Artmann lobt das Kollektiv – und Kiene

„Ich hoffe, dass viele bleiben“

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Kevin Artmann

Flensburg - Er sah bemitleidenswert aus. Zwölf Minuten vor Schluss trabte Kevin Artmann vom Platz, klatschte den für ihn eingewechselten Malte Grashoff ab und ließ sich mit geschlossenen Augen auf die Bank sinken. Klar, seine 77 Minuten hatten Spuren beim Kapitän des BSV Rehden hinterlassen. Doch die neun Monate vorher gingen deutlich mehr an die Substanz. Ambitioniert gestartet, abgestürzt im Abstiegssumpf, Trainerwechsel, dann die Wahnsinns-Serie von zehn Spielen ohne Niederlage im neuen Jahr, Nervenflattern bis gestern – das alles fiel jetzt von ihm ab.

„Es war viel Anspannung dabei“, gestand Artmann: „Nach zwölf Punkten in der Hinrunde und 15 zum Jahresende hatten uns die meisten doch schon abgeschrieben. Es war ein Wahnsinns-Druck, der auf uns gelastet hat.“ Nur ungern erinnert er sich an die letzten drei Spiele 2014 zurück. „Drei Unentschieden, aber zwei Mal haben wir bis kurz vor Schluss geführt. Das musst du erstmal wegstecken“, verdeutlichte der Mittelfeldantreiber. „Dann startest du mit einer 3:1-Führung gegen Eintracht Braunschweig II ins neue Jahr, glaubst das gar nicht – und kassierst noch die Tore zum 3:3“, schilderte er die Achterbahnfahrt der Gefühle. Ähnlich haarsträubend: „Unser 0:1-Rückstand gegen den Tabellenletzten FT Braunschweig eine Woche später – aber wir haben es geschafft.“ Rehden schlug den Letzten noch mit 2:1 – der Auftakt zur Aufholjagd: „Ein Riesenkompliment an die ganze Mannschaft“ verteilte Artmann in der Stunde der Rettung, aber auch an Alexander Kiene: „Der Trainer hat das klasse gemacht, uns immer perfekt eingestellt, jedes Spiel analysiert, uns unsere Fehler aufgezeigt. Es war nicht angenehm, sich stundenlang diese Videos anzusehen – aber man sieht, es hat genutzt. Der Trainer hat jeden von uns besser gemacht.“

Zudem dürfe niemand vergessen: „Er stand vor einer unlösbaren Aufgabe, aus uns und den Winter-Neuzugängen ein Team zu formen. Dass jeder von uns Qualität hat, war vorher schon klar. Aber wir haben spätestens jetzt bewiesen, dass Fußball immer noch ein Mannschaftssport ist.“

Der runderneuerte BSV im Jahr 2015 sei „sehr schnell zusammengewachsen“, staunte Artmann noch gestern: „Dass es auch unzufriedene Spieler gab, ist normal. Aber jeder hat sein Ego zurückgeschraubt und war da, wenn er gebraucht wurde.“ Diesen Zusammenhalt sah er als den „entscheidenden Vorteil“ gegenüber den anderen Mannschaften: „Es geht nicht, wenn du 18 Egoisten hast, sondern alle müssen füreinander da sein. Das war das Ausschlaggebende. Die Jungs sind alle klasse – und ich hoffe, dass so viele wie möglich bleiben“, wünscht sich der Kapitän mit Blick auf die Vertragsverhandlungen, die nun nach dem Klassenerhalt endlich beginnen können.

ck

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