Alternative für Deutschland

Wahl 2021: Hier holte die AfD die meisten Stimmen – und hier die wenigsten

Die Rechtspopulisten der Alternative für Deutschland haben bei der Bundestagswahl deutlich an Stimmanteilen eingebüßt. Trotzdem holten sie im Osten 16 Direktmandate.

Dresden – Die AfD hat im sächsischen Wahlkreis Görlitz bei der Bundestagswahl 2021 ihr bundesweit bestes Ergebnis an Zweitstimmen eingefahren. Wie der Bundeswahlleiter am Montag, 27. September 2021 mitteilte, gewann die Partei den Wahlkreis mit 32,5 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als noch bei der Bundestagswahl 2017. Dennoch büßte die Partei deutlich an Stimmen bei der Wahl ein, was inzwischen zu einer kleinen Eiszeit zwischen den Parteivorsitzenden Alice Weidel und Jörg Meuthen führt*.

Partei:Alternative für Deutschland (AfD)
Gründung:6. Februar 2013
Parteivorsitzende:Jörg Meuthen und Tino Chrupalla

Doch in vielen Gemeinden im Wahlkreis Görlitz liegt die Alternative für Deutschland sogar über 40 Prozent bei den Zweitstimmen. In der 2000-Seelen-Gemeinde Neißeaue sind es mit 47,4 Prozent sogar fast 50 Prozent aller abgegebenen Zweitstimmen, die auf die AfD entfallen. Die neuesten Entwicklung dazu können Sie auch in unserem Bundestagswahl-Ticker lesen.

Bundestagwahl 2021: AfD holt in 16 Wahlkreisen die Direktmandate – alle in Ostdeutschland

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die AfD in Dorfchemnitz (Landkreis Mittelsachsen) ihr stärkstes Ergebnis in einer Kommune verbucht, bei dieser Wahl kam die AfD in der Gemeinde auf 47,9 Prozent AfD-Zweitstimmenanteil – 0,2 Prozentpunkte mehr als 2017.

Zwar hat die AfD bei der Bundestagswahl 2021 Verluste erlitten, konnte dennoch in 16 Wahlkreisen die Direktmandate für den Bundestag erringen. Sie alle liegen in den ostdeutschen Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Vor vier Jahren waren die Rechtspopulisten nur auf drei Direktmandate gekommen.

Tino Chrupalla hat in seinem Wahlkreis für die AfD ein Direktmandat erringen können. (Archivbild)

So holte in diesem Jahr etwa Parteichef Tino Chrupalla erneut das Direktmandat im sächsischen Görlitz. In Thüringen gewann die AfD vier Direktmandate: in zwei Wahlkreisen in Ostthüringen sowie in Mittel- und Südwestthüringen. In Sachsen-Anhalt holte die AfD zwei Wahlkreise, die übrigen in Sachsen.

Hoher Stimmanteil für AfD im Osten: Verein „Weltoffenes Sachsen“ befürchtet irreparable Schäden

Der Verein für Weltoffenes Sachsen befürchtet irreparable Schäden für das Ansehen und vor allem die exportierende Wirtschaft des Freistaates durch die AfD-Erfolge bei der Bundestagswahl. Eine „antidemokratische, rechtspopulistische“ und „in weiten Teilen rechtsextreme Partei“ als stärkste politische Kraft im Land torpediere die Bemühungen, die vielfältigen Herausforderungen in der Zukunft zu meistern, sagte Vorstandschef Robert Czajkowski.

„Der Wandel von einer Protestpartei zu einer aktuell sich etablierenden Stimme im politischen Spektrum kommt einer massiven Niederlage aller liberal, rechtsstaatlich, tolerant und fortschrittlich denkenden und agierenden Menschen gleich.“

Bundestagswahl 2021: Hier holte die AfD die wenigsten Stimmen – alle in Westdeutschland

Doch es geht auch genau andersherum – und zwar in Nordrhein-Westfalen. Hier hat die AfD gleich in zwei Wahlkreisen ein Debakel erlebt und konnte noch nicht einmal über die 5-Prozent-Hürde springen. Lediglich 2,9 Prozent der Zweitstimmen konnte die Partei in Münster erringen.

Das Gleiche im Wahlkreis Köln II. Auch hier fiel das Ergebnis der AfD auf 2,9 Prozent Stimmanteile bei den Zweitstimmen. Dennoch ist es die Stadt Münster, in der die AfD die wenigsten Stimmen erhielt. Wählten in Köln II 5891 Menschen für die Alternative für Deutschland, waren es in Münster „nur“ 5599. Ebenfalls deutlich unter 5 Prozent bei den Zweitstimmen schnitt die AfD beispielsweise in Hamburg-Altona (3,3), Friedrichshain-Kreuzberg (4,1), Stuttgart I (4,2) und München-West/Mitte (4,3) ab. (mit dpa-Material) * kreiszeitung.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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