Anschlusstor sorgt für Spannung

Rehden nach 1:3 gegen Drittligist Osnabrück raus aus Pokal

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Rehdens Innenverteidiger Michael Wessel rückt hier bei einer Ecke mit auf und übersteigt Osnabrücks Marcel Appiah um Längen – doch sein Kopfball rauscht am VfL-Gehäuse vorbei. Am Ende unterlag Wessels Regionalligist BSV Rehden dem Drittligisten mit 1:3.

Rehden - Von Cord Krüger. Natürlich war dieses Aus des BSV Rehden im Niedersachsenpokal-Achtelfinale zu erwarten – ebenso wie die Tatsache, dass der Regionalligist selbst in seinen eigenen Waldsportstätten gegen Drittligist VfL Osnabrück kein echtes Heimspiel haben würde.

Dafür sorgten die gut 600 mitgereisten Fans mit ihrer schicken Choreografie und bester Stimmung. Aber ihr ganz großer Jubel blieb am Mittwochabend nach dem 3:1 (2:0)-Sieg aus – dafür hatte der BSV die Profis vor allem in der zweiten Halbzeit doch zu sehr in Bedrängnis gebracht.

„Aber unsere Probleme lagen in der ersten Halbzeit“, ärgerte sich Kevin Artmann, dem nach der Pause das zwischenzeitliche 1:2 gelungen war. „In der zweiten Hälfte lief es besser, wir hatten mit einer oder zwei Chancen Pech – doch man kann hier ganz anders ausscheiden.“ BSV-Trainer Wolfgang Schütte wurmten die Gegentore, „die wir uns teils selbst eingeschenkt haben. Nach der Pause sind wir besser ins Spiel gekommen und waren ein ebenbürtiger Gegner.“

Mutig in der Anfangsphase

Wie angedeutet, hatte er beide seiner Ex-Profis mit Osnabrücker Vergangenheit in der Startelf aufgeboten: Francky Sembolo an seinem 32. Geburtstag und Addy-Waku Menga. Mutig – mit zwei etatmäßigen Stürmern gegen den haushohen Favoriten! Menga agierte aber eine Station hinter Sembolo und gab den Zehner. „Wir wollten ein bisschen lauern und schnell durch die Schnittstellen spielen“, erläuterte Menga den Plan. 

Als größte Überraschung brachte Schütte aber Rehdens Eigengewächs Philip Kürble von Beginn an – und der erst 18-Jährige legte eine solide Partie hin. „Es hat echt sehr viel Spaß gemacht“, strahlte der Startelf-Debütant, der zu Beginn als Rechtsaußen nur einen Atemzug weit vom VfL-Fan-Block ackerte. 

„Da hat man schon einige Sprüche zu hören bekommen, aber ich habe mich trotzdem gut gefühlt.“ Nach einer Viertelstunde tauschte er mit Linksaußen Marko Stojanovic, „und auch das hat er ordentlich gemacht“, lobte Schütte den Vertreter des grippekranken Corvin Behrens: „Philip hat heute auf keinen Fall enttäuscht.“

Erste Chance für die Osnabrücker

Die erste Chance vergab allerdings ein Osnabrücker – nämlich Halil Savran, als er nach einem Steilpass von Christian Groß durch Rehdens Abwehr spurtete, aber von halbrechts knapp vorbei zielte (10.). Drei Minuten später der erste Aufreger im Strafraum gegenüber, als Menga fiel und Elfmeter forderte – doch er hatte gegen Konstantin Engel nicht geschickt genug eingefädelt. 

Rehdens Julian Stöhr (r.) überzeugte als Linksverteidiger, musste am Ende aber einem dritten Stürmer weichen.

Die Platzherren hielten zunächst gut dagegen – doch plötzlich jubelte der VfL-Anhang: Marc Heider setze sich über links gegen Augustino Canzian da Silva durch und traf per Flachschuss ins lange Eck (17.). Torwart Philip Faderl bewahrte den BSV per Glanzreflex aus kurzer Distanz gegen Ahmet Arslan vor dem 0:2 (22.) und hielt auch den nächsten Schuss von Bashkim Renneke (25.). 

Der Regionalligist konterte schnell, Kürble zielte nach einem Alleingang aber genau auf Schlussmann Marius Gersbeck (28.). Osnabrück setzte diesen Offensivbemühungen ein nun robusteres Abwehrverhalten entgegen, Sembolo legte sich deshalb mit Marcel Appiah an, „aber so spielt ein Drittligist“, stellte Schütte klar.

Ballverlust führt zum schnellen Gegentor

Kurz vor der Pause parierte Faderl noch gegen Marcos Alvarez (43.), musste jedoch 60 Sekunden später hinter sich greifen. Alles begann mit dem Ballverlust von Linksaußen Marko Stojanovic gegen Halil Savran, der passte zu Groß, dessen Diagonalball wiederum nutzte Renneke von links zum 2:0. Kurz darauf humpelte Sechser Lennart Madroch mit einer Oberschenkelzerrung vom Platz – für ihn kam Kevin Artmann.

Zur Pause wechselte Schütte erneut, „denn bei einem 0:2 musst du ja reagieren“, begründete der A-Lizenz-Inhaber. Er brachte Abdullah Dogan für Kürble – und der prüfte Gersbeck kurz darauf von rechts mit Rehdens bis dahin bester Chance (51.). Besser machte es Artmann mit einer feinen Direktabnahme nach Zuspiel von Kai Bastian Evers – 17 Meter vor dem Tor, was Gersbeck völlig überraschte (65.)!

Rehden-Treffer bringt zweite Luft

„Das Ding von Basti kam super, ich habe spekuliert und hatte Glück – aber das gehört auch dazu“, beschrieb Artmann seinen Treffer. Nun schien alles wieder offen. Faderl musste erst wieder in Minute 74 gegen Steffen Tigges eingreifen und hielt mit der Parade die Spannung hoch. Schütte riskierte alles, warf in Hugo Magouhi einen dritten Stürmer rein. 

Doch in der Schlussphase nutzte der VfL den Freiraum, der sich durch die Auswechslung von Linksverteidiger Julian Stöhr für Magouhi ergab. Tim Danneberg verwertete eine Rechtsflanke von Nazim Sangare zum 3:1 (87.) – aus der Traum für Rehden. „Es ist schade, dass wir nicht mehr im Pokal sind – aber Niederlagen gehören zum Spiel“, nahm es Menga sportlich.

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