Entscheidungsträger melden Zweifel an

Dicker Dämpfer für die Delikatesse dahoam

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Rehdens Vorsitzender Friedrich Schilling (vorne rechts) begleitete die Delegation gestern auf dem Rundgang rund um die Waldsportstätten. ·

Rehden - Von Arne Flügge.  Als sich die Delegation nach einer knapp vierstündigen Diskussion gestern Nachmittag mit rauchenden Köpfen aufgelöst hatte, war Vereinsboss Friedrich Schilling nicht gerade in Jubellaune.

Der Traum des Fußball-Regionalligisten BSV Rehden von der Delikatesse dahoam hatte einen ziemlichen Dämpfer bekommen. Denn ob das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München in den heimischen Waldsportstätten stattfindet, scheint seit gestern mehr als fraglich.

Vertreter von DFB, der Produktionsfirma Sportcast, der Marketingfirma Infront, Polizei, der Gemeinde sowie des Clubs hatten lange das Konzept des BSV Rehden und die vorgegebenen Auflagen des Fußball-Verbandes diskutiert. Mit dem Ergebnis: Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, die Bedenken allerdings sind bei vielen groß. „Wir sind nicht weitergekommen, die Situation hat sich nicht verändert“, sagte Schilling. Während eines Workshops morgen beim DFB wollen die Entscheidungsträger die Köpfe erneut zusammenstecken. Ob sich die Bedenken bis dahin zerschlagen haben, ist fraglich. Schilling ist in Frankfurt dabei.

Vor allem geht es um das Thema Sicherheit, Rettungswege, Verkehrsplanung. „Das Pflichtenheft, das erfüllt werden muss, ist schon beachtlich“, meinte Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch, der voll und ganz hinter dem Projekt des BSV Rehden steht: „Unser Wille ist, dass die Partie in Rehden stattfindet. Und wir setzen uns alle dafür ein, die Bemühungen voranzutreiben.“ Der Beschluss des Gemeinderates, ob und in welcher Höhe die Umbauarbeiten bezuschusst werden, steht allerdings noch aus.

Die Entscheidung wäre auch hinfällig, sollten DFB & Co. den Daumen morgen nach unten senken. Wobei Rehdens Vereinschef Schilling gar kein immenses Sicherheitsproblem für dieses Spiel sieht. „Aus meiner Sicht ist das nicht so dramatisch“, sagte der 62-Jährige: „Das ist doch kein Hochsicherheitsspiel mit Problemfans. Hier kommen Familien mit ihren Kindern, um sich ein tolles Spiel anzuschauen, die Bayern zu sehen. Außerdem achten wir bei dem Verkauf unserer Karten genau darauf, wohin sie gehen.“ Doch das scheint den Verantwortlichen (noch) nicht zu reichen. Vorschriften sind Vorschriften.

Bis in die Nacht zu gestern hinein hatten Markus Kompp, Phil Schwierking, Kai Hollberg und Horst Vogler vom Kreativteam eine konzeptionelle Strategie ausgearbeitet und zu Papier gebracht. Auch die wurde gestern lange diskutiert. „Die Jungs haben tolle Arbeit gemacht“, lobte Schilling seine Helfer. Dennoch konnten auch bei der Produktionsfirma Sportcast und der für das Marketing zuständigen Firma Infront nicht alle Zweifel ausgeräumt werden, ob die Waldsportstätten für eine Live-Übertragung überhaupt geeignet sind. Am Flutlicht jedenfalls soll es nicht scheitern. Hauptsponsor Vensys Elekrotechnik hat bereits Unterstützung zugesagt. Dass der Gästeblock komplett hinter das Tor zum Wald verlegt werden muss, ist für Schilling „noch das geringste Problem. Auch das machen wir.“ Und es klang schon ein wenig Trotz in seinen Worten mit.

Waldsportstätten des BSV Rehden

Waldsportstätten des BSV Rehden

Doch Schilling will sich von diesem ersten Rückschlag nicht entmutigen lassen. „Ich habe mein ganzes Leben lang Probleme gelöst, und das werde ich auch jetzt wieder tun. Wir kämpfen weiter. Theoretisch ist alles machbar. Aber ich kann nichts versprechen“, sagte Schilling. Er will jetzt aber Klarheit haben: „Bis Anfang nächster Woche muss eine Entscheidung fallen.“ Vorsorglich trifft sich Schilling Donnerstag mit Werder Bremen und am Freitag mit dem VfL Osnabrück, um auszuloten, zu welchen Konditionen Rehden in deren Stadien ausweichen könnte.

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