Nachfolge von Armin Laschet

Wahl des CDU-Vorsitzes: Althusmann rechnet mit Kampfkandidatur

Bald wird es einen neuen Chef der CDU geben. Wer schlussendlich das Rennen macht, ist noch unklar. CDU-Politiker Bernd Althusmann rechnet mit einer Kampfkandidatur.

Hannover – Wer wird der neue Chef der CDU? Wenige Tage nach der historischen Wahlniederlage der Union bei der Bundestagswahl 2021 war klar, dass Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) seinen Vorsitz aufgeben wird und die Neuaufstellung seiner Partei mitgestalten möchte. Wer ihm nachfolgen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Mehrere Kandidaten sind bereits im Gespräch – etwa Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Jens Spahn. Geheimtipp und Außenseiter im Rennen um den Vorsitz: Carsten Linnemann, Chef der Mittelstandsvereinigung. Während die CDU interne Reibereien ausfechtet, beraten die Ampel-Parteien in Berlin über eine mögliche Regierungsbildung.

Mitglied des Landtages von Niedersachsen:Bernd Althusmann
Geboren:3. Dezember 1966 (Alter 54 Jahre), Oldenburg
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Privat: verheiratet, drei Kinder

Angesichts der Kandidaten hält Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann eine weitere Kampfkandidatur für möglich – es wäre die dritte seit Angela Merkels Rückzug im Jahr 2018. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der Politiker am Freitag: „Es wäre ohne Zweifel vorteilhaft, wenn die CDU sich auf einen Kandidaten einigen könnte. Ich sehe das noch nicht.“ Er sieht eine Mitgliederbefragung als eine wichtige Option. Der „innerparteiliche Spaltpilz seit 2018“ müsse schnell überwunden werden, mahnte das CDU-Präsidiumsmitglied. Bereits vorher hatte der Politiker CSU-Chef Markus Söder kritisiert: Dieser trage eine große Mitverantwortung an der Wahlniederlage.

CDU: Armin laschet nimmt Schuld für Wahlniederlage auf sich

Beim Deutschlandtag der Jungen Union am vergangenen Wochenende wurde deutlich: Die Union befindet sich auf dem Weg in die Opposition – Jamaika ist zu einer utopischen Idee geworden. Armin Laschet nahm die Schuld für die Wahlniederlage auf sich. „Wir haben ein bitteres Ergebnis erzielt“, sagte er in Münster. „Nichts lässt sich schön reden. Die Verantwortung trage ich als Vorsitzender und Kanzlerkandidat.“

Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann erwartet eine neue Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz.

Althusmann erklärte zudem, dass der Partei- und Fraktionsvorsitz nicht wie zu Merkels Zeiten in einer Hand liegen müsste. „Die Bundestagsfraktion wird das neue Kraftzentrum der Union sein, weil sie der Widerpart im Parlament gegenüber der Bundesregierung ist.“ Eine Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau lehnte er hingegen ab – unter anderem Silvia Breher hatte diese Möglichkeit ins Gespräch gebracht. Insgesamt brauche die CDU aber mehr Frauen und junge Menschen, da die Mitgliederstruktur nicht die Realität der Gesellschaft abbilde. „75 Prozent der CDU-Mitglieder sind über 60-jährige Männer. Wir müssen interessanter auch und gerade für Frauen werden und vielleicht auch etwas sympathischer auftreten.“

CDU: Frauen-Union fordert Doppelspitze

Die Frauen-Union sprach sich hingegen deutlich für eine Doppelspitze aus: Die niedersächsische Vorsitzende, Mareike Wulf, sagte der Nordwest-Zeitung, dass es in der Frauen-Union dafür große Sympathien gebe. „Wir brauchen überall mehr Frauen: in der Mitgliederschaft, in den kommunalen Parlamenten und natürlich in Landes- und Bundesparlamenten“, sagte sie. Eine Mitgliederabstimmung befürwortete sie ebenfalls: „Das Votum der Mitglieder sollte unbedingt bei strittiger Personallage eingeholt werden.“

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Nach Monaten der Konflikte innerhalb der CDU müsse sich die Partei wieder zusammenfinden. Es sei derzeit die wichtigste Aufgabe, das Führungsteam aufzustellen. „Die CDU braucht einen Kulturwandel an der Spitze.“ Um die Union wieder auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen, unterstützt Althusmann die Gründung eines Unionsrat, der als Gremium zwischen CDU und CSU vermitteln soll. Diesen Vorschlag machte die Junge Union beim Deutschlandtag. „Das erheblich gestörte Verhältnis der beiden Unionsparteien braucht neues Vertrauen.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © John MacDougall/AFP

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