Zölibat-Entscheidung sorgt für Aufsehen

ARD-Tagesthemen-Kommentator erhebt schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus

ARD-Tagesthemen-Kommentar zum Zölibat
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Tagesthemen-Kommentar zum Zölibat: BR-Journalist Tilmann Kleinjung erhebt schwere Vorwürfe gegen den Papst.

In den ARD-Tagesthemen nimmt der Journalist Tilmann Kleinjung in seinem Kommentar Bezug auf die Zölibat-Entscheidung. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus. 

  • Tagesthemen-Kommentar zur Zölibat-Entscheidung von Papst Franziskus. 
  • BR-Journalist Tilmann Kleinjung macht Papst Franziskus in seinem Kommentar schwere Vorwürfe.
  • Nicht nur seien Katholiken und Katholikinnen enttäuscht, der Papst gefährde mit dieser Entscheidung die Kriche. 

Hamburg - Mit seiner Entscheidung zur strengen Auslegung des Zölibats hat Papst Franziskus überrascht. Die Welt war scheinbar bereit und auf seiner Seite. Denn, dass der Argentinier persönlich eher für eine Lockerung der katholischen Enthaltsamkeit der Kirchendiener zu stehen scheint, ist seit langem kein Geheimnis mehr. Für viele Gläubiger wäre es also ein folgerichtiger Schritt gewesen, das Zölibat in einer ersten Instanz vorsichtig zu lockern, so wie es die Amazonas Synode vorgeschlagen hatte. Zu jenen gehört offenbar auch Tilmann Kleinjung, Chef vom Dienst in der BR Redaktion Religion und Orientierung. 

Er habe „die Katholiken und Katholikinnen enttäuscht, die gehofft hatten, mit Papst Franziskus ändert sich was in unserer Kirche“, sagt Kleinjung in einem Kommentar. Dabei  habe der Papst die Reformhoffnung selbst immer wieder genährt, so der Kommentator. Franziskus habe von einer synodalen Kirche gesprochen - und diesen Grundsatz nun selbst verraten und ignoriere die Vorschläge einer Synode zu einer behutsamen Reform. Die Folge: „Keine Lockerung der Zölibatspflicht, keine Weihämter für Frauen.“

Tagesthemen-Kommentar zum Zölibat und Papst Franziskus: „Mit so einem Frauenbild ist Kirche nicht zukunftsfähig“

Noch viel schlimmer als das Nein zur Zölibatslockerung sei aber die Entscheidung des kirchlichen Oberhaupts zur Rolle der Frau. Die Möglichkeit Karriere in der Kirche zu machen bleibt Frauen weiterhin weitgehend versperrt. Sie hätten eigene, spezifische Wege, „Gott zu dienen“, so Papst Franziskus.

Franziskus komme in Punkt 99 seiner Erklärung auf „die Gabe von Frauen zu sprechen, die seiner Meinung nach nicht darin besteht Diakonin oder Priesterin zu sein“, erläutert der BR-Journalist in seinem Tagesthemen-Kommentar. Papst Franziskus bediene sich in seinem Statement auch Sätzen, die von seinen Vorgängern hätten stammen könnten, so Kleinjung. Frauen seien demnach in der Verantwortung „die Kraft und die Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben.“ Diese Einschätzung des ursprünglich als Reform-Papst gekürten Franziskus sei längst überholt, schließt der Journalist: „Mit so einem Frauenbild ist Kirche nicht zukunftsfähig. Die Realität hat das katholische Ideal ohnehin schon überholt.“ Und das nicht nur am Amazonas - auch in Deutschland würden Gemeinden von Frauen getragen, geleitet und seelsorgerlich betreut. 

Lesen Sie auch: Während Tilmann Kleinjung schwere Vorwürfe gegen den Papst erhebt, geht ein anderer ARD-Kommentator schwer mit Ursula von der Leyen ins Gericht. Er zieht ein bitteres Fazit zur Berateraffäre*.

Tagesthemen: Kommentar zum Kirchen-Zölibat: Papst Franziskus nicht „kühn“ genug

„Welche Rolle Frauen künftig tragen, ist für die katholische Kirche existenziell - existenzieller noch als die Frage, ob Priester heiraten dürfen oder nicht“, findet Kleinjung und kritisiert, dass der Papst in seinem Schreiben zwar von der Kühnheit des Geistes spreche, der die Kultur der Kirche verändern kann. „Papst Franziskus war nicht so kühn, diesen Kulturwandel zu beschleunigen“, schließt er seinen Kommentar. 

Facebook-Nutzer geben dem Kommentator überwiegen recht. „Er ist eben ein Jesuit, der Heilige Vater. Jesuiten stehen für Gegenreformation und für katholische ‚Erneuerung‘. Und wie diese Erneuerung aussieht, merken wir erst, seit er gewählt wurde: viel Schauspiel und viel heiße Luft, aber es soll alles beim alten bleiben“, beschwert sich etwa ein Nutzer. Krawalliger formuliert die Kritik ein anderer: „Greise, die sich in alten Schriften verloren haben, die ein einziges Ziel hatten, die Menschen in Unwissenheit zu halten, und ihre Macht zu erhalten. Ein klares Auslaufmodell.“

Kürzlich hatte der „heute journal“-Leiter Kanzlerin Angela Merkel im TV stark attackiert. Auch sorgte ein Tagesthemen-Kommentar für heftige Reaktionen im Netz gesorgt. Grund war ein Satz über Flugreisen. Zur Diskussion kam es auch, als ein ARD-Mann eine extreme Forderung an die Politik stellte. Sein ZDF-Kollege verspottet ihn öffentlich.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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