Umsturz in der Ukraine

Villa gestürmt: So luxuriös lebte Janukowitsch

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Nach dem Umsturz in der Ukraine hat sich Präsident Viktor Janukowitsch aus dem Staub gemacht. Seine Luxus-Villa wurde von tausenden Menschen in Beschlag genommen.
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Nach dem Umsturz in der Ukraine hat sich Präsident Viktor Janukowitsch aus dem Staub gemacht. Seine Luxus-Villa wurde von tausenden Menschen in Beschlag genommen.
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Nach dem Umsturz in der Ukraine hat sich Präsident Viktor Janukowitsch aus dem Staub gemacht. Seine Luxus-Villa wurde von tausenden Menschen in Beschlag genommen.

Nach dem Umsturz in der Ukraine hat sich Präsident Viktor Janukowitsch aus dem Staub gemacht. Seine Luxus-Villa wurde von tausenden Menschen in Beschlag genommen. 

"Keine Sorge, jeder kommt rein - es gibt genug Platz für alle!", brüllt ein Sicherheitsmann der Opposition ins Megafon. Der Mann steht auf einer Säule vor dem Eingang zu Viktor Janukowitschs Anwesen und blickt auf die Menschenschlange, die geduldig auf Einlass wartet. Kilometerweit stauen sich Autos vor dem Gelände, das wenige Stunden zuvor noch von Elitepolizisten bewacht wurde. Diese sind wie ihr einstiger Chef geflohen - und das Volk ist gekommen.

Die Ukrainer wollen mit eigenen Augen sehen, wovon sie bisher nur Gerüchte kannten: Das Ausmaß an Luxus, mit dem sich der geschasste Präsident in seiner Residenz "Meschiguirja" nahe Kiew umgab. Genug Platz gibt es wahrlich für die tausenden von Menschen, die am Wochenende unaufhörlich zu der einst verborgenen Welt strömen.

Was sie sehen, macht sie fassungslos: Eine riesige Villa, ausgedehnte Rasenflächen, ein eigener Golfplatz und ein Zoo: "Ich bin schockiert", sagt die pensionierte Soldatin Natalia Rudenko, während sie über den mit Hasen- und Hirsch-Statuen bestückten Rasen blickt. "In einem Land mit so viel Armut, wie kann ein Mensch da so viel besitzen - er muss psychisch krank sein." Die Welt müsse das sehen und Janukowitsch vor Gericht stellen.

"Willkommen in der Ukraine", ruft der Wachmann am Eingang den Schaulustigen zu, die durch das Tor an ihm vorbeiziehen. Er warnt die Besucher, den Rasen nicht zu betreten und sich vor möglichen Provokateuren zu hüten, doch Sicherheitsleute der Opposition achten überall auf dem Gelände darauf, dass alles intakt bleibt. Schon am Zaun steht auf einem Schild "Besucher, zerstört nicht die Beweise der Arroganz der Diebe!"

Das Haupthaus, ein auf barocken Säulen stehendes holzverkleidetes Gebäude im Landhausstil, bleibt zunächst verschlossen. Durch das Fenster können die Besucher einen Blick in das Innere werfen. Ungläubig blicken sie auf Marmorböden, vergoldete Figuren und alte Ritterrüstungen - und ein paar herumstehende Kisten, die auf eine übereilte Abreise des einstigen Hausherrn schließen lassen. Später öffnen sich auch hier die Türen.

Die Ukrainer schwanken zwischen Wut und Amüsiertheit angesichts der absurd wirkenden Szenerie. Sie machen Handyfotos von den imitierten griechischen Säulen und den seltenen Fasanen, die aus der Mongolei und von der Insel Sumatra importiert wurden. "Mama, wo ist die goldene Toilette?", fragt der fünfjährige Ross, als seine Mutter Iwanowa ihn an einem schwimmenden Festsaal vorbeiführt. "So ein Piratenschiff hätte ich auch gerne", sagt der Junge. "Keine Sorge, wir haben uns ja schon dieses hier genommen", antwortet die Mutter.

Kilometerweit spazieren die Besucher über das Gelände, vorbei an Gewässern, Pferdekoppeln, dem Hubschraberlandeplatz und der Halle mit den historischen sowjetischen Militärfahrzeugen. Die Erinnerung an die Gewalt auf dem Maidan ist noch frisch, als die Menschen mit dem ausschweifenden Lebensstil des Machthabers konfrontiert werden. "Das bestärkt mich in der Gewissheit, dass es das wert war", sagt Bogdan Pantschischin aus dem westukrainischen Lemberg (Lwiw) mit Blick auf die Opfer der Proteste. "Wenn die hundert Toten das sehen könnten, ich denke, sie würden dasselbe sagen."

Viktor Kowaltschuk schlägt vor, das Anwesen in ein Kranken- oder Waisenhaus umzuwandeln - in etwas, das den Opfern der Zusammenstöße einen Sinn gibt. "Wie auch immer, das muss dem Volk zurückgegeben werden", sagt der Mechaniker. "Es wurde mit unserem Geld gebaut, also müssen wir es zurückbekommen." So sehen es auch die Politiker in Kiew: Am Sonntag beschließt das Parlament, die umstrittene Privatisierung des Anwesens wieder rückgängig zu machen.

afp

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