Artmann warnt: „In Uphusen erwartet uns ein Krieg“

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Auf geniale Momente wie diesen, in dem Kevin Artmann renommierte Gegner wie HSV-Routinier Patrick Owomoyela tunnelt, müssen Rehdens Fans vorerst verzichten. Der verletzte BSV-Kapitän fordert vor dem Halbfinale: „Es geht nur über den Kampf!“

Rehden - Von Cord Krüger. Seine erste Saison für den BSV Rehden begann für Kevin Artmann nach Maß: Kaum vom FC Oberneuland angekommen, trug der Mittelfeld-Stratege schon die Kapitänsbinde. Damit führte er sein neues Team gleich im DFB-Pokal-Kracher gegen Bayern München aufs Feld.

Drei Wochen später schoss er den BSV im Niedersachsenpokal ins Halbfinale, in der Regionalliga verpasste die Schlüsselfigur bisher nur sechs Spiele. Doch nun hat es Rehdens Vorzeige-Kämpfer böse erwischt: Artmann fällt mit Außenbandriss im linken Knöchel aus – ausgerechnet vor dem NFV-Pokal-Halbfinale am Ostermontag. Im Interview verdeutlicht er die Brisanz der Partie ab 15 Uhr bei Oberligist TB Uphusen und appelliert an seine Kollegen, zusammenzurücken.

Herr Artmann, wie geht es Ihnen?

Kevin Artmann (27):Es geht schon. Meine Schmerzen sind nicht die Welt. Aber der Zeitpunkt dieser Verletzung ist natürlich mega-schlecht. Ohne dieses so wichtige Pokalspiel vor der Brust wäre ich deutlich entspannter. Der Einzug ins Finale und damit in den DFB-Pokal würde für den Verein eine erhebliche Absicherung bedeuten – nicht nur finanziell. Es würde helfen, für die neue Saison den einen oder anderen Spieler zu uns zu locken und gäbe Planungssicherheit, die Infrastruktur des Clubs weiter auszubauen. Ein Weiterkommen hängt zwar nicht allein von meiner Wenigkeit ab, aber wir haben im Moment echt zu viele, die ausfallen. Die Mannschaft muss jetzt noch enger zusammenrücken.

Wer fehlt jetzt besonders?

Artmann:Das fängt bei unserem Torwart Milos Mandic mit seinem Meniskusschaden an, aber auch die schweren Verletzungen von Viktor Pekrul und Dominic Krogemann in der Abwehr oder die von Daniel Gunkel auf der Sechs treffen uns hart. Ganz vorn hinterlässt Alexander Neumann eine Lücke. Der hatte zwar zuletzt vor seinem Muskelfaserriss eine Ladehemmung, aber mit Blick auf seinen vollen Einsatz war ihm nie was vorzuwerfen.

Was bedeutet das für die, die noch fit sind?

Artmann:Die verbale Präsenz wird jetzt wichtiger, und da muss jeder vorweg gehen, die anderen wachrütteln und aufmuntern. Am Anfang der Saison war das vielleicht noch nicht so wichtig, da lief vieles scheinbar so leicht. Aber im Moment ist unsere Lage extrem krass.

Wen nehmen Sie als „Vorweg-Geher“ besonders in die Pflicht?

Artmann:Stefan Heyken als Abwehrchef macht das bereits, bei manchen anderen merkt man aber, dass das nicht so ihre Sache ist. Michael Wessel in der Innenverteidigung und Danny Arend in der Offensive gehören spielerisch zu unseren Wichtigsten. Aber darüber hinaus könnten sie auch mit mehr Ansagen andere mitziehen. Wenigstens für dieses eine Pokalspiel sollten sie über ihren Schatten springen. Denn in Uphusen erwartet uns ein Krieg.

Das klingt martialisch. Wie sieht da der Rehdener Schlachtplan aus?

Artmann:Unser Gegner hat nicht zufällig den SV Wilhelmshaven und den SV Meppen aus dem Pokal geworfen. Da wird es für uns nicht reichen, sie nur bespielen zu wollen, sondern es geht viel über den Kampf. Ohne hundertprozentige Überzeugung gewinnen wir da nicht. Einiges hängt von der Leidenschaft und Stimmung ab. Wir müssen vom Anpfiff bis zum Abpfiff voll da sein.

Und Sie werden – als Zuschauer – natürlich auch da sein, oder?

Artmann:Auf jeden Fall!

Wie können Sie als bisheriger Antreiber sonst von außen mithelfen?

Artmann:Na ja, ich werde jetzt öfter beim Training aufschlagen als vielleicht sonst, wenn man einen dicken Fuß hat und nicht mitmachen kann. Ich hoffe, dass ich den Jungs klarmachen kann, dass sie sich positiv motivieren und sich Mut zusprechen sollen. Den anderen mit negativen Dingen zu konfrontieren, bringt in dieser beschissenen Situation jetzt überhaupt nichts.

Nach Ihrer Verletzung am Sonntag gegen Meppen haben Sie noch eine gute halbe Stunde weitergespielt. Machen Sie sich Vorwürfe, dass diese Belastung Ihre Verletzung womöglich verschlimmert hat?

Artmann:Darüber habe ich hinterher auch nachgedacht. An der Verletzung hat das aber nichts geändert, denn ich hatte das Knacken im Knöchel ja deutlich gehört. Ich mache mir nur Vorwürfe, dass ich danach Marius Winkelmann und Josip Tomic auf der Doppel-Sechs nicht in der Defensive helfen konnte. Darunter hat unser Spiel gelitten – und vielleicht hätten wir mit einem frischen Mann gewonnen. Das hätte ich gewollt.

Apropos Willen: Nachdem Sie mit Ihrem Tor im Viertelfinale gegen Cloppenburg dieses Halbfinale erst ermöglicht hatten, sagten Sie mit Blick auf den NFV-Pokal: „Jetzt will ich das Ding auch haben!“ Wie stehen Rehdens Chancen jetzt?

Artmann:Da darf ich die Jungs nicht zu sehr unter Druck setzen. Jetzt geht es erstmal nur um dieses Halbfinale, das uns den DFB-Pokal-Einzug sichert – falls wir gewinnen. Aber wenn alle diese Mannschaftsleistung aus der zweiten Halbzeit gegen Meppen abrufen, können wir es in Uphusen schaffen. Die, die sonst eher in der zweiten Reihe standen, haben am Sonntag auf sich aufmerksam gemacht. Ich hoffe, dass sie das auch am Ostermontag tun.

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