BSV-Stürmer erzielt kurz nach der Einwechslung das 2:1-Siegtor in Braunschweig

Joker Kifuta ist Rehdens Held im dramatischen Finale

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Da ist das Ding! Kapitän Kevin Artmann stemmt den Niedersachsen-Pokal in den Baunschweiger Abendhimmel. Zum ersten Mal triumphierte Regionalligist BSV Rehden auf Landesebene.

Braunschweig - Cord Krüger und Arne Flügge. Da war es also, „das Ding“: Um 21.02 Uhr stemmte Kapitän Kevin Artmann gestern Abend den silbernen Niedersachsen-Pokal in den Himmel über dem Stadion der „Freien Turner“ Braunschweig, mit denen sich er und sein BSV Rehden zuvor einen rassigen Schlagabtausch geliefert hatten. Mit 2:1 (1:0) setzten sich die Schwarz-Weißen schließlich durch – es ist der größte Erfolg in der Geschichte des Vereins.

Es war aber auch ein hartes Stück Arbeit. Doch für Jubeltrauben und Freudentänze bereits während des Teamfotos hatte die Mannschaft von Neu-Trainer Andreas Petersen noch genügend Energie. Der Coach stand mit seinem Co-Trainer Danny König etwas abseits des Treibens – denn „die Mannschaft und die Jungs der Vorsaison haben sich diesen Pokal verdient“, unterstrich der 54-Jährige.

Nach dem Anpfiff begann die „Jungs“ furios. Die letzten der knapp 1000 Zuschauer hatten noch nicht mal ihre Plätze hinter den Banden oder auf den Bänken im Prinzenpark eingenommen – da jubelte der mitgereiste BSV-Anhang bereits: Die FT-Abwehr hatte bei einer Flanke von Taiki Hirooka aus halblinker Position auf Abseits gespielt, so dass Omar El-Zein die Kugel unbedrängt annahm und Keeper Daniel Reck (Sohn von Ex-Werder-Profi Oliver Reck) zum 1:0 überlupfte (3.). Neuzugang El-Zein hätte die Partie schon vor der Pause entscheiden können, „eigentlich müssen“, räumte der Angreifer später ein. Stattdessen traf er zweimal nur Aluminium: Einen seiner Lupfer lenkte Reck an die Latte (14.), acht Minuten später strapazierte El-Zein mit sattem Schuss den rechten Pfosten. Zwischendurch köpfte Marius Winkelmann nach einer Ecke von Kevin Artmann an den Querbalken (16.).

BSV Rehden holt den Pokal

Auf der anderen Seite stand die Null für Rehden allerdings auch nicht so sicher: Torwart Milos Mandic, in seinem ersten Pflichtspiel seit dem im März erlittenen Meniskusschaden, musste per Fußabwehr gegen Dominik Franke klären (19.) und blieb nach Frankes Steilpass auf Philipp Stucki und dessen Schuss ebenfalls Sieger (28.).

In der Folge dominierte Rehden weitgehend die Partie. Der auf der linken Außenbahn angefangene Andor Bolyki und Alessandro Ficara auf der rechten Seite wechselten variabel die Betätigungsfelder und waren häufige Adressaten von Diagonalbällen aus dem Zentrum der Viererkette – präzise geschlagen von Stefan Heyken und Michael Wessel. Das von Trainer Andreas Petersen aufgebotene 4-2-3-1-System mit Marius Winkelmann und Taiki Hirooka vor der Abwehr sowie Artmann in der offensiven Mittelfeldzentrale funktionierten – und der Kapitän verpasste nach feinem Pass von El-Zein knapp das 2:0 (34.).

Umso unverständlicher, dass Rehden wie verwandelt aus der Kabine kam. Zunächst hatte Stucki nach feinem Solo über rechts Pech mit einem Schuss ans Außennetz (48.), doch neun Minuten später hatte er BSV-Linksverteidiger Aaron Goldmann erneut überlaufen und traf ins lange Eck. Rehden geriet unter Druck – doch in dieser Phase bewies Petersen ein goldenes Wechsel-Händchen. Zunächst wechselte er Last-Minute-Neuzugang Christian Pauli ein, der erst am Nachmittag die Spielberechtigung vom Verband bekommen hatte. Eine Viertelstunde später kam Kiala Kifuta aufs Feld – und mit seinem zweiten Ballkontakt nach feiner, flacher Linkshereingabe Paulis drückte der Kongolese den Ball zum 2:1 über die Linie!

Dabei blieb's, weil Mandic zwei Minuten vor Schluss wieder stark im Herauslaufen als „falsche 5“ den Libero gab und die Kugel knapp vor dem auf ihn zusprintenden Stucki wegdrosch. Die weiteren Szenen: Abpfiff, Sprints aufs Spielfeld, Medaillen für alle, jede Menge Bier und Schampus – aber nur für die obligatorischen Getränke-Duschen. „Die Spieler haben Bier-Verbot – schließlich geht es für uns am Samstag mit dem Liga-Auftakt in Wolfsburg weiter“, mahnte Petersen.

Reaktionen nach dem Sieg

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