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Befehlsverweigerung gegen Putin: Nationalgardisten wollen nicht in den Ukraine-Krieg

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Von: Felix Busjaeger

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Eine Einheit der ukrainischen Nationalgarde während eines Aufklärungseinsatzes in einem kürzlich zurückeroberten Dorf am Rande von Charkiw in der Ostukraine. (Foto vom 14. Mai)
Eine Einheit der ukrainischen Nationalgarde während eines Aufklärungseinsatzes in einem kürzlich zurückeroberten Dorf am Rande von Charkiw in der Ostukraine. 115 Nationalgardisten haben jetzt ihren Job verloren. (Foto vom 14. Mai) © Bernat Armangue/dpa

Weil 115 Nationalgardisten nicht Putins Befehlen gehorchten und in den Ukraine-Krieg zogen, sind sie jetzt ihre Jobs los. Das Urteil wurde vom Militärgericht getroffen.

Naltschik – Es läuft nicht gut für Wladimir Putin und seinem Ukraine-Krieg. Auch nach über drei Monaten toben die Kämpfe in vielen Teilen des russischen Nachbarlandes und ein Ende ist nicht in Sicht. Zwar gelang es der russischen Armee, nach wochenlangen Kämpfen die Kontrolle über Mariupol zu erlangen, doch noch immer leisten die Ukrainer erbitterten Widerstand. Inzwischen sollen nach britischen Angaben über 15.000 russische Soldaten getöteten worden sein. Dazu kommen zerstörte Panzer, Schiffe und weitere Fahrzeuge. Keine guten Aussichten also. Das dachten sich wohl auch einige Nationalgardisten, die den Kriegseinsatz verweigerten und nun die Konsequenzen erfahren.

Wladimir Putin: Befehlsverweigerung gegen Kremlchef – 115 Nationalgardisten verlieren Jobs wegen Ukraine-Krieg

Während sich hartnäckig Gerüchte um Wladimir Putins Gesundheitszustand halten und vermutet wird, dass Russlands Präsident Putin an Krebs leiden könnte, ist nun bekannt geworden, dass im russischen Nordkaukasus 115 Nationalgardisten einen Einsatz im Krieg gegen die Ukraine verweigert haben. Ein Verhalten, das die russische Kremlführung offenbar nicht toleriert. Wie die russische Agentur Interfax aus Naltschik, der Hauptstadt der Teilrepublik Kabardino-Balkarien, mitteilte, entschied ein Militärgericht am Donnerstag, dass die Soldaten ihren Job verlieren.

Den Angaben nach hatten die Nationalgardisten sich geweigert, Befehlen zu gehorchen, und waren in ihre Kasernen zurückgekehrt. Als Reaktion auf dieses Verhalten war ihnen gekündigt worden. Dagegen hatten die 115 Nationalgardisten aus Putins Armee geklagt, allerdings den Prozess verloren. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, allerdings zeigt es, wie das russische Militär zu Dienstverweigerung steht. Einen ähnlichen Vorfall hat es auch im südrussischen Gebiet Krasnodar gegeben. Dort hatten sich 15 Angehörige der Polizeieinheit OMON geweigert, von der Krim aus in den Krieg gegen die Ukraine zu ziehen.

Ukraine-Krieg: Wladimir Putin setzt auch Nationalgarde ein

Neben der regulären Armee setzt die Führung im Ukraine-Krieg auch Einheiten der Nationalgarde ein. Im Inland wird der Kriegseinsatz weiterhin als militärische Spezialoperation getarnt. In allen Truppenteilen gibt es einen hohen Anteil junger Männer aus den besonders armen Regionen Russlands. Für diese Männer bedeuten Armee oder Polizei oft die einzige Aussicht auf einen Job. Auch bei den russischen Toten und Verwundeten im Ukraine-Krieg sind diese Randrepubliken nach Angaben von Experten überproportional betroffen, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt.

Der Fall zeigt, dass es für Russlands Präsident Wladimir Putin weiterhin nicht gut läuft im Ukraine-Krieg. Die Kämpfe ziehen sich weiter hin und offenbar formiert sich in den eigenen Reihen ein gewisser Widerstand. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der über eine Parkinson-Erkrankung des russischen Präsidenten spekuliert wird. Auch wenn Putin nachgesagt wird, dass er im gegenwärtigen Krieg auch Atomwaffen einsetzen könnte, halten sich auch Gerüchte, dass es einen Putsch gegen Putin geben könnte.

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