Rehdens Trainer wechselt wie Allrounder Yannis Becker zu Viktoria / Folgen weitere Spieler?

Benedetto Muzzicato „mit Demut“ nach Berlin

Ein ziemlicher Unterschied: Bei seinem neuen Club Viktoria Berlin übernimmt Rehdens Noch-Trainer Benedetto Muzzicato zwar ebenfalls einen Viertligisten, aber einen mit Fußball-Profis, großem Mitarbeiterstab und ambitionierten Zielen. Foto: Krüger

Rehden - Von Cord Krüger. Für Benedetto Muzzicato ändert sich einiges, genau genommen: fast alles. Doch derartige Umstellungen hielten den heute 40-Jährigen schon zu seiner aktiven Zeit im Leistungsfußball nie von neuen Wegen ab, wie dessen 21 Stationen in damals 16 Jahren belegen. Nun geht der A-Lizenz-Inhaber den nächsten großen Schritt: Nachdem er schon im Winter seinen Ausstieg als Trainer des BSV Rehden verkündet hatte, unterschrieb er jetzt einen Zweijahresvertrag bei Viktoria Berlin.

Vom kleinsten Ort der Regionalliga Nord in die Weltstadt zum Tabellenachten der Regionalliga Nordost, „einem Verein mit Geschichte“, wie Muzzicato über den 1889 gegründeten FC schwärmt. Der dreifache deutsche Meister (wenn auch mit 1894, 1908 und 1911 schon ein Weilchen her) hat in etwa so viele Mitglieder (1 620) wie Rehdens Gesamtbevölkerung (gut 1 700) und „verfügt über Profi-Bedingungen“, verdeutlicht Muzzicato: „Da muss niemand nebenher arbeiten, wir werden vormittags trainieren, Trainingslager und richtig gute Testspiel-Gegner stehen auch schon fest.“

Ein ziemlicher Unterschied zum BSV, wo der Übungsleiter sogar die Trikots fürs Team bestellen musste. Heute schmunzelt er darüber, dass er sich damals für einen himmelblauen Jersey-Satz entschied – die Vereinsfarben seines neuen Arbeitgebers: „Es steckt schon ein bisschen Ironie des Schicksals dahinter.“ Zudem schließt sich in Berlin für ihn ein Kreis – einerseits, weil er nach seinem damaligen Intermezzo in der Hinserie 2004 bei Union Berlin „immer noch das Gefühl hatte, es in dieser Stadt nicht ganz zu Ende gebracht zu haben“. Andererseits „beginnt hier unsere Familiengeschichte: Meine Eltern haben sich in Berlin kennengelernt.“

Auf seine Angehörigen muss Muzzicato nun aber bald verzichten. Denn wenn der Deutsch-Italiener am 17. Juni in Lichterfelde mit der Vorbereitung startet, hat er seine Frau und die beiden Kinder in Bremen gelassen. „Das wird hart, aber unsere Tochter Lia hat einen Platz in der Sport-Eliteschule in Bremen-Horn bekommen. Also haben wir entschieden, dass ich allein nach Berlin gehe“, erklärt er. Von seiner Frau bekam er volle Rückendeckung: „Wir sind seit 23 Jahren zusammen – sie weiß, wie wichtig mir meine Karriere ist.“

Doch der für seinen Sport schon weit gereiste Muzzicato, der unter anderem schon in Korea die Schuhe schnürte, findet selbst ohne Familie an der Spree alte Vertraute wieder. Etwa Viktorias Torwart-Trainer Marco Sejna, einst bei Union sein Teamkollege. Oder sein aktueller und künftiger Spieler Yannis Becker, dessen Wechsel vom BSV zum Hauptstadt-Club ein paar Tage vorher festgestanden hatte. „Diesmal also folgt er nicht mir, sondern ich ihm“, beschreibt der „Chef“ das spezielle Verhältnis zum 28-Jährigen, den er vor gemeinsamen Rehdener Zeiten bereits bei Oberligist TB Uphusen trainiert hatte. „Aber einen wie Yannis würde jeder Trainer überall mit hinnehmen“, adelt er seinen Allrounder fürs Mittelfeld und alle Positionen auf der linken Seite.

Könnten nun noch weitere Akteure den Weg zum Verein mit der bundesweit größten Fußballabteilung antreten? Muzzicato „gehen da schon ein, zwei Namen durch den Kopf“, konkret wird er jedoch nicht: „Das würde ich erst mit den Verantwortlichen beim BSV besprechen.“ Denn er habe einen „Super-Draht“ zu Rehdens Club-Chef Friedrich Schilling und Sportvorstand Michael Weinberg, „denen ich sehr viel zu verdanken habe“. Dieses Verhältnis will er nicht aufs Spiel setzen, „denn man sieht sich immer zweimal im Leben.“

Erstmal hofft er aber auf eine möglichst lange und erfolgreiche Zeit in Berlin. Als Viktoria vor gut zwei Wochen nach der Entlassung von Chefcoach Jörg Goslar bei ihm anfragte, fühlte sich der 40-Jährige geehrt: „So ein Angebot erfüllt einen mit Demut, wenn man bedenkt, welche Ziele der Verein verfolgt.“ Zunächst könnte es Interimscoach Alexander Arsovic, künftig Muzzicatos „Co“, durch einen Sieg im Landespokalfinale gegen Tennis Borussia Berlin in den DFB-Pokal schaffen.

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