2:2 zum Abschied von Ikonen

Rehdener Remis beim Regionalliga-Kehraus

Addy-Waku Menga (am Ball) traf zum 1:0 für den BSV Rehden, doch Norderstedt mit Sinisa Veselinovic (im Hintergrund) holte sowohl diesen Rückstand als auch das 1:2 noch zum 2:2 auf. - Foto: Krüger
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Addy-Waku Menga (am Ball) traf zum 1:0 für den BSV Rehden, doch Norderstedt mit Sinisa Veselinovic (im Hintergrund) holte sowohl diesen Rückstand als auch das 1:2 noch zum 2:2 auf.

Rehden - Von Cord Krüger. Ein ganz großer Gänsehaut-Moment für zwei ganz Große: In Minute 64 des letzten Regionalliga-Spiels dieser Saison rief Trainer Benedetto Muzzicato gestern Abend Torwart Milos Mandic und Rechtsverteidiger Viktor Pekrul zur Auswechselbank der Rehdener Waldsportstätten, beide gingen unter Umarmungen ihrer Kollegen vom BSV Rehden vom Feld, die Zuschauer standen auf, dankten Pekrul mit Ovationen für sieben und Mandic für fünf Jahre bei den Schwarz-Weißen. Das abschließende 2:2 (1:0) gegen Eintracht Norderstedt verkam da eher zur Randnotiz. Denn der Tabellen-15. hatte den Klassenerhalt schon vorher gesichert.

„Mit diesen Leistungen von uns nach der Winterpause kann man sich gut verabschieden“, fand Pekrul mit Blick auf den sechsten Platz der Rückrundentabelle: „Jetzt ist es meiner Frau und meinen beiden Kindern zuliebe wirklich Zeit, kürzerzutreten.“ Er und Mandic dankten BSV-Präsident Friedrich Schilling für die gemeinsame Zeit: „Friedrich hat nicht nur Freunde und wird oft kritisch gesehen, aber wir kamen immer gut mit ihm klar“, stellte Mandic heraus: „Wir haben immer gut gegen den Abstieg gearbeitet.“

Vor dem Anpfiff hatten Schilling und Sportvorstand Michael Weinberg neben ihnen auch Co-Trainer Hugues M’Bossa, Außenspieler Abdullah Dogan und Kapitän Kai-Bastian Evers verabschiedet, die den Club bekanntlich ebenfalls verlassen (wir werden noch berichten).

Doch besonders „Milo“ und „Vicky“ schienen sich für ihr letztes Hurra viel vorgenommen zu haben: Mandic bewahrte sein Team gleich zu Beginn zweimal gegen Philipp Koch vor einem Rückstand (6./11.). Ansonsten boten die ersten 25 Minuten wenige Aufreger – dafür Belustigung der 220 Zuschauer über die Sprechchöre der drei Norderstedter Fans: „Hey, hey, wer nicht hüpft, ist Niedersachse, hey!“ Kurz darauf rettete Pekrul auf der Linie gegen Marcus Coffie (26.) – und der erste feine Rehdener Spielzug führte zum 1:0: Eine Rechtsflanke Pekruls kickte Tim Rieckhof von links in den Rücken der Abwehr, Addy-Waku Menga nahm direkt Maß und traf aus sieben Metern (34.). Dabei blieb’s bis zur Pause – auch, weil Norderstedts Mittelfeldlenker Deran Toksöz per 16-Meter-Schuss knapp neben den rechten Pfosten zielte (36.).

Nach dem Wechsel verpassten nacheinander Fabian Lokaj und Francky Sembolo eine scharfe Rechtsflanke Pekruls und damit aus je einem Meter das 2:0 (49.). Auf der anderen Seite lupfte Sinisa Veselinovic knapp über den Querbalken (53.), Corvin Behrens zielte nach einer Ablage Sembolos per Flachschuss links vorbei (56.), ehe Mandic und Pekrul ihre eingangs erwähnten starken Abgänge bekamen. Doch Nachwuchskeeper Eric Schröder stand kaum im Tor, da drückte Felix Drinkuth einen Querpass von Jan Schrage schon zum Ausgleich über die Linie (70.). Die Gastgeber ließen sich davon nicht beirren und antworteten mit einem Klasse-Kopfball von Sembolo zum 2:1 (77.) – nach einer nicht minder präzisen Flanke des für Pekrul eingewechselten Robin Janowsky.

So hätte es bleiben können, doch Drinkuth hatte was dagegen: Ein Flachschuss des besten Eintracht-Torschützen setzte vor Schröder auf – 2:2 (84.). „Eric sah da nicht glücklich aus – aber er wird das schnell wegstecken“, versprach Muzzicato. Das hatte er offensichtlich schon in der Schlussphase, als er gegen Drinkuth (86.) und Koch (88.) zweimal stark reagierte.

„Wir hätten die drei Punkte gern geholt – allein schon ,Milo’ und Vicky’ zuliebe“, bedauerte Muzzicato: „Aber wenn wir nach diesem Generationenwechsel die Mannschaft über eine längere Distanz zusammenhalten, werden wir noch einige Erfolge einfahren.“

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