Der BSV Rehden startet in die Regionalliga

Auf Kante genäht

Noch mehr als Anführer ist Pierre Becken (li.) in dieser Saison gefragt. Um Rehdens Routinier tummeln sich in der Abwehr einige neue Talente – wie hier Jan Roschlaub.
+
Noch mehr als Anführer ist Pierre Becken (li.) in dieser Saison gefragt. Um Rehdens Routinier tummeln sich in der Abwehr einige neue Talente – wie hier Jan Roschlaub.

Die achtwöchige Vorbereitung ist vorbei: Gegen den HSC Hannover zeigt sich erstmals, wie gut der BSV Rehden drauf ist. Das letztjährige Überraschungsteam der Fußball-Regionalliga Nord hat aber noch einige Baustellen.

Rehden – Endlich rollt wieder der Fußball in den Waldsportstätten. Endlich empfängt der Regionalligist BSV Rehden wieder Fans. Endlich können die Schwarz-Weißen beweisen, dass ihre bärenstarke Vorsaison (bis zum Abbruch Dritter) keine Eintagsfliege war. Obendrauf sind für Freitagabend um 19.00 Uhr auch noch 21 Grad und Sonnenschein angesagt. Alles perfekt also vor dem ersten Saisonspiel des BSV Rehden gegen den HSC Hannover?

Denkste!

„Wahrscheinlich habe ich nur 14 einsatzbereite Spieler“, ächzt Rehdens Fußballlehrer Andreas Golombek. Einige sind angeschlagen, aber vor allem ist der Kader noch nicht komplett, viel zu dünn besetzt. Die Aktivitäten auf dem Transfermarkt halten sich in Grenzen. „Es stockt noch ein bisschen“, nennt es Rüdiger Hoppe, seit einigen Wochen neuer Sportvorstand: „Wir wissen auch, dass wir noch was machen müssen.“ Bedarf gibt es noch im Sturm, im Mittelfeld und in der Abwehr. „Wenn wir in allen drei Bereichen noch einen richtig guten Fußballer finden, sind wir gut aufgestellt“, glaubt Hoppe. Das Transferkarussell wird also noch mal anspringen.

Vor ein paar Wochen war es schon mal ganz gut in Fahrt gekommen. Jedoch zunächst in die aus Rehden falsche Richtung. Leistungsträger wie Shamsu Mansaray, Miroslav Kovacevic, Rhami Ghandour oder Robert Obst sowie die Torhüter Galic Lukas Godula und Josip Galic machten den Abflug.

Zwei Routiniers und einige Talente

Ziemlich früh zogen die Rehdener Julijan Popovic an Land. Der 21-Jährige wechselte von Rot-Weiß Oberhausen in den Landkreis Diepholz. Popovic wurde bei Bayer Leverkusen an der Seite von Kai Havertz ausgebildet, überzeugt technisch sowie taktisch und gilt als beidfüßig. Er ist flexibel einsetzbar, am wohlsten fühlt er sich als Rechtsverteidiger. Für das defensive Mittelfeld dürften die Rehdener in Niklas Kiene ebenfalls eine Soforthilfe gefunden haben. „Wir sind froh, dass wir mit Niklas einen absoluten Führungs- und Mentalitätsspieler für uns gewinnen konnten“, betont Hoppe. Für den 29-Jährigen steht nun direkt ein besonderes Spiel an. Schließlich trug Kiene von 2017 bis 2021 das HSC-Trikot. Als zweiten Routinier verpflichteten die Schwarz-Weißen den polnischen Torwart Maciej Czyzniewski. Der 36-Jährige stand zuletzt in seiner Heimat beim Drittligisten Bytovia Bytow im Kasten.

Spannend wird zu sehen sein, wie schnell Czyzniewski und die Abwehrkette vor ihm zueinanderfinden. Da wird es auch auf die Erfahrung und die Führungsqualitäten von Pierre Becken ankommen. An der Seite des 33-jährigen Innenverteidigers soll der hochtalentierte Serkan Temin (20) weiter reifen. Und in Jan Roschlaub (20), kam vom Bonner SC, hat Golombek eine weitere Option in der Abwehrzentrale. Der fast Zwei-Meter-Mann spielte zuletzt beim Bonner SC, überzeugt mit starkem Kopfballspiel und ruhigem Passspiel. Den „Baby-Riegel“ komplettiert der 21-jährige Linksverteidiger Daniel Haritonov, zuletzt für Bayern Alzenau aktiv.

Golombek: „Wir müssen uns erst einmal finden“

„Bei unsereren vier jungen Neuzugängen merke ich von Woche zu Woche, dass sie unsere Spielphilosophie immer besser verstehen. Sie haben schon einen Riesen-Sprung nach vorn gemacht“, lobt Golombek. Potenzial hat sein Team zweifellos, allerdings fehlt noch etwas kreative Klasse und vor allem die Kadertiefe. „Wir müssen uns erst einmal finden“, betont der Trainer, der liebend gern wieder den dritten Tabellenplatz angreifen würde. Dafür müssten die letzten Transfers aber Volltreffer werden.

Quarantäne erschwert Vorbereitung des HSC

Es wird für beide Seiten ein absoluter Kaltstart, wenn am Freitagabend um 19.00 Uhr der BSV Rehden zum Auftakt der neuen Regionalliga-Nord-Saison (Staffel Süd) den HSC Hannover empfängt. Schließlich liegt das letzte Pflichtspiel mehr als neun Monate zurück. „Das erste Spiel wird für alle Teams in der Liga unangenehm“, glaubt Rehdens Trainer Andreas Golombek. Nach der langen Pause bestünden etliche Fragezeichen. Während Golombeks Team zum Abbruch der Vorsaison auf einem starken dritten Platz stand, belegte der HSC den vorletzten Rang. Der Klassenerhalt hat für die Mannschaft von Trainer Martin Polomka absolute Priorität. Für den Coach kam nun in der Vorbereitung erschwerend hinzu, dass es Mitte Juli drei Corona-Fälle beim HSC gab, weshalb gleich 14 Spieler bis Anfang August in die Quarantäne mussten. Seit Anfang August befindet sich auch Offensivspieler Addy-Waku Menga wieder im Rehdener Mannschaftstraining. Nach seinen hartnäckigen Syndesmose-Problemen ist es aber fraglich, ob der 37-Jährige bereits gegen den HSC mitwirken wird. Zudem plagen sich Außenbahnspieler Jaroslaw Lindner und Mittelfeldtalent David Kinner mit Knöchelproblemen herum.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Das „brutale Knacken“ lässt Böses erahnen

Das „brutale Knacken“ lässt Böses erahnen

Das „brutale Knacken“ lässt Böses erahnen

Kommentare