Streit bei Anne Will

Wagenknecht gegen Lauterbach: Linke hat Bedenken vor Impfung

Sie hat Angst vor Impfnebenwirkungen – Sahra Wagenknecht (Linke) sorgt in der ARD-Sendung „Anne Will“ für Diskussionen. Und für Unverständnis bei Karl Lauterbach.

Berlin – Hitze Diskussionen bei Anne Will: Während in Deutschland die Corona-Fallzahlen in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen sind und bereits die ersten Rufe nach verschärften Maßnahmen laut werden, debattieren Experten und Politiker über die aktuelle Lage in Deutschland. Die mögliche Ampelkoalition hat sich erst vor wenigen Tagen für ein Ende der pandemischen Lage ausgesprochen. Beim Thema Impfen kommt es zu einem heftigen Wortgefecht: Auf der einen Seite Sahra Wagenknecht (Linke), auf der anderen Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD), der Ambitionen als neuer Gesundheitsminister hat.

Deutsche Politikerin:Sahra Wagenknecht
Geboren: 16. Juli 1969 (Alter 52 Jahre), Jena
Partei:Die Linke
Ehepartner:Oskar Lafontaine (verh. 2014)

Wagenknecht gegen Lauterbach: Linke sorgte sich vor Nebenwirkungen

Vor einigen Tagen sorgte der Fußballspieler Josua Kimmich für Aufsehen. Er habe sich noch nicht impfen lassen, da er noch zu viele Bedenken habe – durch das Statement des prominenten Sportlers brach in Deutschland eine erneute Impfdebatte aus. Ähnlich äußerte sich nun auch Wagenknecht: Sie bezweifle die Aussagen von Experten, dass die neuartigen mRNA-Impfstoffe keine unbekannten Nebenwirkungen haben. „Wer sich impfen lässt, der schützt vor allen Dingen sich selbst“, so die Politikerin. Es sei kein Akt der Solidarität.

Eines der bekanntesten und auch umstrittensten Gesichter ihrer Partei: Sahra Wagenknecht.

Ihrer Ansicht nach sollten nur ältere Menschen und Risikogruppen geimpft werden, da das Risiko für schwere Krankheitsverläufe in diesen Fällen größer sei. Ihr Ehemann Oskar Lafontaine, der 78 Jahre alt ist, sei deshalb auch geimpft.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: SPD-Politiker liefert Fakten

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der sich erst kürzlich für ein Ende der pandemischen Lage aussprach, hält deutlich dagegen: Natürlich sei es ein solidarischer Akt, da man ja nicht nur sich selbst schütze, sondern auch andere. Auch beim Thema Impfnebenwirkungen gibt es ordentlich Paroli: Zwar gab es beim Vakzine von Astrazeneca Sinusvenenentzündungen – etwa einer von 25.000 erkrankte, aber inzwischen seien mRNA-Impfstoffe mehr als eine halbe Milliarde mal verimpft worden, ohne dass es dort zu einer Häufung von bisher unbekannten Nebenwirkungen kam.

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Auch Wagenknechts Sorge, dass es versteckte Nebenwirkungen gebe, weil Hersteller nicht für Spätfolgen haften, sei eine „Räuberpistole“, so Lauterbach. „Wenn wir eine Impfung vor einer Impfpflicht empfehlen, haftet immer der Staat.“ Das sei auch bei Masern so. Erst vor wenigen Tagen hatte der Virologe Hendrik Streeck die Bedeutung von Impfungen verdeutlicht und gleichzeitig vor einem möglichen Klinkkollaps gewarnt.

Sahra Wagenknecht: Politikerin würde sich mit Totimpfstoffen impfen lassen

Zwischenzeitlich wirkt es so, als würde Wagenknecht gegen den Rest argumentieren: Beim Thema Impfdurchbrüche unterstützt Christina Berndt, Wissenschaftsredakteurin der SZ, Lauterbach beim Erklären der Fakten: „Ja, als Geimpfter kann ich mich anstecken und kann auch andere anstecken, gerade mit wachsendem Abstand zur Impfung.“ Doch sie macht zudem deutlich, dass es auch der Gesellschaft helfe, wenn Geimpfte weniger stark erkranken und damit das Gesundheitssystem entlasten. Lauterbach stimmt Wagenknecht in dem Punkt zu, dass Geimpfte eine hohe Viruslast tragen könnten – diese sei aber weniger gefährlich, weil sie sich nicht mehr so stark vermehrt. Währenddessen läuft in Deutschland die Debatte, wer Anspruch auf eine Booster-Impfung hat.

Als sich Wagenknecht dazu äußert, dass sie sich lieber mit einem Totimpfstoff impfen lassen würde, wird sie abermals von Lauterbach eines Besseren belehrt: Da die Linken-Politikerin zuvor ihre Bedenken bezüglich Impfnebenwirkungen geäußert habe, sei ihr Anliegen nicht nachvollziehbar. Das Risiko von Impfnebenwirkungen sei bei Totimpfstoffen deutlich größer, weil diese vor der Markteinführung nur 30.000 Mal getestet werden müssen – im Gegensatz zu mRNA-Vakzinen, die bereits an 500 Millionen Menschen verteilt wurden. Durch intensive Forschung sei inzwischen vieles über die Impfstoffe bekannt. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa (Archivfoto)

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