Bundestagswahl 2021

Wahlumfragen-Debakel: Merz stempelt Merkel zum Sündenbock

Die CDU kommt aus dem Umfrage-Tief nicht heraus. Friedrich Merz hat den Sündenbock jetzt ausfindig gemacht: Angela Merkel. Dabei war die als Retterin eingeplant.

Berlin – Warten auf die Trendwende: Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl 2021 steckt die Union weiter im Umfragetief fest. Schattenminister Friedrich Merz hat nun eine Schuldige für den Absturz klar benannt. So machte er vor allem das lange Festhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Macht für die aktuellen Schwierigkeiten von Kanzlerkandidat Armin Laschet verantwortlich. Die Übergangsphase beim Ende der Ära Merkel sei „inhaltlich wie konzeptionell nicht gut genug gelaufen“, sagte Merz der „Augsburger Allgemeinen“, der schon früher als Kritiker und Rivale der Regierungschefin in Erscheinung getreten war.

Deutscher Politiker:Friedrich Merz (CDU)
Alter:65 Jahre
Privatverheiratet
Größe:1,98 Meter

Merkel tritt bei der Wahl am 26. September 2026 nicht mehr an. Nach 16 Jahren im Amt verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur. Bereits im Oktober 2018 hatte sie zudem ihren Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt und vollzogen. Ihr Regierungsamt behielt sie aber bis zum Schluss.

Bundestagswahl 2021: Friedrich Merz gibt Angela Merkel die Schuld am Umfrage-Absturz der CDU

Merz bezeichnete dieses Vorgehen als Kardinalfehler. Zwischen der Rücktrittsankündigung und dem Ende der Legislaturperiode würden drei Jahre liegen, bemängelte Merz. „Die Union hat auf den Amtsbonus eines Nachfolgers von Angela Merkel verzichtet, und deswegen gehen wir jetzt in dieser historisch einmaligen Formation in die Bundestagswahl“, sagte der Unionspolitiker.

Du bist schuld: Friedrich Merz (CDU) kritisiert Angela Merkel für das Umfrage-Desaster der Union vor der Bundestagswahl. (Monateg von kreiszeitung.de)

In früheren Jahren übergaben rücktrittswillige Regierungschefs oftmals im Laufe der Legislaturperiode die Amtsgeschäfte. Der Vorteil: Der Nachfolge kann sich einarbeiten und den Wählerinnen und Wähler beweisen, dass alles gut weiterläuft. Ein Pluspunkt bei der Machtsicherung der Parteien. Doch in der CDU entschied man sich anders – zum Verdruss von Merz.

Wahlumfragen: Vor der Bundestagswahl liegt Armin Laschet (CDU) hinter Olaf Scholz (SPD)

Es ist eines der wenigen Male in der Geschichte der Bundesrepublik, dass nun bei einer Bundestagswahl mit Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) drei Herausforderer ins Rennen gehen, die nicht gegen einen Amtsinhaber antreten müssen. Dabei sieht die Ausgangslage für die Union nicht mehr so rosig aus. Innerhalb weniger Wochen büßte Laschet seinen Favoritenstatus in den Wahlumfragen ein und liegt nur noch klar hinter der SPD.

In der Union hofft man nun noch auf eine Trendwende im Schlussspurt. Dabei schielen CDU und CSU vor allem auf die vielen Unentschlossenen. Denn Umfragen zufolge wissen bis zu 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler immer noch nicht, was sie wählen sollen. Um die eigenen Anhänger zu mobilisieren, setzen prominente Unionspolitiker vor allem auf einen Lagerwahlkampf gegen ein vermeintliches rot-rot-grünes Linksbündnis.

Friedrich Merz: Merkels Rivale scheffelte in der Wirtschaft ein Millionen-Vermögen

Allen voran Merz soll Laschet aus dem Umfragesumpf helfen. Der frühere Fraktionschef im Bundestag ist im Falle eines Wahlsieges als Superminister für Wirtschaft und Finanzen vorgesehen. Für Merz wäre das durchaus eine Genugtuung. Nachdem er im Jahr 2002 von Merkel an der Spitze der Fraktion entmachtet worden war, gilt er als ewiger Rivale der Kanzlerin. Entnervt hatte er sich aus der Politik zurückgezogen und war viele Jahre in der freien Wirtschaft tätig, wo er als Rechtsanwalt für diverse Firmen ein geschätztes Millionen-Vermögen verdiente. In diesem Jahr plant er nun mit dem Wiedereinzug in den Bundestag sein politisches Comeback.

Bringt die Attacke auf Merkel die Trendwende für die Union? Unser Newsletter informiert Sie über alle Entwicklungen.

Inwieweit seine Attacke auf Merkel den Wahlkämpfern jetzt hilft oder schadet, bleibt abzuwarten. Einerseits entlastet es vielleicht den unter Druck stehenden und in den eigenen Reihen viel kritisierten Laschet. Doch andererseits war Merkel auch als Retterin fest eingeplant. Nachdem sie eigentlich sich aus dem Wahlkampf komplett heraushalten wollte, erklärte sie sich angesichts der bröckelnden Umfragewerte bereit, mit Laschet noch ein paar Mal gemeinsam vor die Kameras und auf die Bühnen zu treten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/Bernd von Jutrczenka/dpa

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