Das alte Leid im Ammerland

Nur Salifou trifft für verbesserte Rehdener – 1:2 in Jeddeloh

Tim Rieckhof riecht den Braten: Hier setzt sich Rehdens Linksaußen gegen Shaun Minns (rechts) durch und leitet das 1:1 ein. Doch Rechtsverteidiger Minns wiederum bereitete wenig später das 2:1 für den SSV Jeddeloh vor. Dabei blieb es. - Foto: Krüger
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Tim Rieckhof riecht den Braten: Hier setzt sich Rehdens Linksaußen gegen Shaun Minns (rechts) durch und leitet das 1:1 ein. Doch Rechtsverteidiger Minns wiederum bereitete wenig später das 2:1 für den SSV Jeddeloh vor. Dabei blieb es.

Jeddeloh - Von Cord Krüger. In der Nachspielzeit hielt es Rico Sygo nicht mehr hinten, er rannte mit nach vorn. Der Torhüter des BSV Rehden wollte bei der letzten Ecke den Lucky Punch probieren und vielleicht doch noch irgendwie einen Punkt ergattern. Doch der Ball von Ronaldo Felix jr. blieb wirkungslos – wie alle Offensivaktionen des Brasilianers am Samstag beim bisherigen Regionalliga-Vorletzten SSV Jeddeloh. Er schoss in die Abwehr, bekam den Ball zurück, verdribbelte sich, fiel hin. 

Jeddeloh konterte, Connor Gnerlich schoss aufs leere Gehäuse – doch Sygo war zurückgesprintet und faustete die Kugel aus dem kurzen unteren Eck ins Aus. So blieb es beim 1:2 (0:1), der fünften Niederlage des BSV im achten Saisonspiel. Zum fünften Mal knapp mit nur einem Tor Unterschied. Doch Jeddeloh war nicht um dieses eine Tor besser. Im Gegenteil.

Mit dieser spielerischen Überlegenheit gegen die teils ziemlich fahrigen Ammerländer hätte Rehden nie verlieren dürfen. Doch die Gastgeber traten als Mannschaft auf und retteten den Sieg im Kollektiv. Und eine Mannschaft ist der BSV Rehden noch nicht. „Es war ein gutes Spiel, wir waren besser als zuletzt, aber uns fehlt die Balance“, bilanzierte Trainer Benedetto Muzzicato hinterher – und fügte an: „Das ist verständlich bei 18 Neuzugängen.“ 

Rehden bekommt einen neuen Stürmer

Ein 19. soll in dieser Woche in den Waldsportstätten aufschlagen. Der ersehnte neue Stürmer, den Rehden bestens gebrauchen kann, wie auch Keeper Sygo am Samstag aus seinem Strafraum beobachtet hatte: „Wir sind zu ungefährlich.“ Muzzicato stimmte zu: „Wir machen es gut – bis zur Box. Dort treffen wir noch immer die falschen Entscheidungen.“

Allerdings kreierte sein Team im Duell zweier sichtlich verunsicherter Mannschaften deutlich mehr als in den beiden vorherigen Partien zusammen, kombinierte schnell nach vorn (über den flinken Rechtsaußen Mohammed Salifou und den nach seiner Zerrung genesenen Zehner Addy-Waku Menga), rückte energischer nach, holte Standards. Linksaußen Tim Rieckhof sorgte bei Jeddelohs Rechtsverteidiger Shaun Minns für Vollbeschäftigung, setzte sich nach einer Viertelstunde gegen zwei SSV-Akteure durch, bediente Francky Sembolo im Torraum, doch Torwart Christian Meyer reagierte stark. 

Und plötzlich lagen die Gäste zurück – nach der ersten Chance der Ammerländer: Julian Bennert flankte auf Kasra Ghawilu – und dessen Kopfball schlug im langen Eck ein (23.). „Ein Sch. . .-Tor“, ärgerte sich Sygo: „Das Ding geht genau in den Winkel.“ Björn Lindemann zielte anschließend knapp zu hoch (30.) – das war es an Hochkarätern des ersten Durchgangs.

Ohne Sommervorbereitung musste Kalinowski pausieren

Zur Pause musste Muzzicato wechseln, weil der Kreislauf des bis dato überzeugenden Innenverteidigers Kevin Kalinowski streikte. „Er hat das gut gemacht, aber diese Tage von Null auf Hundert ohne Sommervorbereitung waren zu viel für ihn“, erklärte sein Coach. Für den 24-Jährigen kam Jakob Lewald, der sich nahtlos in die solide Abwehr einfügte. „Mit beiden Viererketten vor und nach der Pause bin ich zufrieden“, unterstrich der BSV-Coach. Sygo sah es ähnlich: „Wir lassen nicht viel zu.“ 40 Sekunden nach Wiederanpfiff musste er sich allerdings ganz lang machen, um einen Schuss von Lindemann zur Ecke zu lenken. 

Auf der anderen Seite zwang Hohnstedt per Kopf nach Flanke von Shinji Yamada Meyer zur Glanzparade (48.). Doch acht Minuten später jubelte der BSV: Rieckhof setzte sich gegen Minns durch, flankte auf den zweiten Pfosten, Sembolo köpfte in die Mitte, Salifous erster Versuch landete am Pfosten, doch im Nachsetzen hämmerte er die Kugel unter den Querbalken – 1:1! „Für den Jungen freut es mich riesig“, sagte Muzzicato über den 19-Jährigen, der im Jubel zuerst auf ihn zulief und seinem Trainer in die Arme sprang.

Rehden agierte nun selbstbewusster, fing sich aber einen verhängnisvollen Konter: Eine Rechtshereingabe von Minns drückte Ghawilu per Direktabnahme mit links zum 2:1 hinter die Linie (62.). „Danach haben wir natürlich höher gestanden, sodass Jeddeloh die eine oder andere Chance hatte“, schilderte Sygo. Eine davon vereitelte er gegen Lindemann (70.). Rehdens beste Möglichkeit der Schlussphase: mal wieder von einem Defensiven. Lewalds Kopfball entschärfte Meyer gekonnt (81.). Auf der anderen Seite hielt Sygo mit seiner starken Fußabwehr gegen den frei durchgelaufenen Mario Fredehorst die Spannung hoch. Doch am Ende nutzte auch dies nichts.

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