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„Bei uns wird sich einiges ändern“

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Kampf auf allen Ebenen – hier zwischen Rehdens Stefan Heyken (l.) und Mario Mandzukic. Vereinsboss Schilling ist stolz: „Wir haben klasse dagegengehalten“.

Rehden - Nach dem Spiel des Jahrhunderts bricht für den BSV Rehden eine neue Ära an – in vielerlei Hinsicht. Vorsitzender Friedrich Schilling genoss gestern den Tag nach dem mehr als respektablen 0:5-DFB-Pokal-Aus des Regionalligisten gegen Triple-Sieger Bayern München, doch der Unternehmer blickte bereits voraus. „Bei uns wird sich einiges verändern“, kündigte der 62-Jährige an.

Damit meinte er vor allem das von der Konkurrenz seit Jahren beachtete und oft kopierte „Rehdener Modell“, mit dem der Verein Spieler aus höheren Klassen in den Kreis Diepholz lotst. „Wir haben uns ein Netz aus Beratern aufgebaut und ihnen bisher gesagt, dass für uns nur Spieler infrage kommen, wenn es sich mit unserem Konzept ,Fußball und Arbeit‘ vereinbaren lässt.“ Schon viele Fußballer im fortgeschrittenen Alter haben diese Chance einer Berufsausbildung oder Fest anstellung bei Firmen aus Schillings Unternehmensgruppe oder Co-Sponsoren bereits genutzt. Bei Bryan Jordan und Younes Chaib, den beiden neuesten Verstärkungen, „machen wir jetzt eine Ausnahme“, kündigt der BSV-Boss an. Beide scheinen das Risiko wert zu sein. Chaib deutete bereits gegen Bayern mit seiner Schnelligkeit und Spielstärke an, dass er dem Regionalligisten helfen kann. „Dabei sind er und Bryan noch gar nicht hundertprozentig fit“, stellte Schilling klar.

Mit dem werbewirksamen Auftritt des BSV im Rücken („Wir haben klasse dagegengehalten“) erhofft sich der Ur-Rehdener weitere positive Nachwirkungen: „Es kann auch für die Zukunft dazu beitragen, dass sich ein Spieler eher für uns entscheidet.“

Oder gleich ein ganzer Verein – denn Schilling will mit dem gestiegenen Bekanntheitsgrad der Mannschaft den einen oder anderen Bundesliga-Club für Testspiele in die Waldsportstätten lotsen: „Werder muss ja nicht unbedingt nach Meppen oder Lohne, sondern kann doch auch zu uns kommen. Aber dafür brauchen wir eine leistungsstärkere Flutlichtanlage, und die wollen wir auch schaffen.“ Entsprechende fernsehtaugliche Lichtverhältnisse ermöglichen zudem andere Ereignisse: „Ein U 17-Länderspiel wurde uns ja schon zugesagt, aber wir stehen auch in Kontakt mit Sport1, der künftig ja mehr über die Regionalliga berichten will.“ Dies könnte das Interesse an den Schwarz-Weißen weiter befeuern – und an ihren Fanartikeln. „Den Merchandising-Bereich bauen wir weiter aus“, verriet Schilling: „Das Interesse vor dem Pokalspiel war riesig. Vor allem die ,Triple-Sieger-Bekrieger‘-Shirts kamen gut an.“

Doch zunächst müssen sich BSV-Stab und sein Kreativteam nach der geschlagenen Schlacht erstmal auf den Liga-Start einstellen. „Im Vorfeld des Pokalspiels mit so vielen organisatorischen Arbeiten ist vieles liegen geblieben – aber mehr war einfach nicht drin“, räumt Schilling ein: „Wir können uns nur bei den vielen Menschen entschuldigen, die bei uns wegen Dauerkarten oder VIP-Tickets angefragt und noch keine Antwort erhalten haben.“ Das holen die Ehrenamtlichen ab heute nach.

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Und ab morgen bereiten sich die Kicker auf den amtierenden Regionalliga-Vizemeister Havelse vor, der am Sonntag um 15 Uhr in den Waldsportstätten antritt. Trainer Predrag Uzelac gab seinen Kämpfern zwei Tage frei. „Es wird nicht leicht, das Bayern-Spiel aus den Köpfen zu kriegen“, ahnt der 47-Jährige, „aber jetzt ist erstmal die körperliche Regeneration angesagt“. Und dann „müssen wir gleich ein Zeichen setzen“, fordert Schilling: „Gegen Bayern stand das Verteidigen im Mittelpunkt, nun kommt es auch auf den Angriff an.“ Der BSV-Macher und Danny Arend als einer seiner Leistungsträger wissen jedoch, dass es erstmal nur um den Klassenerhalt geht: „Natürlich kann es passieren, dass man jetzt, nach dem Spiel unseres Lebens, in ein Loch fällt“, weiß Arend, der schon mit Eintracht Nordhorn (2008 gegen Werder) und den Sportfreunden Lotte (2009 gegen Bochum) DFB-Pokalschlachten geschlagen hat. „Aber wir haben viele erfahrene Leute und einen Trainer, der uns gut darauf einstellt“, sagt der Mittelfeldmann: „Die Vorbereitung war jedenfalls gut und hart genug.“ Kapitän Kevin Artmann wertete den Achtungserfolg als „Zeichen für die Liga und für die ganze Saison: Wenn wir weiter so als Mannschaft auftreten, haben wir unglaublich viel Qualität.“ · ck

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