Eine Frage der Ehre

+
Seite an Seite gemeinsam aus der Krise. Nach einer bisher völlig verkorksten Rückrunde muss der BSV Rehden schnell in die Spur finden. ·

Rehden - Von Arne Flügge. Es war still im Bus, ziemlich still sogar. Die 0:3-Pleite beim TSV Havelse am Mittwochabend nagte auf der Rückfahrt an den Spielern des BSV Rehden. Aber nicht nur die. Björn Wnuck hatte sich kurz zuvor seine Spieler richtig zur Brust genommen. Eine Wutrede könnte man sagen. „Die Spieler waren alle geplättet. Ich musste mal richtig Dampf ablassen“, berichtet der Trainer des Fußball-Regionalligisten.

Es war wohl auch höchste Zeit. Rehden schlittert immer tiefer in die sportliche Krise, ist mittlerweile die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft der Liga (siehe nebenstehenden Text). Besserung? Nicht in Sicht! „Was wir da in Havelse abgeliefert haben, das ging einfach nicht. Und was da in der ersten halben Stunde passiert ist, wie wir da die drei Gegentore kassiert haben, das war einfach unglaublich!“

Leichtigkeit, Wille, Galligkeit, Kompaktheit, Mut – alles, was die Rehdener in der Hinrunde ausgezeichnet hatte, ist plötzlich futsch. „Es funktioniert vorn und hinten nicht mehr. Das habe ich der Mannschaft gesagt“, meint Wnuck. Und jeder solle sich einmal hinterfragen, ob er genug tue – für sich und für die Mannschaft. Ob er sein Ego hintanstellt, wirklich alles für die Mannschaft gibt.

Die Standpauke – sie hat Wirkung gezeigt. Wie die Stille im Bus belegt. Doch hat sie auch die Nachhaltigkeit, damit die Zuschauer in den Waldsportstätten morgen (15.00 Uhr) gegen den Tabellenzweiten Goslarer SC endlich wieder einmal einen ganz anderen BSV Rehden sehen?

Spielerische Glanzlichter muss die Mannschaft dabei gar nicht anknipsen. Wnuck fordert vielmehr die Rückkehr zum Wesentlichen. „Wir müssen kratzen, beißen, kämpfen, fighten und uns wehren“, schreibt der 29-Jährigen seinen Spielern ins Stammbuch. Gegen eine Spitzenmannschaft wie Goslar hätte sein Team nichts zu verlieren. „Für uns kann es jetzt erstmal nur darum gehen, in diesem Spiel Wiedergutmachung zu betreiben.“

Dazu müsse seine Mannschaft wieder eine klare Linie finden, kompakt stehen. „Und wir dürfen nicht gleich nach einem Fehler wieder kollektiv die Köpfe hängen lassen“, fordert Wnuck: „Wir waren zuletzt nicht giftig, nicht eklig genug.“

Mehr denn je seien jetzt die Spieler gefragt, die die Mentalität und auch die Qualität haben, um diese schlechte Situation auszublenden, um sich allein auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Sie sollen die anderen mitreißen, „damit wir endlich wieder in die Spur finden und auch erfolgreich sind“.

Schließlich kann es sich der BSV Rehden überhaupt nicht leisten, noch länger im Saft der eigenen Krise zu schmoren. Einerseits könnten die zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz doch schnell mal verbraucht sein.

Andererseits steht am Ostermontag das NFV-Pokal-Halbfinale beim Oberligisten TB Uphusen an. Der Sieger der Partie qualifiziert sich für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde. „Das ist für den Verein ein so brutal wichtiges Spiel“, weiß Wnuck – und schickt fragend hinterher: „Wie zum Teufel soll das funktionieren, wenn wir da so auftreten wie jetzt in der Liga? Uphusen wird alles tun, um uns in die Suppe zu spucken. Auch darauf müssen wir jetzt schon hinarbeiten, alles tun, um das Ruder so schnell wie möglich herumzureißen.“

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Meistgelesene Artikel

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Kommentare