Ehlers und die schwere Rehdener Gleichung

Abschied ohne Groll: „Alles Gute“

Rehden - Als Stephan Ehlers am Dienstag den Anruf aus Rehden erhielt, ging alles ganz schnell. Eigentlich wollten die BSV-Verantwortlichen dem A-Lizenz-Inhaber seine Entlassung nicht telefonisch unterbreiten, „aber ich hatte einen dringenden Zahnarzt-Termin und konnte mich selbst auf halber Strecke nicht mit Peter Schöne treffen“, berichtete Ehlers vom geplatzten „Date“.

Doch zu diesem Zeitpunkt ahnte er bereits, dass es das für ihn gewesen sein dürfte: „Wenn so ein Gespräch nicht bis abends vor dem Training Zeit hat, weiß man ja als Trainer, was jetzt kommt. Da war mir die Nachricht am Telefon doch lieber.“ Doch der Gymnasiallehrer geht nicht im Groll: „Ich bin dem BSV sehr dankbar für die Chance, die er mir gegeben hat“, erklärte der Coach, der zuvor die Oldenburger A-Junioren des JFV Nordwest in die Bundesliga geführt hatte und in Rehden seinen ersten Trainer-Job im Männerbereich bekam. Bereut hat er diesen Schritt auch am Dienstag nicht: „Ich nehme aus allem das Positive und das Negative mit. Ich habe es gern gemacht. Jetzt wünsche ich den Jungs alles Gute – und dass sie es in den DFB-Pokal schaffen.“ Ein Sieg im NFV-Pokal-Halbfinale – und der BSV wäre dabei. Ohne Ehlers. „Vielleicht hätte ich mir noch ein bisschen Geduld gewünscht“, gab Ehlers zu.

Seiner Meinung nach „hat es zwischen mir und der Mannschaft bis zum Ende gestimmt“, und „wir sind ja auch nicht abgeschlagen Letzter“, verwies Ehlers auf die drei Punkte bis zu Platz elf: „Und wir haben jetzt auch nicht jede Woche mit 0:3 oder 0:4 auf die Hörner bekommen.“ Warum die Spieler ihre unstrittigen Qualitäten jedoch nicht immer auf den Platz brachten, sei schwer zu beantworten: „Wenn es so einfach wie eine Gleichung nach dem Schema a + b = c gewesen wäre, hätten wir die Aufgabe gelöst.“

Vielleicht schafft es ja Björn Wnuck, diesen Code zu knacken. Dienstagabend stellte sich der Interimscoach aus der Saison 2013/14 der Mannschaft vor. In seiner ersten Einheit wollte er „versuchen, die Lockerheit zurückzubringen“. Für die nächsten Tage bis zum Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Braunschweig II möchte er dann „an der Konstanz arbeiten“, wie er am Dienstag sagte: „Es geht um das Zurückgewinnen von Sicherheit in den Abläufen – vor allem in der Defensive.“

Zudem will er an die Einstellung der Akteure appellieren: „Die Jungs müssen wissen, dass es bei ihren Möglichkeiten nicht ihr Anspruch sein kann, nur um Platz 16 mitzuspielen.“ Gleichzeitig betonte der Vater zweier Kinder, dass er nur für zwei Wochen einspringen könne. „Länger geht es nicht, das ist mit meinen Chefs so abgesprochen.“ Wnuck zeichnet im Vertrieb der Diepholzer Firma „Lebensbaum“ verantwortlich für den Vertrieb von Bio-Kaffee, Tees und Gewürzen im Gastronomie-Bereich. Dafür reist er viel – „demnächst im November nach Kolumbien und Mexiko zu unseren Kaffee-Lieferanten“, verdeutlicht der B-Lizenz-Inhaber. Bis dahin hat er sein Amt als Coach also wieder abgegeben. ck

Ein Kommentar zur Entlassung von Trainer Stephan Ehlers

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Ginsengfest und Mittelalter-Spektakel in Walsrode

Ginsengfest und Mittelalter-Spektakel in Walsrode

Meistgelesene Artikel

Ein Club in der Schwebe: Erst liefern, dann hoffen

Ein Club in der Schwebe: Erst liefern, dann hoffen

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Kommentare