37-Jähriger Rehdens neuer Chefcoach

Fix: Backhaus beerbt Muzzicato

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Willkommen in Rehden! Vereinsboss Friedrich Schilling (rechts) und Sportvorstand Michael Weinberg (links) stellten am Mittwoch Heiner Backhaus (2. von rechts) als neuen Trainer des Regionalligisten vor. Der bisherige Kapitän Michael Hohnstedt (2. von links) bleibt dem Club als Co-Trainer erhalten.

Rehden - Von Cord Krüger. Friedrich Schilling ist längere Verhandlungen gewohnt – als Chef seiner diversen Firmen, aber auch als Macher im Fußball. Seit Freitag führte der Vorsitzende des Fußball-Regionalligisten BSV Rehden „lange Telefonate“ mit Heiner Backhaus – und danach weitere „sehr intensive Gespräche“. Erkenntnis des BSV-Bosses: „Dieser Mann passt gut zum BSV.“ Deshalb wird der 37-Jährige neuer Trainer der Schwarz-Weißen.

Bereits am Samstag während des letzten Rehdener Saisonspiels war der Familienvater zu Gast in den Waldsportstätten (wir berichteten) – und schien nach dem 1:1 gegen Nord-Meister VfL Wolfsburg II noch überzeugter als tags zuvor: „Das ist ein guter Kader mit einem guten Mix aus erfahrenen und wilden Spielern“, urteilte der Mann, der zuletzt fast sechs Jahre den FC International Leipzig trainiert hatte – einen damals neu gegründeten Club, der in der Sachsenliga begann und den er 2015 in die Oberliga führte. Zweimal holte er seitdem mit „Inter“ die Vizemeisterschaft. „Ich war Gründungsmitglied, Trainer, Sportdirektor und manchmal sogar Stadionsprecher“, schilderte er während seiner Vorstellung am Mittwoch: „Wir zählten fast immer zur Spitzengruppe, eine Regionalliga-Lizenz haben wir aber nie beantragt, weil das Geld und die Infrastruktur fehlten. Da wirst du irgendwann verrückt.“ Keine zufriedenstellende Situation für den ehrgeizigen Ex-Profi mit der imposanten Transferhistorie von 19 Stationen in 15 Jahren. Auch die stetige Pendelei zur in Marklohe bei Nienburg lebenden Familie veranlassten den Coach dazu, im März seinen Ausstieg anzukündigen. „Da kam jetzt der Anruf von Herrn Schilling wie gerufen.“ Mit Rehden einigte er sich auf eine dreijährige Zusammenarbeit, „denn ich bin nicht nur mal kurz hierher gekommen, um dem Verein ein bisschen die Däumchen zu drücken.“

Derart klare Worte hört Schilling gern. Mittwoch unterstrich er jedoch: „Herr Backhaus kann so lange bleiben, wie er will, das hätte Benedetto Muzzicato auch gedurft.“ Doch der entschied sich bekanntlich für einen Wechsel zu Viktoria Berlin. „Wir haben uns vorher aber ausgetauscht“, sagte der neue Übungsleiter über seinen Vorgänger. Nun will er die Gespräche mit den „Wackelkandidaten“ im Kader forcieren. „Einige Spieler haben sowieso noch einen laufenden Vertrag, bei anderen wie Tobias Esche und Addy-Waku Menga ist eine Verlängerung nur noch Formsache“, fasste Sportvorstand Michael Weinberg den Stand der Saisonplanungen zusammen: „Aber einige wollten natürlich wissen, mit welchem Trainer es hier weitergeht.“

Wenn Backhaus dann weiß, wer ihm zur Verfügung steht und welche Testspieler in der ab Mitte Juni beginnenden Vorbereitung überzeugen, will er die zum Team passende Spielweise wählen: „Wir müssen die Mannschaft da abholen, wo ihre Stärken liegen.“ Bereits jetzt verspricht der Freund „des aktiven Fußballs“: „Bei mir gibt es immer Vollgas-Veranstaltungen. Ich will, dass wir uns in keiner Sekunde das Zepter des Handelns aus der Hand nehmen lassen.“

Im Herbst möchte der Inhaber der DFB-Elite-Lizenz die für die Regionalliga nötige A-Lizenz „bauen“. Bis dahin gilt eine Sondergenehmigung des Verbands, berichtete Weinberg: „Die Arbeit des Trainerteams ist gesichert.“

Zu diesem Stab stößt nun der bisherige BSV-Kapitän Michael Hohnstedt, Backhaus‘ früherer Teamkollege von Arminia Bielefeld vor knapp 14 Jahren. „Als Heiners Name fiel, war mir sofort klar, dass er einer wäre, der die erfolgreiche Arbeit hier fortsetzen kann“, verriet der 31-Jährige, der am Samstag seine aktive Karriere beendete. „Für mich ist das der perfekte Übergang – und ich darf weiter für einen Verein tätig sein, der mir ans Herz gewachsen ist“, unterstrich der frühere Drittliga-Dauerbrenner des VfL Osnabrück und der Sportfreunde Lotte. Auf der anderen Seite muss bei diesem „Neuen“ im Trainerteam Sven Apostel als bisheriger Assistenzcoach weichen. „Sven wird nicht mehr dabei sein“, bestätigte Schilling.

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