Rehdens Trainer moniert Mentalität gegen Aufsteiger Hannover: „Sauerei“

0:0 – Backhaus nervt der Eigensinn

Auffällige erste Halbzeit: Rehdens Josip Tomic (links, hier gegen Hannovers Dominic Vilches-Bermudez) hatte zwei Möglichkeiten und verteilte einige gute Bälle. Foto: Krüger

Rehden - Von Cord Krüger. Die Freude über ihren ersten Punkt der neuen Regionalliga-Saison hielt sich bei den Fußballern des BSV Rehden arg in Grenzen. Erstens, weil ihnen ein Torjubel weiterhin verwehrt blieb und sie nach drei Spielen noch keinen Treffer erzielt haben. Zweitens, weil ihnen vor eigener Kulisse in Gestalt des HSC Hannover ein nicht gerade überragender Aufsteiger ein 0:0 abknöpfte. Drittens, weil beide Mannschaften eine zweite Halbzeit zeigten, in der sie womöglich selbst gegen manchen Oberligisten Schwierigkeiten gehabt hätten. „Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen“, gestand Innenverteidiger Jakob Lewald, „aber über einige Strecken haben wir es gut gemacht. Unsere erste Halbzeit war gar nicht schlecht.“

Stimmt, doch von der zweiten Hälfte war sein Trainer Heiner Backhaus „sehr enttäuscht“. Bei einigen vermisste er die Mentalität – „und das ist gegenüber denjenigen, die sich in den Dienst der Mannschaft stellen, eine Sauerei“, schimpfte der 37-Jährige. Was er positiv empfand, klang wie eine Drohung: „Ich bin froh, dass ich mein Team jetzt dreimal innerhalb einer Woche unter Wettkampfbedingungen sehen durfte. Jetzt kann ich mir meinen Kader so zusammenstellen, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit anders auftreten.“

Die Frage nach der Einstellung wäre ihm in der Anfangsphase wohl kaum in den Sinn gekommen. Denn sein BSV hatte früh den Turbo angeworfen – mit einem schnellen Kamer Krasniqi in der Mittelfeldzentrale und einem dynamischen Tomislav Ivicic als Sturmpartner des erstmals in dieser Saison von Beginn an aufgebotenen Addy-Waku Menga (Bocar Djumo saß dafür auf der Bank). Neben Ivicic stellte auch Josip Tomic Hannovers Linksverteidiger Gürkan Öney vor einige Probleme. Den ersten Schuss aufs HSC-Gehäuse gab auch Tomic ab (knapp daneben/10.), auf der anderen Seite prüfte Martin Wiederhold nach einer Ecke von Torben Deppe Rehdens Torwart Nick Borgman (18.). Zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie für den bereits verwarnten Deniz Tayar schon beendet sein können, als er gegen Ivicic im Strafraum einen Ellbogencheck auspackte (15.).

Anschließend schlenzte Krasniqi aus der dritten Reihe haarscharf am langen Eck vorbei (23.). Keine zwei Minuten später der nächste feine Spielzug der Platzherren, doch eine Direktabnahme von Tomic nach Querpass von Ivicic begrub der frühere Schalker U 23-Keeper Sascha Algermissen unter sich (25.). Nach einer Flanke des für Quentin Fouley in die Startelf gerückten Shamsu Mansaray scheiterte der aufgerückte Lewald mit einem Geschoss aus acht Metern an Innenverteidiger Dominic Vilches-Bermudez (33.) – Rehden führte klar Regie, brachte sich aber durch Verzetteln in Einzelaktionen und unsaubere letzte Bälle um den Lohn für seine Laufarbeit. „Wir hatten mindestens fünf Umschalt-Momente, durch die wir in Überzahl kamen, dann aber immer wieder ins Dribbling gegangen sind“, ärgerte sich Backhaus: „Aber dribbeln musst du in Unterzahl – und spielen in Überzahl. Das lernt man schon in der E-Jugend.“

Dieser Egoismus hätte sich in Minute 43 fast gerächt, als Mohamed Darwish auf Almir Kasumovic flankte – doch der Ex-Rehdener schoss an den Querbalken. Die letzte Aktion des ersten Durchgangs hatte Ivicic per Flachschuss, den Algermissen aus dem unteren Eck kratzte (45.).

Auch 80 Sekunden nach Wiederanpfiff blieb Algermissen Sieger – diesmal bei einem Schuss von Menga. Kurz darauf klärte Lewald gegen Kasumovic (49.), Tayar köpfte bei der daraus resultierenden Ecke daneben. Danach brachten beide Seiten kaum noch etwas zustande – mit Ausnahme von Ivicics Solo vorbei an drei Hannoveranern hinter die Kette, dessen Abschluss – und Algermissens Parade (65.). Dem BSV fehlte es an Körpersprache, Präzision bei Standards und der nötigen Portion Gift im Spiel. Fünf Verwarnungen der teils rustikal zu Werke gehenden Gäste und keine Gelbe Karte auf Rehdener Seite sind da schon ein Indikator. HSC-Coach Martin Polomka, Bruder des früheren Rehdeners Marcel Polomka, klang fast entschuldigend, als er von einem „sehr zerfahrenen Spiel auf beiden Seiten“ sprach, dies aber auf die drei Partien des Liga-Neulings binnen nur einer Woche zurückführte. Ein Pensum, das auch Backhaus für seine Spieler als Entschuldigung teilweise gelten ließ.

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