Rehdens Mannschaftskapitän Kevin Artmann spricht über die Ergebniskrise

„Die Warnzeichen blinken“

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Erst seit Sommer 2013 läuft Kevin Artmann im Rehden-Trikot auf. Doch der 26-Jährige ist längst ein Leitwolf bei den Schwarz-Weißen geworden. ·

Kreis-Diepholz - Von Daniel Wiechert. Es kriselt gehörig beim Fußball-Regionalligisten BSV Rehden, erst vier Punkte konnte das Team von Björn Wnuck nach der Winterpause sammeln. Bei uns im Interview betreibt Kapitän Kevin Artmann (26) Ursachenforschung, beschwört ein Musketier-Motto und sagt, warum der Zeitpunkt für die „zweiten Garde“ gekommen ist.

Herr Artmann, bisher gab es für Ihren BSV Rehden nur einen Sieg nach der Winterpause. Lediglich eine Ergebniskrise, oder hat sich ein tiefergehender Virus ins Mannschaftssystem eingeschlichen?

Kevin Artmann:Das hat mit einem Virus nichts zu tun. Wir haben es in einigen Spielen – gerade wenn man an das 2:3 gegen Cloppenburg denkt – verpasst, den Deckel draufzumachen. Durch individuelle Fehler kassieren wir Tore, und dann können wir leider nicht mehr den Hebel umlegen. Insofern herrscht schon eine leichte Verunsicherung in der Mannschaft.

Wie erklären Sie sich die Häufigkeit an individuellen Fehlern?

Artmann:Es zeigt sich irgendwie momentan, dass wir nicht in der Lage sind, den anderen zu helfen, wenn er mal einen Patzer gemacht hat.

Aber die individuellen Blackouts können doch nicht der einzige Grund für die enttäuschenden Ergebnisse der vergangenen Wochen sein.

Artmann:Man muss auch feststellen, dass uns in dem einen oder anderen Spiel das Glück aus der Hinrunde fehlt. Da ging auch mal ein Angriff des Gegners nicht rein. Jetzt gegen Pauli (1:3-Niederlage, Anm. d. Red.) haben wir nur zweieinhalb Chancen zugelassen, aber direkt wieder drei Treffer kassiert. Dieses Quäntchen Glück fehlt. Wir selber machen aber auch unsere Chancen nicht rein.

Fakten unterstreichen die fehlende Kaltschnäuzigkeit Ihres Teams. Ihre Tabellennachbarn Havelse, St. Pauli und Cloppenburg haben in Christoph Beismann, Laurynas Kulikas und Andreas Gerdes-Wurpt jeweils einen Akteur mit mindestens zehn Toren auf dem Konto in ihren Reihen. Bei Ihrer Mannschaft führt Francis Banecki mit sechs Treffern. Fehlt der absolute Vollstrecker?

Artmann: Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, erleichtert das nicht. Wir wollen einen Stürmer, der sich sehr viel in die Defensive einbringen muss. Dadurch ist natürlich auch der Weg nach vorne weiter. Vielleicht ist es so, dass unsere Stürmer ein bisschen die Seuche am Fuß haben, aber das wird sich ändern.

Apropos Seuche, auch von Verletzungen ist Ihr Team derzeit arg gebeutelt. Mit Milos Mandic, Danny Arend und jetzt Daniel Gunkel fehlen drei Säulen. Kann der Kader das in der Breite auffangen?

Artmann:Er muss es können. Es gibt viele Spieler, die unzufrieden sind, wenn sie nicht spielen. Das ist auch legitim. Nur müssen diese dann für so eine Situation gewappnet sein, in der Lage sein, ihre Ansprüche zu unterstreichen. Trotzdem sind Milos, Danny und Daniel natürlich drei unfassbar wichtige Personen in unserem System.

Aber ist es nicht gerade jetzt schwierig für die „zweite Garde“, in die Mannschaft zu rutschen?

Artmann:Eine bessere Situation für jemanden, der bisher vielleicht weniger gespielt hat, gibt es doch gar nicht. Was hat er zu verlieren? Wir wissen, dass die Situation schwierig ist. Aber gerade deshalb würden wir einem Unerfahrenen doch niemals einen Vorwurf machen.

Ihr Trainer Björn Wnuck warnte zuletzt bereits vor dem Abrutschen in die Abstiegsregion. Sehen Sie diese Gefahr auch?

Artmann:Wir müssen zunächst froh sein, in der Hinrunde so unfassbar viele Punkte gesammelt zu haben. Aber jetzt müssen wir Realisten sein. Wir haben vier Punkte nach der Winterpause geholt. In der Hinserie waren es gegen diese Gegner noch neun Zähler. Diese Ergebnisse lassen also schon gewisse Warnzeichen aufblinken.

Und heute geht es zum TSV Havelse. Im Hinspiel gab es einen 2:0-Sieg – was ist jetzt drin? Havelse hat zuletzt schließlich ordentlich gepunktet.

Artmann:Es ist sicher nicht so, dass Havelse derzeit vor uns in Angst erstarrt. Sie haben sich ein Selbstbewusstsein erarbeitet. Aber wir sollten uns auf unsere sehr gute Hinrunde besinnen, wieder an uns glauben. Das Team ist nicht tot. Wir müssen aber noch enger zusammenrücken. So bescheuert es sich anhört, das Credo muss lauten: Einer für alle, alle für einen.

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