Flensburg siegt – und lobt die Rehdener / Gyasi: „Hinten gut, vorn noch Arbeit“

Warme Worte für Verlierer

+
Allein gegen drei: Rehdens Matthias Tietz (Mitte) lässt hier Marc Böhnke, Jannick Ostermann und Nedim Hasanbegovic (von links) stehen. Doch Abnehmer für ein Zuspiel fand der Mittelfeldmann nicht.

Rehden - Von Cord Krüger. Immerhin: In der Stunde ihrer nächsten Niederlage fuhren die seit acht Spielen sieglosen Regionalliga-Fußballer des BSV Rehden reihenweise warme Worte ein – von den Gewinnern des ETSV Weiche Flensburg. „Die Rehdener spielen um Längen besser als diese zwölf Punkte, die sie im Moment haben“, stellte etwa Marc Böhnke heraus, der am Samstag den Endstand zum 3:1 (0:0) in den Waldsportstätten markiert hatte. Auch sein Trainer Daniel Jurgeleit meinte: „Wenn meine Mannschaft sich heute nicht so intensiv auf diesen Gegner eingestellt hätte, wären wir heute als Verlierer vom Platz gegangen.“ Gut, aber warum schaffen es die Schwarz-Weißen nicht, nur um ein Tor besser zu sein?

Jeff Gyasi, seit knapp zehn Tagen im Team des Tabellen-Vorletzten, hat einen simplen Verdacht: „Wir machen vorn einfach die Dinger nicht rein.“ Er selbst durfte mit seinem persönlichen Heimdebüt zufrieden sein, zeigte vor 270 Zuschauern Qualität als Innenverteidiger, gab das Lob aber sofort an seine Nebenleute weiter: „Wir haben es hinten weitgehend richtig gemacht und lange nichts zugelassen. Ich finde, da stehen wir recht gut. Nur vorn müssen wir arbeiten.“

Das tun die Platzherren – aber meistens nur bis vor den Strafraum. Auch gegen Weiche fehlte den Rehdenern Geduld – selbst einem, der noch nicht lange da ist: Marcel Stutter, am Dienstag verpflichtet und gleich in der Startelf, war nach 42 Sekunden frei durch die Flensburger Dreierkette gerannt, hatte abgezogen – doch sein Flachschuss rauschte fünf Meter neben das Tor. „Es würde uns wirklich gut zu Gesicht stehen, wenn wir mal in Führung gehen könnten“, seufzte Trainer Daniel Gunkel: „Wir verbessern uns Woche für Woche – aber ihr fehlt einfach ein Erfolgserlebnis. Und wir sind nicht abgewichst genug, mal ein dreckiges Tor zu machen.“

Etwa so dreckig wie Hendrik Böhnke, der nach einer knappen Stunde einfach mal humorlos von halbrechts draufhielt und die Kugel zum 1:0 in den linken Giebel zimmerte. Es war der Höhepunkt einer lange ereignisarmen Partie, in der bis dahin einige fröstelnde Zuschauer schon mit nur einem Punkt zufrieden gewesen wären. Denn der BSV hatte Mühe mit dieser Abwehr und ihren hoch stehenden Außenspielern, die den Gegner früh in Zweikämpfe verwickelten und im Rückwärtsgang schnell die Dreier- in eine Fünferkette verwandelten. Rehdens schnelle Außen Omar El-Zein und Kiala Kifuta kamen kaum zum Flanken – also musste ein hoher Ball durch die Mitte zum Tor verhelfen: Kiala Kifuta verlängerte die Kugel per Kopf, Danny Arend nahm sie auf, sprintete an Torge Paetow vorbei und überwand ETSV-Keeper Florian Kirschke zum Ausgleich (1:1/63). Plötzlich war der BSV wieder da, traute sich mehr zu – doch Marius Winkelmann vergab aus einem Meter das 2:1, als er am langen Eck vorbei zielte (66.). Flensburg schwamm in dieser Phase, „und Rehden hat uns viel abverlangt“, gestand ETSV-Kapitän Böhnke: „Aber im Moment ist es die Geduld, mit der wir uns wieder befreien.“

So genügte ein präziser Diagonalball von Florian Meyer auf Tim Wulff, der Kevin Schulz von rechts zum 2:1 (76.) bediente. Aus „klarer Abseitsposition“, wie Gyasi fand. Das hatte auch Gunkel so gesehen. „Doch der Schiri hat mir gesagt, dass Matthias Tietz noch am Ball war und daraus eine neue Spielsituation entstanden ist. Diese Regelauslegung – aber konnten wir auch nichts mehr ändern.“

Stattdessen rannte sein Team an, um wenigstens noch das 2:2 zu erzwingen. Mit einem zusätzlich eingewechselten Christian Jürgensen für die Defensive hielten die Gäste allerdings das 2:1 – und Böhnke nutzte zum Schluss die Lücken nach Meyer-Flanke zum 3:1 (90.). Was den Verlierern blieb, war Trost: „Die haben noch eine halbe Saison vor sich und kommen da bestimmt wieder raus“, schätzte Flensburgs Wulff.

Mehr zum Thema:

Januar-Auktion des Hannoveraner Verbandes Verden

Januar-Auktion des Hannoveraner Verbandes Verden

So ergreifend war das erste Spiel von Chapecoense nach dem Flugzeug-Absturz

So ergreifend war das erste Spiel von Chapecoense nach dem Flugzeug-Absturz

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Meistgelesene Artikel

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Kommentare