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Weil fordert Energiepauschale auch für Rentner – und höhere Grundsicherung

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Von: Anika Zuschke

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Eine ältere Frau zählt Geldscheine und Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsens.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert 300 Euro Energiepauschale auch für Rentner. (kreiszeitung.de-Montage) © Marijan Murat/Julian Stratenschulte/dpa

Stephan Weil fordert die Energiepauschale im Entlastungspaket 2022 auch für Rentner. Diese könnten die 300 Euro genauso gebrauchen wie Erwerbstätige.

Hannover – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert die Energiepauschale von 300 Euro auch für Rentner. Bisher werden „nur“ 44 Millionen Erwerbstätige in Deutschland diesen Herbst mit dem Energiegeld entlastet – Rentner sollten von dem Zuschuss bislang nicht profitieren. Doch Weil lässt bei den geforderten Nachbesserungen zum Entlastungspaket 2022 nicht locker – und setzt sich für die Pensionierten Deutschlands ein.

Entlastungspaket 2022: Weil fordert Energiepauschale von 300 Euro auch für Rentner – die bisher „leer ausgehen“

Nach langem Hin und Her gilt das Entlastungspaket der Bundesregierung eigentlich als fix: Bund und Länder haben dem 9-Euro-Ticket, dem Tankrabatt und auch der Energiepauschale final zugestimmt – die übrigens steuerpflichtig ist. Die Angebote und Zuschüsse sollen deutsche Bürger aufgrund der aktuell hohen Energiepreise entlasten. Doch das beschlossene Paket scheint Ministerpräsident Weil noch nicht zu reichen. Denn Rentner kommen in einigen Bezügen offenbar zu kurz. Deswegen forderte der SPD-Politiker in einem Gespräch mit Bild am Sonntag auch eine Energiepreispauschale für Ruheständler.

„Viele Rentnerinnen und Rentner sind zu Recht sauer, dass alle Erwerbstätigen ein Energiegeld von 300 Euro bekommen, sie aber leer ausgehen“, wird der Regierungschef von der Zeitung zitiert. Dafür gebe es ihm zufolge keine logische Erklärung – denn auch im Rentenalter müsse man heizen, tanken und einkaufen gehen.

Energiepreispauschale auch für Rentner – fordert Ministerpräsident Weil, mit höherer Grundsicherung

„Ich bin gern bereit, Niedersachsens Anteil an einem Energiegeld für Rentner zu zahlen und erwarte, dass der Bund mitzieht. Spätestens nach der Sommerpause muss diese Entlastung kommen“, fährt Weil Bild am Sonntag zufolge fort. Bisher sieht das Entlastungspaket 2022 zwar keine Energiepauschale für Rentner vor, es gibt aber bereits jetzt einen Trick, mit dem Pensionierte trotzdem an die 300 Euro kommen können.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert darüber hinaus eine höhere Grundsicherung. „Die aktuellen Sätze sind in einer Phase der Niedrigpreise kalkuliert worden. Diese Zeiten sind vorbei, wir brauchen dringend eine schnelle Anpassung der Grundsicherung an die Inflation“, appelliert der Politiker laut Bild am Sonntag – und denkt dabei nicht nur an die Rentner. Auch für Geringverdiener sei es dringend notwendig, dass zum 1. Oktober der Mindestlohn erhöht werde.

Energiepauschale von 300 Euro für jeden: Staat darf „nicht von einer Teuerungswelle profitieren“

Generell dürfe die Politik Weil zufolge nicht zulassen, „dass Energie-Unternehmen auf Kosten der Verbraucher exorbitante Mehrgewinne machen“, äußerte er in dem Interview. Außerdem dürfe der Staat „nicht von einer Teuerungswelle profitieren, unter der die Bürger schwer leiden“. Steuermehreinnahmen aufgrund höherer Preise müssten demzufolge als Entlastungen an die Bürger zurückgegeben werden.

Alles in allem erwartet der SPD-Politiker, dass „die Preiskontrolle in Deutschland und in Europa auf den Prüfstand gestellt wird“, so Weil in dem Gespräch mit Bild am Sonntag.

Entlastungspaket 2022 enthält zusätzlich: Kinderbonus, 9-Euro-Ticket, Tankrabatt, Hartz-IV-Zuschuss

Neben der Energiepauschale von 300 Euro enthält das Entlastungspaket zur Unterstützung der Bürger das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn – das eventuell sogar bis Dezember verlängert werden soll sowie den Kinderbonus und einen Tankrabatt. Auch für Hartz-IV-Empfänger ist eine Einmalzahlung vorgesehen. Zusätzlich plant Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nun ein „Soziales Klimageld“ gegen die steigenden Preise im Alltag.

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