1. Startseite
  2. Politik

„Entwicklung militärischer Beziehung“: China will Putin den Rücken stärken

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

Nach einem Gespräch zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Wladimir Putin sollen sich die russisch-chinesischen Beziehungen intensivieren.

Peking/Moskau – Angesichts des Ukraine-Kriegs sieht sich Russland international immer mehr isoliert. Während einige wenige Staaten neutral bleiben, wie etwa Indien, liest sich die Liste russischer Verbündeter nicht sonderlich lang. Umso bedeutender, dass der chinesische Präsident Xi Jinping am Mittwoch (15. Juni) betonte, dass man Moskau in Sachen „Souveränität und Sicherheit“ gänzlich unterstütze.

Bislang hatte China sich geweigert, den russischen Überfall auf die Ukraine zu verurteilen und wurde mehrfach beschuldigt, dem Kreml diplomatische Rückendeckung zu geben. So kritisierte die chinesische Regierung mehrfach die „ungesetzlichen“ westlichen Sanktionen gegen Russland sowie die Waffenlieferungen an Kiew. Die USA warnten China indes davor, „auf der falschen Seite der Geschichte zu landen“.

Die Amtskollegen Xi Jinping und Wladimir Putin prosten sich vor der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien zu. (Archivfoto)
Die Amtskollegen Xi Jinping und Wladimir Putin prosten sich vor der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien zu. (Archivfoto) © Alexei Druzhinin/dpa

„China ist bereit, Russland in Fragen, die Kerninteressen und wichtige Anliegen wie Souveränität und Sicherheit betreffen, weiterhin gegenseitige Unterstützung zu bieten“, soll Xis Wortlaut dem staatlichen Fernsehsender CCTV zufolge während eines Telefonats mit Amtskollege Wladimir Putin gewesen sein. Dabei soll es sich um das erst zweite Telefonat zwischen den beiden Staatsoberhäuptern seit Kriegsbeginn gehandelt haben.

Xi Jinping und Wladimir Putin wollen russisch-chinesische Beziehungen weiter ausbauen

Laut CCTV lobte Xi Jinping die „gute Entwicklungsdynamik“ der bilateralen Beziehung – eine Entwicklung, die der chinesischen Regierung durchaus gefallen dürfte, da ein geschwächtes Russland den „Bruderstaat“ China nur stärkt. Sorgen bereiten könnten allerdings Aussagen, denen zu Folge Peking bereit sei, „die strategische Koordination zwischen den beiden Ländern zu intensivieren“. Putin und Xi hätten dabei auch über „die Entwicklung der militärischen Beziehungen“ gesprochen.

Eine militärische Beteiligung Chinas am Krieg in der Ukraine scheint derzeit jedoch unwahrscheinlich, da Xi Jinping Expertinnen und Experten zufolge keinerlei Sanktionen gegen die eigene Wirtschaft riskieren würde. Darüber hinaus plant der chinesische Regierungschef, sich im kommenden Herbst erneut zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei und damit zum Präsident wählen zu lassen. Ein Krieg auf einem fremden Kontinent könnte ihn schlimmstenfalls sein Amt kosten.

Das Wichtigste aus der Politik: Ausgewählt von unserer Politikredaktion und um 7:30 Uhr verschickt – jetzt kostenlos anmelden.

„Es wurde vereinbart, die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Finanzen, Industrie, Verkehr und anderen Bereichen auszubauen, unter Berücksichtigung der Situation in der Weltwirtschaft, die durch die unrechtmäßige Sanktionspolitik des Westens komplizierter geworden ist“, erklärte der Kreml nach dem Telefonat. Die künftige, engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern scheint sich demnach vorerst auf wirtschaftliche und infrastrukturelle Abkommen zu beschränken. Die EU und die Vereinigten Staaten haben China in der Vergangenheit davor gewarnt, dass jegliche Unterstützung für Wladimir Putin und Moskau, die westlichen Sanktionen zu umgehen, den Beziehungen schaden würde.

Auch interessant

Kommentare