch abseits des sportlichen Aspekts bleibt Schilling noch entspannt: „Für diese Saison – ob und wie sie auch weitergeht – sehe ich da noch keine Probleme.“ Aber als erfolgreicher Unternehmer blickt er stets weiter voraus – und hat mit Blick auf das bis 31. August verlängerte Verbot Großveranstaltungen eine düstere Ahnung: „Was ist, wenn es auch auf absehbare Zeit nicht weitergeht und wir ab 1. Juli Rechnungen an unsere Sponsoren verschicken, ohne dass jemand weiß, wann wieder gespielt wird?“ Zwar sei ihm klar, dass „unsere Heimspiele mit 300 Zuschauern keine Großveranstaltungen sind, aber wir können doch weder unsere noch gegnerische Spieler dieser Gefahr aussetzen.“

Am Ende bleiben also noch viele Fragen offen – wie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, das bis auf Weiteres auf Sparflamme läuft. „Wir müssen weiter abwarten“, weiß Schilling.

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