Nach 50 Jahren

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen bei der Waffenübergabe: Insgesamt wurden 8112 Waffen und 1,3 Millionen Patronen eingesammelt. Foto: Argemiro Piñeros
1 von 6
Ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen bei der Waffenübergabe: Insgesamt wurden 8112 Waffen und 1,3 Millionen Patronen eingesammelt. Foto: Argemiro Piñeros
Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos lässt sich mit Mitarbeitern des Militärs fotografieren. Foto: Nelson Cardenas
2 von 6
Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos lässt sich mit Mitarbeitern des Militärs fotografieren. Foto: Nelson Cardenas
Vor der Abgabe: Ein Kämpfer der Farc reinigt seine Waffe. Foto: Fernando Vergara
3 von 6
Vor der Abgabe: Ein Kämpfer der Farc reinigt seine Waffe. Foto: Fernando Vergara
Nachdem die die linke Guerillaorganisation Farc es getan hat, will in Kolumbien jetzt auch die kleinere Rebellengruppe ELN einen Waffenstillstand mit den Sicherheitskräften schließen. Foto: Christian Escobar Mora
4 von 6
Nachdem die die linke Guerillaorganisation Farc es getan hat, will in Kolumbien jetzt auch die kleinere Rebellengruppe ELN einen Waffenstillstand mit den Sicherheitskräften schließen. Foto: Christian Escobar Mora
Nachdenklich: Farc-Mitgründer Miguel Angel Pascuas während eines Interviews. Foto: Christian Escobar Mora
5 von 6
Nachdenklich: Farc-Mitgründer Miguel Angel Pascuas während eines Interviews. Foto: Christian Escobar Mora
Vorher, nachher: Die schwangere FARC-Rebellin Mayerly Munoz in der Demobilisierungszone und die Rebellin Munoz in Uniform. Foto: Fernando Vergara
6 von 6
Vorher, nachher: Die schwangere FARC-Rebellin Mayerly Munoz in der Demobilisierungszone und die Rebellin Munoz in Uniform. Foto: Fernando Vergara

Seit 1964 erschütterte der Konflikt Kolumbien, über 220 000 Menschen starben bei Kämpfen zwischen Guerilla, Soldaten und Paramilitärs. Nun sind die letzten Waffen der Farc-Rebellen abtransportiert worden.

Bogotá (dpa) - Den Friedensnobelpreis hat Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos bereits bekommen, nun kann er Vollzug melden: Mit dem Abtransport der letzten Waffen hat Santos den rund 50 Jahren dauernden Konflikt mit der Farc-Guerilla offiziell für beendet erklärt.

"Heute haben wir Adiós gesagt zu den Waffen der Farc", betonte Santos. Bei Fonseca, in der Nähe der Karibikküste, verließen die letzten beiden UN-Container mit Waffen und Sprengstoff eines der 26 "Friedenscamps", wo sich die rund 6800 Guerilleros zur Waffenabgabe gesammelt hatten.

Die Ursprünge der Guerilla liegen in der Zeit gewaltsamer Konflikte zwischen konservativen und liberalen Kräften in Kolumbien, als man begann, Bauern im Kampf um Landbesitz zu verteidigen. Später diente die Guerilla der Kommunistischen Partei als militärischer Arm.

Für seine Bemühungen, diesen ältesten und längsten Konflikt der westlichen Hemisphäre zu beenden, hatte Santos 2016 den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen. Über 220 000 Menschen starben im Zuge des Konflikts zwischen Guerillagruppen, Streitkräften und rechten Milizen - diese wurden schon 2006 offiziell entwaffnet.

Durch das Ende des Konflikts gibt es Hoffnungen auf einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, allerdings versuchen bereits andere Banden die Kontrolle gerade über den lukrativen Drogenhandel zu übernehmen.

Santos nannte den 15. August 2017 einen "historischen Tag", nun gelte es, die vom Konflikt heimgesuchten Zonen neu aufzubauen. Die Abgabe von rund 8100 Waffen an die Vereinten Nationen in den Camps war schon seit Wochen beendet. Als komplizierter erwies es sich, die rund 870, im ganzen Land verteilten Waffendepots in früheren Kampfgebieten zu finden und dort Waffen, Sprengstoff, Minen und Granaten einzusammeln.

Durch den 1964 begonnenen Konflikt war der Staat in vielen Regionen nicht präsent, dort blühte der Drogenhandel, Schutzgeld wurde erpresst und Hunderttausende Menschen wurden vertrieben. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht kontrollierten die Farc gemeinsam mit anderen Rebellengruppen weite Teile Kolumbiens.

Nach vierjährigen Friedensverhandlungen in Kuba einigten sich die Guerilla 2016 mit der Regierung auf einen Friedensvertrag. Umstritten ist besonders eine Sonderjustiz mit maximal acht Jahren Freiheits- und Arreststrafen.

Der Name Farc steht für Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens). Noch keinen Friedensvertrag gibt es mit der kleineren ELN-Guerilla, die zuletzt stark dezimiert wurde. Aber auch mit der ELN wird nun über ein Abkommen verhandelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kirchengemeinde St. Annen weiht Gemeindehaus ein

Gleich zwei Ereignisse wurden am Sonntag in der St. Annen-Kirchengemeinde in Westen gefeiert. Zum einem der Invokavit Gottesdienst in der langjährig …
Kirchengemeinde St. Annen weiht Gemeindehaus ein

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Sie machen viel Müll, sind ungesund oder verschmutzen die Umwelt: Viele Küchenutensilien sind einfach unnötig – in der Fotostrecke sehen Sie, welche …
Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Informationsmesse in der Schule am Lindhoop

Die Schule am Lindhoop informierte am Montag in einer offenen Informationsmesse über ihr Schulangebot und die zahlreichen außerunterrichtlichen …
Informationsmesse in der Schule am Lindhoop

Ranzenparty in Twistringen

Mit einem Besucherrekord ging am Sonnabend die inzwischen achte Ranzenparty in der Volksbank über die Bühne. Kleine und große Besucher erfreuten sich …
Ranzenparty in Twistringen

Meistgelesene Artikel

Gabriel über Yücel: „Keine Deals“ - Welche Rolle spielte Altkanzler Schröder? 

Gabriel über Yücel: „Keine Deals“ - Welche Rolle spielte Altkanzler Schröder? 

Trump gibt Russland-Ermittlern Mitschuld an Schulmassaker in Florida

Trump gibt Russland-Ermittlern Mitschuld an Schulmassaker in Florida

SPD-Mitgliedervotum: So hat Altkanzler Schröder abgestimmt

SPD-Mitgliedervotum: So hat Altkanzler Schröder abgestimmt

„Schmutz-Kampagne“: Bild fällt wohl auf Fake-Mails von Titanic-Magazin rein

„Schmutz-Kampagne“: Bild fällt wohl auf Fake-Mails von Titanic-Magazin rein