Rehdens Fußballer gehen als DFB-Pokal-Starter in den Urlaub / Becker befördert

Feier wie nach Finalsieg „hat Adrenalin freigesetzt“

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Auch Christian Hegerfeld (l.) herzte Matchwinner Paul Kosenkow.

Rehden - Von Cord Krüger. Was für ein Abend! Wer am Dienstag erst gegen 21 Uhr den Weg ins „Lupo Stadio“ der Wolfsburger Nordstadt gefunden hätte, wäre von einem DFB-Pokal-Sieg des BSV Rehden über den italienischen Arbeiterclub „Lupo Martini“ ausgegangen.

Dabei feierten die Rehdener Regionalliga-Fußballer mit Fans und Funktionären durch ihr 3:0 (0:0) „nur“ den Einzug in die erste DFB-Pokal-Runde – allerdings frenetisch mit Ringeltänzen, Meisterfoto und La-Ola-Wellen vor dem Gästeblock.

Außenverteidiger Viktor Pekrul, spätestens seit Rehdens Oberliga-Aufstieg stimmte die „Humba“ vor den mehr als 50 mitgereisten Anhängern an, alle Aktiven lagen sich in den Armen. Nach der Rückkehr der beiden Busse in Rehden ging die Party im Vereinsheim weiter. „Das dauerte“, verriet BSV-Vorsitzender Friedrich Schilling: „Ich glaube, einige mussten sich heute kurzfristig Urlaub nehmen.“

Stocknüchtern blieb hingegen Trainer Predrag Uzelac. Trotzdem vergaß er eine Zeit lang seinen schmerzhaften Bandscheibenvorfall. „Das hat schon Adrenalin freigesetzt“, erinnerte sich der 47-Jährige an die Zeit nach dem Abpfiff. Halskrausen-Träger Uzelac reihte sich damit in die Liste der vielen Angeschlagenen einer harten Saison ein, „aber jetzt hat sich alles zum Guten gewendet. Man kann nur stolz sein, was die Jungs geleistet haben.“

Unter dem Einfluss von Schmerztabletten sah der BSV-Coach eine sehr erwachsen gespielte erste Hälfte, in der die Gäste geduldig mit Seitenwechseln und schnellen Vorstößen über die Flügel ihre Lücken suchten. Paul Kosenkow fand sie brutal oft – und nutzte sie drei Mal zu Toren (45./46./90.). Dass sich der Rechtsaußen nach seiner Auswechslung in den Schlusssekunden einen Gegner „von ganz oben“ für das DFB-Pokal-Spiel wünscht, könnte Hoffnungen auf einen Verbleib des unter anderem beim BV Cloppenburg gehandelten Stürmers nähren. Doch „Pokal-Paul“ relativierte schnell: „Es gab noch keine Verhandlungen mit irgendeiner Seite.“

Die Meinung von Trainer Uzelac kennt der 28-Jährige hingegen: „Ich habe Paul vor Wochen schon gesagt, dass ich gern mit ihm weiterarbeiten würde.“

Ähnlich lautete seine Ansage in Richtung Tim Becker: Der 21-Jährige, der am Dienstag anstatt des verletzten Celio Rocha und des einstigen Stammkeepers Christian Ceglarek zwischen den Pfosten stand, „hat mich überzeugt“, begründet Uzelac seine durchaus mutige Entscheidung fürs BSV-Eigengewächs in diesem wichtigen Spiel.

Sogar Becker selbst war in der Kabine ziemlich überrascht: „Ich habe auch erst in der Mannschaftsbesprechung erfahren, dass ich spiele, habe es aber natürlich gern hingenommen.“ Der Kapitän der U 23 rechtfertigte das Vertrauen, „obwohl ich anfangs ziemlich nervös war. Doch mit solchen Innenverteidigern wie Stefan Heyken und Michael Wessel vor mir hat sich das schnell gelegt.“ Ganz offensichtlich! Becker hielt mit mehreren Paraden und Reflexen den Kasten sauber. Uzelac überraschte das nicht: „Tim trainiert seit drei Wochen bei uns mit, macht bei dem, was aufs Tor kommt, eine gute Figur und spielt klug mit. Ich will ihn weiter mit einbinden“, stellt der 47-Jährige klar.

Die Vorbereitung startet am Sonntag, 30. Juni – mit Becker. Dann folgen die Testspiele. In welcher Besetzung, steht noch nicht fest. 19 Vereinbarungen laufen Ende Juni aus, demgegenüber stehen nur drei bis 2014 bestehende Verhältnisse: die von Francis Banecki, Michael Wessel und Alexander Neumann. Jetzt beginnen mit BSV-Boss Friedrich Schilling die Saisonplanungen (siehe gesondertes Interview).

Im Endspurt betrieben einige noch mal tüchtig Eigenwerbung – unter anderem Mittelfeldmann Cristian Raudales, der bei Lupo und zuvor gegen Cloppenburg richtig stark aufspielte: „Für ihn freut es mich, weil sich Cristian in einigen Phasen der Saison nicht so entfalten konnte“, stellt Uzelac heraus.

Auch Björn Lambach drängte sich für eine zweite Serie auf: In Wolfsburg ging er wieder als „Terrier“ voraus – und dem Lupo-Mittelfeld mächtig auf die Nerven. „Ich habe mich gefreut, dass sich spielen durfte und hoffe, dass es so weiter geht, denn gegen Cloppenburg war ich nicht so gut“, geißelte sich der Ex-Langenhagener selbst. Doch er dürfte in den Planungen des BSV eine Rolle spielen – ebenso wie viele andere.

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