SPD im Aufwind

Vor Bundestagswahl 2021: Umfrage-Schock für Armin Laschet

Die SPD zieht in einer neuen Umfrage an der CDU vorbei. Nur jeder zweite Merkel-Wähler aus 2017 würde für den Kanzlerkandidaten der Union Armin Laschet stimmen.

Berlin – Kurz vor dem ersten TV-Triell gegen seinen SPD-Herausforderer Olaf Scholz und die Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock musste der Kanzlerkandidaten der Union Armin Laschet die nächste Hiobsbotschaft einstecken. Vier Wochen vor der Bundestagswahl 2021, die den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) küren wird, scheint sich der Trend zugunsten der SPD in den Umfragen zu verfestigen.

Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA für die Bild am Sonntag haben die Sozialdemokraten erstmals seit Februar 2017 die Union überholt. Im Vergleich zur Vorwoche gewinnt die SPD zwei Prozentpunkte und liegt nun mit 24 Prozent deutlich vor der CDU/CSU.

Deutscher Politiker:Armin Laschet (CDU)
Geboren:18. Februar 1961, Aachen
Privat:verheiratet, drei Kinder
Aktuelles Amt:NRW-Ministerpräsident und Parteivorsitzender

Die Union verliert einen Punkt und kommt auf 21 Prozent. Das ist der historisch niedrigste Wert, den das INSA-Institut je für die Union gemessen hat. Die Grünen bleiben unverändert bei 17 Prozent, die FDP erreicht erneut 13 Prozent. Die AfD (11 Prozent) und die Linke (6 Prozent) müssen jeweils einen Punkt einbüßen.

Vor TV-Triell auf RTL: Laschet verliert an Zustimmung bei eigenen Wählern

Zum Vergleich: Als sich Ende April Laschet im internen Machtkampf der Union gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) durchsetzte und als Kanzlerkandidat nominiert wurde, lag die CDU/CSU im Sonntagstrend noch bei 27 Prozent. Die SPD harrte damals noch bei 13 Prozent aus, während die Grünen mit 28 Prozent als stärkste Kraft galten.

Vier Monate später hat sich das Bild komplett geändert. Laschet hat sich seitdem mehrere Patzer geleistet: Erst sein Lacher bei einem Termin mit Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier während der Flutkatastrophe, dann die Plagiatsaffäre um sein Buch und weitere kleinere Fauxpas haben bei vielen den Eindruck erweckt, er sei nicht der Richtige für das Bundeskanzleramt. Und das sogar in den eigenen Reihen.

Bundestagswahl 2021: Nur jeder zweite Merkel-Wähler aus dem Jahr 2017 will Laschet unterstützen

Die repräsentative Umfrage für die Bild am Sonntag untermauert nun eine Sorge, die die Wahlkampfstrategen der Union zurzeit stark umtreibt: Der NRW-Ministerpräsident zündet nicht und vermocht es, selbst die Union-Stammwähler hinter sich zu bringen.

Kurz vor dem TV-Triell muss der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, den nächsten Umfrage-Schock verkraften.

Nur 49 Prozent der Unterstützer der CDU/CSU, die 2017 noch für Merkel gestimmt haben, wollen am 26. September 2021 erneut die Union wählen. 18 Prozent wandern in Richtung SPD, 13 Prozent wollen zur FDP und 12 Prozent zu den Grünen wechseln.

Nach erneutem Umfrage-Schock: Laschet bereitet „Rettungsplan“ vor – Söder warnt vor „Linksrutsch“

Unabhängig vom Ausgang des TV-Triells am Sonntag, 29. August 2021 ab 20.10 Uhr auf RTL will Laschet der CDU-Spitze am Montag eine Art „Rettungsplan“ für seinen Wahlkampf vorlegen. Er werde in den kommenden 14 Tagen fünf Kernthemen präsentieren, schreibt die „Welt“. Der Plan sei mit Markus Söder abgestimmt.

Armin Laschet versucht, mit einer neuen Strategie wieder Boden gutzumachen. Unser Bundestagswahl-Newsletter informiert Sie umfassend.

Der CSU-Vorsitzende hat unterdessen die Union vor einem Machtverlust gewarnt. „Wir müssen alles tun, um einen historischen Linksrutsch in Deutschland zu verhindern“, sagte er der Bild am Sonntag. „Noch nie war die Gefahr so groß, dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt“, fügte er hinzu. Es komme inzwischen darauf an, dass die Union überhaupt noch vor SPD und Grünen liege.

Zuvor hatte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein Linksbündnis mit den Grünen und der Linke nicht ausgeschlossen.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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