Fabian Gerber über seine Ziele und Philosophie

„Ich will meinen eigenen Stil entwickeln“

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Rehdens neuer Trainer Fabian Gerber war 16 Jahre lang Bundesliga-Profi.

Rehden - Fabian Gerber heißt der neue Trainer des BSV Rehden. Im Interview spricht der 36-jährige A-Lizenzinhaber über seine Ziele, seine Philosophie und warum er Jürgen Klopp nicht kopieren will.

Herr Gerber, es ist höchst selten, dass ein Sohn seinen Vater auf einem Trainerstuhl beerbt.

Fabian Gerber: Das ist richtig. Aber es ist ja keine Ablösung im eigentlichen Sinne. Mein Vater hat von vornherein gesagt, dass er längstens bis zur Winterpause aushilft. Und dass ich jetzt BSV-Trainer geworden bin, war sicherlich nicht von vornherein geplant. Das hat sich so ergeben, nachdem ich die vier Wochen in Rehden war. Ich habe die Mannschaft kennengelernt und mit dem BSV gute Gespräche geführt.

Hat Ihr Vater Franz Ihnen zu dem Job geraten?

Gerber: Natürlich spricht man in der Familie darüber. Aber es ist meine Karriere, mein Weg, mein Leben – und daher war es auch eine Entscheidung, die ich allein für mich getroffen habe.

Der BSV Rehden ist Ihre erste Trainerstation. Wie aufgeregt sind Sie?

Gerber: Jetzt überwiegt einfach die Vorfreude. Wenn ich aber das erste Mal vor der Mannschaft stehe, werde ich sicherlich ein wenig aufgeregt sein. Doch das war ich als Bundesligaspieler auch, wenn du in ein großes Stadion kommst. Anspannung und Nervosität sind immer da.

Sie haben 16 Jahre Profierfahrung, unter Trainer Jürgen Klopp in Mainz gespielt und 2014 unter ihm in Dortmund hospitiert. Was nehmen Sie mit in Ihre Trainerkarriere?

Gerber: Wirklich eine Menge. Ich kann auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen, habe viel gelernt über Methoden, Ideen, den Umgang mit der Mannschaft. Ich konnte von jedem Trainer etwas mitnehmen. Aber nicht nur Positives. Ich hätte vermutlich einiges anders gemacht.

Das heiß, Sie werden Ihren eigenen Stil kreieren?

Gerber: Absolut. Wenn man jemanden kopieren will, geht das immer nach hinten los. Das wäre auch der falsche Weg. Ich bin ich, und ich möchte meinen eigenen Stil entwickeln.

Jeder Trainer hat eine gewisse Philosophie. Wie lautet Ihre?

Gerber: Das ist im Vorfeld immer schwer zu sagen. Es hängt von den Spielern ab, die man hat und die vielleicht noch dazukommen. Dann muss man sehen, welches System auch am besten zu den Spielern passt.

Und wird es offensiv oder defensiv ausgerichtet sein?

Gerber: Jeder Trainer will schönen und attraktiven Fußball spielen lassen. Aber dazu gehört auch erstmal, aus einer stabilen Grundordnung heraus zu agieren, um nicht wie ein Hühnerhaufen herumzulaufen. Ist diese Grundordnung da, können wir das eigene Offensivspiel entwickeln. Ich mag gern viel Ballbesitz, um so Druck zu machen, Spielzüge zu kreieren.

Welchen Eindruck haben Sie vor der Winterpause von der Mannschaft gehabt?

Gerber: Einen guten. Natürlich kann man noch an einigen Stellschrauben drehen, natürlich gibt es hier und da noch Verbesserungsbedarf. Wir werden die Vorbereitung jetzt intensiv dazu nutzen. Und dabei kommt mir entgegen, dass ich schon weiß, wer wie tickt, das Umfeld kenne.

An welchen Stellschrauben müssen Sie drehen?

Gerber: Ich bin nicht der Typ, der jetzt Floskeln raushaut. Das wird die Vorbereitung ergeben. Sicherlich kann man aus jedem Spieler und aus jeder Position noch ein paar Prozente herauskitzeln. Ich werde mit den Jungs sprechen, ihnen meine Ideen erläutern und mir ihre Gedanken dazu anhören. Wichtig ist, am Ende das Gesamtgefüge zu verbessern.

flü

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