Beckhams Kumpel kommt

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BSV-Boss Friedrich Schilling (li.) persönlich hieß gestern Nachmittag Neuzugang Bryan Jordan willkommen. ·

Rehden - Von Arne Flügge. Per Twitter hatte sich Bryan Jordan von seinen Fans verabschiedet. „An alle meine Freunde. Dies ist meine letzte Nacht in den USA. Ich werde für eine Weile weg sein“, schrieb der 27-jährige Offensivmann. Gestern Morgen um 8.45 Uhr schwebte Jordan nach einem 16-Stunden-Trip von Los Angeles über Chicago in Düsseldorf ein, wo er von einem Vertreter des BSV Rehden in Empfang genommen und in seine neue sportliche Heimat chauffiert wurde.

Jordan kickt künftig für den Regionalligisten BSV Rehden – und er hat eine besondere sportliche Vergangenheit. Von 2008 bis 2012 spielte er in der Major League Soccer (MLS) in den USA beim Promi-Club Los Angeles Galaxy – einige Jahre davon zusammen mit Superstar David Beckham. Zweimal wurde Jordan MLS-Cupsieger, er bestritt 56 Spiele in der MLS, zwei in der amerikanischen Champions League und ein U 23-Länderspiel für die USA.

Für Regionalliga-Verhältnisse ein Kaisertransfer, den Friedrich Schilling zusammen mit Jordans Berater Axel Dierolf eingefädelt hat. Zu dem Juristen hat der BSV-Boss ein „persönlich gutes Verhältnis, „und daher haben wir uns darauf verlassen, dass der Junge gut für uns ist, die richtige Einstellung mitbringt und uns weiterhilft“, sagte Schilling. Das will er, wie der Fußballer, der einen Jahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison erhält, beteuert: „Ich werde mein Bestes geben.“

Gesehen haben Schilling und Trainer Predrag Uzelac den Neuen bislang nur auf Videos. Keine unübliche Art in der Regionalliga, Spieler zu verpflichten. „Wir hatten ihn bereits vor einiger Zeit zum Probetraining eingeladen. Alles war gebucht, dann hatte sich Bryan verletzt“, berichtet Schilling.

Jetzt ist Jordan wieder fit, was ein ärztliches Attest belegt. „Dennoch haben wir überlegt, ob wir ihn holen wollen, weil wir ihn ja nicht gesehen hatten“, so der 62-Jährige: „Doch nach Gesprächen mit ihm und dem Berater sind wir dann das Risiko eingegangen, weil wir der Überzeugung sind, dass der Junge ein richtig guter Fußballer ist.“

Wer fünf Jahre auf höchsten Niveau bei L.A. Galaxy gespielt hat, sollte schon etwas auf dem Kasten haben. 2008 überzeugte Jordan den damaligen Galaxy-Coach Ruud Gullit in einem mehrwöchigen Probetraining mit anschließender Asien-Reise. Jordan erhielt seinen ersten Profivertrag. Zwar wurde er nie Stammspieler, avancierte aber unter Gullit und später auch unter Trainer Bruce Arena zum ersten Anwärter für eine Einwechslung. Oftmals stand er aber auch in der Startelf – und bekam von Superstar David Beckham des Öfteren nach Freistößen und Eckbällen aufgelegt.

2012, nach fünf Spielzeiten in Kalifornien, zog Galaxy die Option auf eine Vertragsverlängerung nicht. Jordan wechselte zu den San Antonio Scorpions in die zweite Liga. Dort wurde er aber nicht glücklich, auch ein Wechsel im Januar diesen Jahres zurück in die MLS, zu den San José Earthquakes, war nicht von Erfolg gekrönt. Jetzt versucht der 27-Jährige, der sowohl Rechtsaußen als aus rechter Verteidiger spielen kann und unheimlich schnell sein soll, sein Glück in Deutschland – in der vierten Liga, beim BSV Rehden.

Ob der Amerikaner am Montag im DFB-Pokal gegen die Bayern bereits zum Einsatz kommt, hielt Rehdens Trainer Predrag Uzelac am Dienstagabend nach dem Testspiel gegen Wilhelmshaven (1:0) für „eher unwahrscheinlich. Ich muss ihn erstmal kennenlernen, sehen, wie weit er ist.“

Zudem „müssen wir jetzt erstmal die ganzen Modalitäten wie Spielerlaubnis und so weiter klären“, ergänzte Vereins-Boss Schilling: „Kriegen wir das alles noch hin, liegt die Entscheidung natürlich beim Trainer.“

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