Rehdens Pokalhelden fahren nach Oldenburg

Euphorie und Bauchkribbeln

Die Denkpause hat Rehdens Kresimir Matovina (re.) offenbar sehr gut getan. Er machte in Havelse ein starkes Spiel. - Foto: Flügge

Rehden - Von Arne Flügge. Unterschiedlicher hätten die Emotionen nach dem finalen Kraftakt im Viertelfinale des NFV-Pokals nicht sein können. Während die Spieler des TSV Havelse völlig bedröppelt den Platz verließen und in ihren Augen nur die blanke Enttäuschung zu lesen war, wurden die Jungs des BSV Rehden von der kleinen Schar mitgereister Fans immer wieder aufgefordert, sich vor der Tribüne aufzubauen. „Wir woll’n die Mannschaft sehen“, skandierte das Häuflein der treuesten Anhängerschaft. Denn mit dem 2:1 (2:0)-Sieg im Viertelfinale des NFV-Pokals am Mittwochabend beim Ligakonkurrenten sind Rehdens Regionalliga-Fußballer nur noch einen Sieg von der erneuten DFB-Pokal-Teilnahme entfernt. „Und jetzt, wo wir so dicht dran sind, wollen wir das auch schaffen“, sagte Kresimir Matovina, Torschütze zum 2:0.

Gegen wen es im Halbfinale geht, steht noch nicht fest. Das ist derzeit auch nicht so wichtig. Bedeutend ist dagegen, dass die Rehdener trotz des Triumphes in Havelse jetzt erst einmal den Schalter wieder für die Meisterschaft umlegen müssen. Und am Sonntag (15.00 Uhr) wartet im Auswärtsspiel beim VfB Oldenburg der nächste Kracher auf die Mannschaft von Trainer Stephan Ehlers. Der Coach gibt sich aber richtig angriffslustig: „Nach dem ersten Saisonsieg beim 2:0 gegen Norderstedt sind wir mit breiter Brust nach Havelse gefahren, nach dieser tollen Leistung im Pokal fahren wir jetzt mit noch breiterer nach Oldenburg.“

Zumal der Auftritt am Mittwoch im Pokal dem 46-Jährigen noch eine weitere, wichtige Erkenntnis gebracht hat: „Ich habe gesehen, dass ich mich auf jeden Spieler im Kader zu 100 Prozent verlassen kann.“ Nach dem kurzfristigen Ausfall von drei grippekranken und einem verletzten Kicker hatte der Coach umstellen müssen. Doch jeder, der von der Bank kam, habe seine Aufgabe bravourös gelöst. Allen voran Matovina. Nach einer schwachen und mit krassen Fehlern behafteten Leistung war der Linksverteidiger beim 1:3 in Lüneburg noch vor der Pause ausgewechselt – und für eine Woche in die Zweite verbannt worden. In Havelse spielte der 22-Jährige im linken offensiven Mittelfeld groß auf, köpfte zudem das 2:0. „Ich bin glücklich über das Tor und freue mich, dass ich der Mannschaft damit endlich helfen konnte“, strahlte „Kresso“. Und Trainer Ehlers meinte sehr zufrieden: „Der Junge hat seine Denkpause genutzt, die richtige Reaktion gezeigt. Er war nicht bockig, hat die Kritik angenommen und jetzt gute Argumente geliefert. Gerade auf der für ihn ungewohnten Position.“

Und diesen Einsatz, diese Leidenschaft, diese kämpferische Einstellung und diesen Spielwitz, den die gesamte Mannschaft in Havelse auf den Platz transportiert hat, wünscht sich Ehlers nun auch am Sonntag in Oldenburg. Wobei er zusätzlich fordert, die sich bietenden Chancen noch konsequenter zu nutzen. „Wir hätten es uns gegen Havelse einfacher machen können. Oldenburg steht hinten sehr stabil. Da werden wir nicht viele Möglichkeiten haben. Aber die müssen wir reinmachen“, so der A-Lizenzinhaber. Damit aus einer „tollen Woche eine super Woche wird“.

Bleibt noch die Frage zu klären, wie der Rehdener Trainer an seiner alten Wirkungsstätte empfangen wird. Stephan Ehlers ist Oldenburger. Jahrelang war er für den VfB Oldenburg und den VfL Oldenburg als Trainer und Jugendkoordinator aktiv. Hauptsächlich im Jugendbereich, im JFV Nordwest, dem Zusammenschluss beider Vereine in der Nachwuchsarbeit. Im Sommer führte der 46-Jährige die A-Junioren des JFV Nordwest als Coach in die Bundesliga, bevor er seine erste Station als Herren-Trainer in Rehden antrat.

Kurz vor der Saison sollte er das Traineramt beim Oberligisten VfL Oldenburg übernehmen, entschied sich dann aber für Rehden und die Regionalliga. Das stieß bei einigen sauer auf. Am Sonntag nun die Rückkehr ins Marschwegstadion. Ehlers Erwartungen? „Ich hoffe schon, dass ich von den Leuten normal empfangen werde“, sagt der Gymnasiallehrer – fügt aber schmunzelnd an: „Drauf wetten würde ich nicht. Schließlich haben wir den VfB Oldenburg in der ersten NFV-Pokal-Runde aus dem Wettbewerb gekegelt.“

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