Arend und Fidan treffen beim großen Kampf gegen Meppen – 2:2 / Wnuck stolz

Bitter: Ein Elfer-Geschenk bringt Rehden um den Sieg

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Die 2:1-Führung: Mehmet Ali Fidan zieht auf und davon, lässt den heraus geeilten SVM-Keeper Hannes Frerichs links liegen und trifft zum 2:1. ·

Rehden - Von Cord Krüger. Boris Koweschnikow konnte es nicht fassen. 90 Minuten hatte der Mittelfeldmann des BSV Rehden gestern Vollgas gegeben, das frühe 1:0 gegen den SV Meppen vorbereitet, zahllose Angriffe des Regionalliga-Fünften knallhart unterbunden – und am Ende stand „nur“ ein 2:2 (1:1) für sein Team zu Buche.

Wegen eines Meppener Elfmeters, der gar keiner war. „Das haben selbst die Leute da ganz hinten durch die Fenster im VIP-Raum gesehen. So wurde uns der Sieg genommen“, schimpfte Koweschnikow. Sein Trainer Björn Wnuck wollte sich über diesen Elfer nach einem Foul von Kiala Kifuta außerhalb des Strafraums „aber gar nicht aufregen. Dafür haben wir zu stark gespielt. Ich bin zufrieden“, lobte er sein Kollektiv.

„Wir waren sogar stärker als Meppen“, fand Stürmer Mehmet Ali Fidan. „Wenn man das nach einem Spiel gegen so eine Mannschaft von da oben in der Tabelle sagen kann, muss uns das Selbstvertrauen geben.“

Das können die Schwarz-Weißen vor dem wichtigen Niedersachsenpokal-Halbfinale am Ostermontag beim TB Uphusen gut gebrauchen. Und wenn sie den Ausfall ihres Kapitäns Kevin Artmann (siehe Extra-Text) so eindrucksvoll kompensieren wie gestern, schaffen sie den Final-Einzug samt gleichzeitigem Startrecht im DFB-Pokal. Gestern nämlich langte Rehden wieder unverschämt schnell zu und führte wie in der Vorwoche gegen Neumünster bereits nach dem ersten Angriff: Boris Koweschnikow war schön aus dem Zentrum nach außen gesprintet, passte von links quer zu Danny Arend – und der bewies mit seinem fixen Durchmarsch hinter die Abwehr samt coolem Abschluss zum 1:0 (3.), dass er mehr als nur ein Ersatz-Mittelstürmer für den verletzten Alexander Neumann ist. „Boris, dieser Hund – das macht er natürlich ganz abgezockt“, jubelte Wnuck.

Doch wie gegen Neumünster gerieten die Platzherren mit dieser Führung in Bedrängnis: Meppen drückte mit schnellen Kombinationen und gefährlichem Flügelspiel. „Offenbar brauchen wir immer erst ein Gegentor, um aufzuwachen – wie in den letzten Wochen“, rätselte SVM-Trainer Christian Neidhart: „Und vor unserem 1:1 hatten wir noch drei richtig gute Möglichkeiten.“

Stimmt. Zuerst zielte Max Kremer knapp vorbei (23.), danach verfehlte Robin Twyrdy per Kopf um Zentimeter (27.), und Rehdens Rechtsverteidiger Viktor Pekrul bolzte einen Kremer-Schuss von der Linie (32.). Wenig später war es aber passiert: Meppens Kapitän Johan Wigger köpfte eine Flanke von Martin Wagner in die Maschen (35.). Es war eine der letzten Aktionen, die Kevin Artmann auf dem Platz erlebte. Danach humpelte der „Zehner“, der schon nach sechs Minuten umgeknickt war und trotz pochender Knöchelschmerzen weitergearbeitet hatte, zur Auswechslung.

„In der zweiten Halbzeit haben wir auch für Kevin gespielt“, meinte Koweschnikow. „Er ist unser Kapitän, unser Antreiber.“ Und so bescherte seine Mannschaft auch ihm einen Kampf mit „offenem Visier“, wie Neidhart das von vielen Tacklings geprägte Auf und Ab zusammenfasste. Zunächst sprang dabei die 2:1-Führung durch den eingewechselten Mehmet-Ali Fidan heraus, der nach Steilpass von Pekrul den heraus gerannten Keeper Hannes Frerichs links liegen ließ und ins lange Eck einschob (55.).

Rehden verteidigte den Vorsprung verbissen, Arend half kopfballstark in der Abwehr aus, Kiala Kifuta lief auf der rechten Seite ebenfalls viel ab – doch in Minute 74 kam er gegen Sebastian Schepers zu spät. „Es war ein Foul, aber nicht im 16er“, stellte Wnuck klar. Kremer hielt sich bei der Diskussion heraus – er verwandelte den Strafstoß zum 2:2 (74.). Dabei blieb's, weil Schiedsrichter Tim Skorczyk Fidans zweites Tor wegen angeblicher Behinderung von Frerichs nicht gab (77.). „Das muss man nicht pfeifen“, beteuerte Fidan. Doch Neidhart urteilte: „Dieses gute Regionalliga-Spiel hat keinen Verlierer verdient.“

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