Artmann will Klarheit in der Trainerfrage

„Wir hängen in der Luft“

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Kevin Artmann

Rehden - Winterpause. Endlich. Nach einem turbulenten zweiten Halbjahr haben sich die Fußballer von Regionalligist BSV Rehden am Samstag in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. Im Interview lässt Kapitän Kevin Artmann die vergangenen Monate Revue passieren, zieht eine persönliche Bilanz – und ruft den Abstiegskampf aus.

Herr Artmann, sind Sie froh, dass jetzt erstmal Pause ist?

Kevin Artmann (30): In gewisse Weise schon, denn jetzt hat der Verein Zeit, in einige Dinge Klarheit und Ruhe reinzubringen. Ich gehe davon aus, dass jetzt die wichtigen Sachen erledigt und auch entschieden werden.

Welche meinen Sie?

Artmann: Das Thema Trainer war doch jeden Tag in der Kabine präsent. Wir alle stellen uns die Frage, wer es wird, wer in Frage kommt und wer nicht. Wir wollen schon zeitnah wissen, wie und mit wem es weitergeht. Wir hängen da schon ein wenig in der Luft.

Zumal die vielen Nebengeräusche in den letzten Monaten die Mannschaft ohnehin ein Stück verunsichert haben.

Artmann: Die Mannschaft hat in der Tat mit vielen Situationen klarkommen müssen. Und es war wirklich bitter, dass Trainer Alexander Kiene gegangen ist. Doch die Vorkommnisse dürfen jetzt nicht dafür herhalten, dass wir nicht mehr die Leistungen gebracht haben, die wir abliefern können. Natürlich ist viel Unruhe auch in die Mannschaft getragen worden. Doch wir müssen das ausblenden können, wenn wir auf dem Platz stehen.

Die Tabelle ist ein bisschen schief, weil noch viele Mannschaften, die hinter dem BSV Rehden stehen, einige Nachholspiele haben. Befindet sich Ihre Mannschaft im Abstiegskampf.

Artmann: Selbstverständlich, dass steht außer Frage. Wir befinden uns im Abstiegskampf. Goslar hat uns jetzt schon überholt, Hildesheim beispielsweise hat noch mehrere Nachholspiele und kann uns auch noch einholen. Davor sollten wir die Augen nicht verschließen. So ehrlich müssen wir sein. Und wenn wir nicht gut ins neue Jahr starten, kann es tatsächlich brenzlig werden. Es ist aber auch gleichzeitig Motivation, in der Wintervorbereitung voll Gas zu geben und von Beginn an zu marschieren. Wichtig ist, wie gesagt, dass wir jetzt schnell einen neuen Trainer bekommen. Dass wir wissen, wie und mit wem es weitergeht.

Vereinsboss Friedrich Schilling wird nach seinem Herzinfarkt sicher auch kürzer treten.

Artmann: Das muss er auch, denn die Gesundheit ist das oberste Gut. Erstmal freue ich mich, dass er so schnell wieder auf die Beine gekommen ist. Friedrich wird aber sicherlich kürzer treten müssen. Und dann müssen wir sehen, wie die Aufgabenfelder verteilt werden.

Sie selbst waren lange verletzt, sind zuletzt sporadisch zum Einsatz gekommen.

Artmann: Ich werde die Zeit jetzt nutzen, um wieder richtig gesund zu werden. Ich war quasi seit September verletzt. Ich hatte ja schon häufiger Phasen, in denen ich länger ausgefallen bin. Das nervt aber irgendwann und geht auch auf die Psyche. Denn Fußball ist mein Leben. Und wenn du nicht das machen kannst, was dir Spaß macht, dann fehlt dir etwas. Zumal es lange gedauert hat, bis ich die endgültige Diagnose bekommen habe.

Und die lautet?

Artmann: Ein Nerv in der Leiste ist kaputt. Das nennt sich dann Nervirritation. Für Freitag habe ich einen Termin bei Dr. Krüger in Berlin, um mich operieren zu lassen. Und wenn alles gut läuft, kann ich mit Beginn der Vorbereitung wieder voll einsteigen.

flü

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