Sulinger klagt: „Da wirst du zerquetscht“

Chaos regiert auf Ost-Tribüne

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Eng ging es auf der Ost-Tribüne. So eng, dass die Ordnungskräfte teilweise selbst nicht mehr durchkamen.

Osnabrück - Sie saßen vorm Stadion, ließen die Köpfe hängen. Für einige Fußballanhänger wurde der mit Spannung erwartete Pokalabend in Osnabrück zur totalen Enttäuschung. Auf der Ost-Stehplatz-Tribüne der Osnatel-Arena herrschte zeitweise heilloses Chaos, so dass viele Zuschauer erst weit nach Anpfiff den Weg auf die Tribüne fanden oder ganz aufgaben, und sich vorm Stadion einfanden.

„Ich war vier Minuten drin. Das ist doch der Wahnsinn. Da wirst du zerquetscht“, klagte Ibrahim Abbas aus Sulingen. „Da fahre ich extra 65 Kilometer. Im Endeffekt hätte ich es mir lieber vorm Fernseher anschauen sollen.“ Der Sulinger echauffierte sich: „Es macht mich einfach traurig – das ist Geld-Abzocke.“ Neben dem finanziellen Aspekt sorgte sich Abbas aber auch: „Da kommt kein Mensch durch – nicht einmal die Helfer.“

Diese Befürchtung war nicht unbegründet. Denn einige Stadionbesucher kollabierten mit Kreislaufproblemen während des Spiels. „Genaue Zahlen habe ich da nicht. Aber glücklicherweise blieb es bei den wenigen auch ohne gesundheitlichen Folgeschäden“, sagte gestern Bruno Richter, Sicherheitsbeauftragter beim VfL Osnabrück. Wie es dazu kam, dass die Ost-Tribüne überfüllt wirkte, konnte Richter nicht mit Gewissheit beantworten. „Es hängt oft am Phlegma der Stadionbesucher. Wenn die einmal ihren Stehplatz eingenommen haben, lassen sie sich kaum noch bewegen.“

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Schließlich habe es im oberen Teil der Ost-Tribüne noch Kapazitäten gegeben. „Doch auch angesichts der Hitze direkt unter dem Dach haben sich viele dort nicht hinbewegt.“ Für seine Ordner sei es ein Kraftakt gewesen, schildert Richter. Tatsächlich wirkten die Stadion-Ordner teilweise hilflos. „Wir können nichts mehr machen“, war zwischenzeitlich von einem der Ordnungskräfte zu hören. „Schiebt sie einfach bis zum Zaun vor, da ist noch Platz“, lautete die Anweisung eines anderen.

„Irgendetwas stimmt da nicht“, klagte auch eine Barnstorferin, die zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin angereist war. „Meiner Meinung nach haben die einfach zu viele Karten verkauft.“ Das schloss Rehdens Club-Vorsitzender Friedrich Schilling aus. „Wir haben sogar noch einige kurzfristig zurückgegebene Karten einbehalten und nicht weitergegeben. · wie

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