Rehdens Keeper patzt – und zieht die Notbremse / Heiligenfelde verdient sich 1:1

Becker die tragische Figur

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Bitterer Abgang: Das Trikot hat Tim Becker (li.) nach seiner Roten Karte bereits ausgezogen, marschiert frustriert auf die Ersatzbank. Trainer Maarten Schops ist not amused.

Heiligenfelde - Von Arne Flügge. Tim Becker war restlos bedient. Der Torwart von Fußball-Bezirksligist BSV Rehden II warf sich nach dem Abpfiff das Ballnetz über, schlurfte frustriert und geknickt Richtung Kabine – in dem Bewusstsein, einen Bock geschossen zu haben, der seiner Mannschaft im Auswärtsspiel beim SV Heiligenfelde zwei Punkte gekostet hatte. „Das ist ganz bitter“, seufzte der Keeper nach dem 1:1 (0:1).

Das Malheur passierte in der 74. Minute. Rehden II führte nach einem Tor von Tobias Grube (38.) lange Zeit mit 1:0, ehe Becker in den Mittelpunkt rückte. Beim Versuch der Spieleröffnung schoss der 21-Jährige völlig unbedrängt den Heiligenfelder Florian Jamer an, der Ball sprang zum eingewechselten Daniel Richter, der allein auf Becker zusteuerte und den Torwart umspielen wollte. Bei diesem Versuch holte der BSV-Keeper den Heiligenfelder von den Beinen. Und Schiedsrichter Marcel Thalmann (TSV Bramstedt) blieb nichts anderes übrig, als auf Elfmeter zu entscheiden und Becker wegen einer Notbremse vom Platz zu stellen. Es war bereits die zweite Rote Karte für den jungen Torhüter in dieser Saison. Und da Rehden keinen zweiten Keeper zur Verfügung hatte, ging Stürmer Steffen Winkler zwischen die Pfosten. Doch er hatte keine Chance: Roman Obst verwandelte sicher zum insgesamt auch verdienten 1:1 (75.).

„Ich hab’ den Ball nicht richtig getroffen, schieße so den Gegner an, und beim Versuch zu retten, bin ich dann zu spät gekommen“, beschrieb Becker die Situation: „Vielleicht hätte ich anders reagieren müssen, anstatt zu versuchen, von hinten herauszuspielen.“ Was sich Maarten Schops gewünscht hätte: „So etwas darf nicht passieren“, sagte Rehdens Trainer, „auch wenn Tim vielleicht nicht die klare Anspielstation gehabt hat. Das muss er anders lösen.“ Generell bemängelte der Ex-Profi, „dass wir im Moment einfach viel zu viele individuelle Fehler machen. Und das wird gnadenlos bestraft.“

Denn fußballerisch war seine Mannschaft dem Gegner vor allem in der ersten Halbzeit überlegen gewesen. Der SV Heiligenfelde, dem fast die komplette Offensivabteilung gefehlt hatte, machte das aber mit viel Laufbereitschaft und Einsatzwillen wett. „Wenn du versuchst, gegen Rehden mitzuspielen, dann hast du keine Chance“, sagte SVH-Trainer Frank Fischer, der sich mit einer kompakten Defensive die richtige Taktik zurechtgelegt hatte. „Wir haben nicht viel zugelassen“, meinte Fischer, „unser Torwart Patrick Hilbig hat nicht gerade heiße Finger bekommen.“ Und auf der anderen Seite setzten die Gastgeber die Nadelstiche. Doch die taten nicht weh, weil sowohl Joshua Brandhoff (37.) als auch Björn Isensee (61.) die besten Heiligenfelder Chancen nicht nutzten. Bis Tim Beckers Patzer in der 74. Minute den Platzherren doch noch den Ausgleich ermöglichte. „Und das 1:1 haben wir uns auch verdient, wir haben an uns geglaubt“, freute sich Fischer. Schops hingegen haderte nicht nur mit der Szene des Spiels: „Wir haben es nicht geschafft, nach dem 1:0 konsequent nachzulegen und den Sack zuzumachen.“

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