Bundestagswahl 2021

ARD-Wahlarena: Darum hat Laschet noch nie gekifft

In der ARD-Wahlarena versucht Armin Laschet (CDU) zu punkten. Er gibt sich menschlich, doch beim Thema Cannabis-Legalisierung hat er eine klare Meinung.

Lübeck – Ohne Krawatte und mit einem Lächeln auf den Lippen: Sichtlich entspannt – und das, obwohl seit Wochen seine Umfragewerte nach unten rauschen – war Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Mittwochabend zu Gast bei der ARD-Wahlarena und gab sich als Versteher der Bürgerprobleme. Anders als beim Triell der Kanzlerkandidaten am vergangenen Sonntag musste er nicht den Konfrontationskurs mit Olaf Scholz (SPD) suchen, sondern sich mit den Fragen des Publikums beschäftigen. Die Ruppigkeit und schlechte Laune der vergangenen Tage waren verschwunden.

Deutscher Politiker:Armin Laschet
Geboren:18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
Kinder:Johannes Laschet, Eva Laschet, Julius Laschet
Größe: 1,72 m

Wahlarena: Laschet spricht sich gegen Cannabis-Legalisierung aus

Ob er schon mal gekifft habe und wie er zur Legalisierung von Cannabis stehe, wollte eine junge Frau, die sich als Mitglied einer Schülerzeitung vorstellte, direkt am Anfang der Diskussionsrunde von ihm wissen. Für Laschet eine Steilvorlage: Er selbst habe mal bei einer Schülerzeitung angefangen, so der Unions-Kanzlerkandidat, und gebe den Nachwuchsjournalisten auch gerne Interviews – wenn es zeitlich passt. Seine Meinung zu Cannabis war aber klar: „Cannabis zu legalisieren, halte ich für falsch.“ Im Kinderinterview bei Late Night Berlin hatte er am Tag den Interviewern erklärt, dass er ab und zu Zigarillos rauche – allerdings nicht auf Lunge.

Armin Laschet steht in der ARD-Wahlarena in der Kulturwerft Gollan.

„Ich kenne aber selbst im familiären Kreis Menschen, die mit leichten Drogen begonnen haben – das war früher Hasch oder anderes – und die danach richtig drogensüchtig und ganz krank geworden sind“, führte er weiter aus. Deshalb sei er dafür, vorsichtig zu sein und Cannabis nicht zu legalisieren. Er habe aber Verständnis für entsprechende Forderungen. Die Frage, ob er selbst schon einmal gekifft habe, verneinte er.

Cannabis: SPD, FDP, Grüne und Linke befürworten Konsum

Mit einer harten Anti-Cannabis-Politik ist die Union im Wahlkampf vor der Bundestagswahl zwar nicht alleine*, aber die SPD, FDP, Grüne und Linke hatten sich wiederholt für eine Legalisierung der Droge ausgesprochen. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock forderte eine kontrollierte Freigabe: „Ja, wir wollen Cannabis freigeben, natürlich kontrolliert, so wie man das beim Alkohol auch tut“, sagte die Politikerin. Sie erhoffe sich dadurch unter anderem eine Entlastung der Polizei und Staatsanwaltschaft.

„Wir setzen uns dafür ein, den Besitz und Konsum für volljährige Personen zu erlauben“, erklärt die FDP in ihrem Wahlprogramm. Auch die SPD befürwortet eine regulierte Abgabe der Droge an Erwachsene. Bei den Linken ist das Thema Cannabis-Legalisierung ebenfalls wichtig: Schon 2016 teilte die Partei mit, dass Cannabis zu Deutschland gehöre und etwa zwei bis vier Millionen Menschen regelmäßig die Droge konsumieren würden. Die AfD will Cannabis nur für medizinische Verwendungen freigeben.

ARD-Wahlarena: Politiker Laschet gibt sich menschlich

Auch bei anderen Fragen gab sich der Kanzlerkandidat sehr nahbar und arbeitete mit seiner eigenen Biografie. So entgegnete er einer jungen Frau, die fragte, was die Union wegen der Erderwärmung machen wolle, dass er selbst als junger Mensch Angst hatte – vor einem Atomkrieg. Auch ihre Aussage zur Familienplanung von jungen Paaren berührte ihn: „Das geht natürlich ans Herz, wenn ein junger Mensch sagt: Ich weiß nicht, ob ich da noch Kinder kriegen kann.“ Ob sie selbst diese Sorgen habe, wollte er wissen. Die Frau nickte. „Das muss man ernst nehmen“, sagte der Unions-Kanzlerkandidat. „Ich würde Ihnen gern die Zuversicht geben und sagen: Wir kriegen das hin.“

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Angesichts der schlechten Unions-Umfragewerte wollte ein Zuschauer von Armin Laschet wissen, warum er als Kanzlerkandidat der Union noch nicht zurückgetreten sei. Wie bereits in anderen Diskussionsrunden verwies der CDU-Politiker auf die Bundestagswahl am 26. September und machte deutlich, dass die Entscheidung über den Wahlausgang nicht beim ihm, sondern bei den Wählern liegen würde. Er werde aber ein Bundeskanzler sein, der deutlich gegen Rassismus und Menschen, die Hass predigen, vorgehen werde.

ARD-Wahlarena: Baerbock und Scholz waren bereits zu Gast

Genau wie zuvor schon bei den Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) beantwortete Laschet ausschließlich Zuschauerfragen. Die Moderatoren Andreas Cichowicz und Ellen Ehni führten nur das Gespräch. Thematisch ging es in der 75-minütigen Sendung nicht nur um die großen Themen des Wahlkampfs: Braunkohleförderung, Probleme in der Landwirtschaft oder das Verbot des Blutspendens für Homosexuelle wurden ebenfalls besprochen.

Wahl 2021: Keine News der Bundestagswahl und Kommunalwahl in Niedersachsen verpassen

Am Sonntag, 26. September 2021 berichtet kreiszeitung.de mit einem Live-Ticker laufend aktuell von allen Ergebnissen der Bundestagswahl 2021, außerdem gibt es detaillierte Ergebnisse und gewählte Direktkandidaten aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Spannend wird es auch bei der Stichwahl zur Kommunalwahl in Niedersachsen. Und hautnah bei der Wahl 2021 ist man beim etwas anderen Live-Ticker zur Bundestagswahl 2021 dabei, der die besten Reaktionen von Twitter einfängt. mit Material von dpa)* kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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