Rehdens Offensivmann nach 1:0 über Spitzenreiter Oldenburg mit Knöchelbruch in Klinik

„Ein Sieg für Danny!“ Arends Verletzung überschattet alles

Ergreifende Szene: Die komplette Mannschaft des BSV Rehden eilte nach dem Abpfiff zum Krankenwagen, in dem Danny Arend (kl. Bild) nach seinem Knöchelbruch lag. Doch die Tür blieb zu. Narciso Jorge Lubaca, Marcel Stutter, Gazi Siala, Michael Wessel, Viktor Pekrul und Kevin Artmann (von links) trotteten gesenkten Hauptes zurück. Stutter legte zum Gruß noch die Hand an die Tür. - Fotos: Krüger

Rehden - Von Cord Krüger. Der Schrei ging allen 1 000 Zuschauern in den Rehdener Waldsportstätten durch Mark und Bein. Danny Arend blieb an der Seitenlinie sitzen, sah auf seinen fürchterlich verdrehten linken Fuß und brüllte seinen ganzen Schmerz heraus. Gerade erst war der Außenspieler des BSV Rehden gestern in die Regionalliga-Partie gegen den VfB Oldenburg gekommen, als er mit Oldenburgs Franco Uzelac zusammengeprallt war und sich einen Knöchelbruch zugezogen hatte.

Mitspieler, Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schlüsche und Polizisten hievten den Offensivmann über die Bande, Uzelac zog sich nach seiner Entschuldigung entsetzt das Trikot übers Gesicht, Schiedsrichterin Susann Kunkel und die VfB-Fans im Gästeblock drehten sich erschrocken weg. Eine furchtbare Szene, die alles überschattete. Selbst den so wichtigen 1:0 (0:0)-Coup des BSV über den Spitzenreiter.

Dass die abstiegsbedrohten Hausherren dadurch dem zuletzt am 2. August besiegten Aufstiegs-Aspiranten die erst zweite Saison-Niederlage beibrachten und wieder auf Platz zehn der Tabelle kletterten, interessierte nachher niemanden mehr. Auch nicht, dass dieser Triumph hochverdient und kein Zufall war – denn Rehden bestimmte bis auf knappe 15 Minuten nach der Pause das Spiel, agierte in Abwehr und Mittelfeld bestens organisiert und marschierte schnell nach vorn. „Normalerweise wäre ich heute superglücklich gewesen – aber nicht so“, sagte BSV-Trainer Fabian Gerber mit versteinerter Miene.

„Dieser Sieg war definitiv für Danny, das haben wir uns alle geschworen“, stellte Rehdens Marcel Stutter, im defensiven Mittelfeld unermüdlicher Arbeiter und Balleroberer, klar. Und der für ihn eingewechselte Andor Bolyki, der in Minute 76 zum Tor des Tages traf, ergänzte: „Den Treffer widme ich natürlich Danny. Dieses Ergebnis ist zwar wichtig für das ganze Team, aber Gesundheit ist das Höchste. So etwas will man nie wieder erleben.“ Sprach’s – und sprintete mit seinen Teamkollegen zum Rettungswagen hinter der Stehplatztribüne. Die Türen öffneten sich aber nicht mehr. Arend hatte schon eine Narkose bekommen. Stutter hielt zum Gruß die flache Hand aufs rote Kreuz des Hecks, und der BSV-Tross trottete mit gesenkten Köpfen in Richtung Kabine.

Oldenburgs Innenverteidiger Uzelac betrachtete diese Szene mit einem Schaudern: „Das war auf keinen Fall Absicht von mir“, stammelte der Sohn von Rehdens Ex-Coach Predrag Uzelac: „Wir gehen beide Körper an Körper zum Ball, und ich lande so unglücklich auf Danny, dass es dabei passiert sein muss“, beschrieb er die Situation aus der 67. Minute: „Jetzt kann ich ihm nur alles, alles Gute wünschen und hoffen, dass er möglichst schnell wieder zurück ist.“

In der Tat traf Uzelac keine Schuld. Doch aus Arends baldiger Rückkehr wird nichts. Noch am Abend sollte der glatte Knöchelbruch des 28-Jährigen operiert werden. „Und man hat damals bei Dominic Krogemann gesehen, wie lange es dauern kann, bis alles wieder hergestellt ist“, erinnerte BSV-Kapitän Kevin Artmann an den Schien- und Wadenbeinbruch des einstigen Rehdener Verteidigers im März 2014, der danach nie wieder das schwarz-weiße Trikot trug und erst seit dieser Serie wieder für den Bremer SV spielt. „So sehr wir diesen Sport lieben – es ist nicht das Wichtigste“, wusste Artmann spätestens seit gestern: „Ich hoffe nur, dass Danny jetzt einigermaßen im Alltag klarkommt.“

An ein Karriereende wollte sein Trainer Gerber aber noch keinen Gedanken verschwenden. „Dass er für den Rest dieser Saison ausfällt, ist klar – und wahrscheinlich auch längere Zeit danach“, verdeutlichte der A-Lizenz-Inhaber während der Pressekonferenz, die nach Ansicht seines Oldenburger Kollegen Dietmar Hirsch „eigentlich jetzt gar nicht mehr nötig“ war: „Zu sehr haben wir alle dieses Erlebnis im Hinterkopf. Wir drücken die Daumen, dass Danny Arend bald wieder auf den Beinen ist.“

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