Backhaus vermisst Mut

„Angst essen Seele auf“: Rehden verliert zum Auftakt unglücklich gegen Kiel II

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Kein Tor! Nach einem Kopfballduell zwischen Rehdens Bocar Djumo und einem Kieler schien der Ball die Torlinie überquert zu haben. Doch der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. Somit blieb es beim 1:0 für die Kieler.

Rehden - Von Daniel Wiechert. Als der Abpfiff ertönte, schien Quentin Fouley in Schockstarre zu verfallen. Die Arme in die Hüften gestemmt, bewegte er sich keinen Zentimeter mehr. Der Blick ging ins Leere. So wirklich schien der Mittelfeldspieler nicht verstehen zu können, wie sein BSV Rehden soeben mit 0:1 (0:0) gegen Holstein Kiel II hatte verlieren können. Und damit war er nicht alleine. Der Fußball-Regionalligist war im ersten Saisonspiel das bessere Team gewesen, stand aber durch den Treffer von Philipp Sander in der 76. Minute mit leeren Händen da. „Das Ergebnis drückt auf die Stimmung“, gab Heiner Backhaus nach seinem ersten Spiel als BSV-Trainer zu: „Wir hätten das Spiel gewinnen können, wir hatten die klareren Chancen.“ Mit der Darbietung seiner Mannschaft war der 37-Jährige trotz des Chancenplus‘ nicht einverstanden: „Ich sehe mich als erster Fan meines Teams. Und ich will immer ein Team sehen, das mutig spielt.“ Das sei gegen Holstein nicht der Fall gewesen. Um das Gesehene einzuordnen, meinte Backhaus noch frei nach Rainer Werner Fassbinders Filmklassiker: „Angst essen Seele auf.“

Sein Gegenüber wusste, dass der Auswärtssieg schmeichelhaft zustande gekommen war. „Wir hatten hinten heraus einen sehr guten Torwart und auch das Glück auf unserer Seite“, bilanzierte „Störche“-Coach Ole Werner.

In den Anfangsminuten hatten beide Teams Schwierigkeiten, ihren Rhythmus zu finden. Ballverlust reihte sich an Ballverlust, von einem geordneten Aufbauspiel konnte auf beiden Seiten keine Rede sein. Die erste Torannäherung hatten die Rehdener zu verzeichnen. Neuzugang Bocar Djumo zog im Strafraum aus halbrechter Position ab, doch sein Linksschuss war leichte Beute für Kiels Keeper Timon Weiner. Neben Djumo standen in Keeper Nick Borgman, Abwehrspieler Rhami Ghandour sowie den Mittelfeldakteuren Dominic Cyriacks, Kamer Krasniqi, Omar Pasagic und Marco Kaffenberger gleich sieben Neue in Rehdens Startelf. Kein Wunder, dass noch nicht alle Automatismen griffen.

Nach 13 Minuten hätten die Gastgeber einen Elfmeter bekommen können, als Barne Pernot Rehdens Stürmer Tomislav Ivicic im Sechzehner über den Haufen gerannt war, doch die Pfeife von Schiedsrichter Daniel Fleddermann blieb stumm. Den ersten schönen Spielzug bekamen die Zuschauer in der 36. Minute zu sehen: Fouley schickte Kaffenberger auf rechts, bei der folgenden Flanke bekam Pasagic allerdings nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball. Kurz vor dem Pausenpfiff flog ein Fouley-Freistoß aus dem linken Halbfeld in Kiels Strafraum, Jakob Lewald touchierte den Ball, ehe das Spielgerät an die Latte klatschte.

Nach der Pause hatte Rehden weiterhin die besseren Möglichkeiten. Nach einem Doppelpass mit Ivicic gelangte Pasagic links zur Grundlinie durch, passte zurück an die Strafraumgrenze, doch der eingewechselte Josip Tomic zielte mit der Innenseite zu unplatziert (64.). Zehn Minuten später hätte das 1:0 für Rehden fallen müssen. Doch nach starkem Pass von Krasniqi schob Ivicic freistehend vor Weiner den Ball um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Das rächte sich. Kiels Sander nutzte einen Blackout des eingewechselten Moussa Salifou und traf aus sieben Metern ins kurze Eck – 1:0 (76.). Rehden gab nicht auf, doch der Ball wollte nicht ins Tor. Erst entschärfte Weiner Fouleys Dropkick (80.), dann war Kiels Torwart nach einem Schuss von Joker Addy-Waku Menga zur Stelle (88.). In der Nachspielzeit dann der große Aufreger: BSV-Stürmer Djumo schraubte sich nach einer Ecke hoch, der Ball wurde länger und länger und schien am rechten Pfosten längst die Torlinie überquert zu haben. Die BSV-Fans jubelten, doch das Schiedsrichter-Gespann um Fleddermann hatte es anders gesehen, ließ weiterspielen. „Der Ball war hinter der Linie“, meinte Rehdens Verteidiger Tobias Esche, der eine gute Sicht auf die Szene hatte. Doch es half nichts: Am Ende stand ein 0:1. „Das Ergebnis spiegelt nicht das Spiel wider“, seufzte Backhaus.

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