Umstrittenes 1:1 in Wolfsburg

Ausgleichende Gerechtigkeit

Ein Treffer zählte, der andere nicht: Rehdens Santiago Aloi (2. v. r.) markierte bei Lupo Martini Wolfsburg das 1:1, das Kopfballtor von Addy-Waku Menga (r.) wurde wegen einer Abseitsstellung aber aberkannt. Foto: Krüger
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Ein Treffer zählte, der andere nicht: Rehdens Santiago Aloi (2. v. r.) markierte bei Lupo Martini Wolfsburg das 1:1, das Kopfballtor von Addy-Waku Menga (r.) wurde wegen einer Abseitsstellung aber aberkannt.

Wolfsburg – Bei weitem nicht alle seiner Trainerkollegen sehnen sich nach einem Video-Assistenten – doch Benedetto Muzzicato hätte am Samstag gern einen solchen Unparteiischen aus irgendeinem Keller zugucken lassen, als Addy-Waku Menga in Minute 83 per Flugkopfball in den Knick traf. „Addy kann gar nicht im Abseits gewesen sein“, beteuerte der Trainer des BSV Rehden nach dem Spiel beim Regionalliga-Schlusslicht Lupo Martini Wolfsburg. Doch Referee Kevin Rosin sah es anders, gab Mengas vermeintliches Traumtor zum 2:1 nach einer Maßflanke von Santiago Aloi nicht – und so blieb’s am Ende beim 1:1 (0:0) des BSV. Doch Muzzicato mochte nicht von verschenkten oder gar gestohlenen Punkten im Abstiegskampf sprechen, denn der Ausgleich durch Aloi (64.) war ebenfalls nicht ganz lupenrein: Den 30-Meter-Freistoß des Argentiniers konnte Lupos Torhüter Marius Sauß nicht festhalten, der Ball trudelte in Richtung Tor – und laut Signal des Schiedsrichter-Assistenten hinter die Linie. „Ich bin mir nicht sicher, ob Sauß ihn nicht doch davor von der Linie gekratzt hat“, gestand der BSV-Coach.

Zudem sprach er von einem „gerechten Unentschieden“, weil Hochkaräter auf beiden Seiten die Ausnahme blieben: „Wir selbst haben hinten nichts anbrennen lassen, es aber vorn nicht gecheckt, dass wir mehr über außen hätten kommen müssen. Stattdessen kamen viele Flanken in die Mitte – oder Addy wurde ins Laufduell geschickt. Aber Addy ist kein Sprinter mehr“, sagte der A-Lizenz-Inhaber über den 35-Jährigen.

Zu Beginn hatten die Rehdener hingegen Glück, dass die Wolfsburger aus des Gegners Ballverlusten kein Kapital schlugen. „Sie haben uns mit ihrem 4-5-1-System Probleme bereitet“, verdeutlichte Muzzicato.

Im ersten Durchgang blieb das noch ungestraft, sieben Minuten nach Wiederanpfiff jubelte jedoch der Aufsteiger: Alper Kara setzte sich auf der linken Seite gegen vier Rehdener durch, lief ein, zwang BSV-Torwart Philip Faderl zur Parade – doch der Vertreter des verletzten Stammkeepers Rico Sygo bugsierte den Ball vor die Füße von Leon Henze, der zum 1:0 abstaubte. Zwar erzwang Aloi noch das 1:1, doch insgesamt agierten die Gäste im Strafraum zu harmlos, monierte Muzzicato: „Unser altes Stigma haftet uns wieder an. In der Box treffen wir zu oft die falschen Entscheidungen. Nur ein Tor aus unseren letzten drei Spielen sagt eigentlich alles.“

Diesmal lag es unter anderem daran, dass Rehden seine schnellen Außenspieler Shinji Yamada auf der rechten Seite und Yannis Becker auf der linken zu selten einsetzte. Und dass der überraschend in die Startelf berufene Solomon Okoronkwo „ein Opfer seiner Mitspieler wurde“, fand Muzzicato: „Er hat unter der Woche mal wieder super trainiert, wurde kaum ins Spiel einbezogen.“

Für deutlich mehr Wirbel im Sturm sorgte der nach knapp einer Stunde für Quentin Fouley eingewechselte Shamsu Mansaray: „Er war da vorn mit seiner Schnelligkeit sehr auffällig“, lobte sein Coach.

Die letzten Sekunden musste Lupo dann noch zu zehnt überstehen, weil Nils Bremer in der 92. Minute wegen Meckerns die Ampelkarte gesehen hatte.  ck

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