Gunkel spielt, trifft – und muss verletzt raus

Bitteres Ende eines Traumtages

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Der Griff an die Leiste, der Oberschenkel in Eis gepackt: Daniel Gunkel (li.) wird vom Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schlüsche in die Kabine begleitet. ·

Rehden · Daniel Gunkel fasste sich an die Leiste, der linke Oberschenkel war dick in Eis gepackt. In Begleitung von Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schlüsche schlich der Mittelfeldspieler des BSV Rehden in der Halbzeitpause zur Behandlung in die Kabine. Es war für den 33-Jährigen das bittere Ende eines eigentlich tollen Tages.

Erstmals hatte der Ex-Profi von Mainz 05 nach seinem Kreuzbandriss in der Startelf der Rehdener gestanden. Und als zweiter „Sechser“ neben Taiki Hirooka ein bärenstarkes Spiel gemacht. „Daniel hat einen absolut fitten Eindruck gemacht, war schon im Training sehr präsent. Er spricht viel, coacht die Jungs. Das hat mir gefallen. Mir war es zuletzt noch ein bisschen zu leise auf dem Platz“, begründete Interimstrainer Björn Wnuck seine Maßnahme, Gunkel in die Anfangsformation zu beordern.

Und er hatte gut daran getan. Gunkel übernahm sofort die Initiative und die Rolle des Führungsspielers. Er feuerte an, ging dazwischen – und erzielte in der 17. Minute nach Doppelpass mit Francis Banecki ein Traumtor, als er den Ball aus 18 Metern mit gefühlten 200 Stundenkilometern in den Winkel hämmerte. Und dann gab es für ihn kein Halten mehr. Er rannte in Richtung Tribüne und warf seiner Frau Carla sowie Söhnchen Joel haufenweise Handküsse zu, ehe Gunkel von den Teamkollegen eingeholt und „begraben“ wurde. „Auch meine Familie musste in dem letzten Jahr viel ertragen. Ich war oft gefrustet. Und sie hatte es nicht einfach mit mir. Ich wollte damit einfach nur mal Danke sagen“, erklärte Gunkel, der zu Saisonbeginn zum BSV Rehden gekommen war.

Nach gut einer halben Stunde aber passierte es. „Ich habe einen langen Schritt gemacht – und da hat es gezogen. Die Leiste hat zugemacht“, sagte Gunkel: „Ich denke aber, dass es nicht so wild ist. Ich bin lieber vorsichtshalber raus, damit es nicht noch schlimmer wird und ich wieder länger ausfalle.“

Denn wieder zurück auf dem Platz zu sein – das war für den ehemaligen Profi einfach nur „ein geiles Gefühl. Ich war doch vom Fußball so weit weg wie vom Mond. Ich war ein Jahr draußen, immer nur Reha“, meinte Gunkel. Und daher war es für ihn am Samstag gegen den HSV II „auch ein absoluter Traumtag“. Trotz der frühen Verletzung. · flü

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