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Vertrauen „zerstört wie die Pipelines in der Nordsee“: Stephan Weil über Russland

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Von: Felix Busjaeger

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Stephan Weil (SPD), Spitzenkandidat seiner Partei für die anstehende Landtagswahl in Niedersachsen und Ministerpräsident von Niedersachsen, spricht während einer Pressekonferenz in den verdi-Höfen zu seinen politischen Vorhaben für die Zeit nach der Wahl. Niedersachsen wählt am 9. Oktober einen neuen Landtag.
Die SPD von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil liegt auch in der jüngsten Umfrage zur Landtagswahl in Front. Nun findet er deutliche Wort für Wladimir Putin. © Michael Matthey/dpa

Der Ukraine-Krieg überschattet die Niedersachsen-Wahl 2022. Stephan Weil findet indes deutliche Worte für den russischen Aggressor Wladimir Putin.

Hannover – Man könnte meinen, dass Wahlen für Parteien immer eine herausfordernde Zeit ist, doch die Kandidaten bei der Niedersachsen-Wahl 2022 stehen in diesem Jahr vor ungewöhnlich großen Problemen. Während SPD, CDU und Co um die Gunst der Wähler buhlen, überschatten die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs das politische Leben – nicht nur in Niedersachsen. Amtsinhaber Stephan Weil (SPD) will die Wiederwahl, Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) das nördliche Bundesland auf neuen Kurs bringen. Zu Wladimir Putin hat der SPD-Politiker eine klare Meinung und findet deutliche Worte.

Stephan Weil vor Niedersachsen-Wahl 2022: deutliche Worte für Russland

Am 9. Oktober wird bei der Niedersachsen-Wahl 2022 gewählt, aktuelle Wahlumfragen sehen weiterhin die SPD auf dem ersten Platz, doch angesichts des kommenden Winters und den dazugehörigen Nachzahlungen wegen der Gaspreise, scheinen die verbleibenden Tage bis zum Urnengang nur ein einziges Thema zu kennen: Wie schafft es Deutschland, die steigenden Gaspreise, die hohe Inflation und eine mögliche Pleitewelle aufzuhalten? Auf Bundesebene hat die Regierung erst ein 200-Milliarden-Paket an den Start gebracht. Die Gaspreisbremse soll gestiegene Kosten für Verbraucher abfangen.

Doch auf lange Sicht wird weiterhin nach Alternativen zu den russischen Gaslieferungen gesucht. Gab es zuletzt immer noch Stimmen in der Politik, die die Wiederaufnahme der Lieferung aus Russland befürworteten, fand Stephan Weil im Interview mit dem Spiegel nun deutliche Worte auf die Frage, ob Russland in Zukunft noch ein Energie- und Rohstofflieferant für Deutschland sein könnte.

„Vertrauen zu Russland ist so zerstört wie die Pipelines in der Nordsee“: Weil hält Partnerschaft mit Russland für ausgeschlossen

„Das sehe ich nicht“, sagte Weil. Die Grundlage für eine entsprechende Partnerschaft bei Energielieferungen sei Vertrauen. „Und das Vertrauen zu Russland ist so zerstört wie die Pipelines in der Nordsee.“ Angesichts der jüngsten Eskalation von Wladimir Putin, der nach den Scheinreferenden in der Ukraine besetzte Regionen annektiert hat, pocht der Ministerpräsident von Niedersachsen auf eine harte Linie gegen den russischen Kremlchef: „Wir dürfen nicht zulassen, dass ein solches Vorgehen erfolgreich ist, sonst haben wir auf Dauer keine Chance, Aggressoren einzudämmen.“

Putin hatte nach den Abstimmungen davon gesprochen, dass die Annexion in der Ukraine „der Wille von Millionen Menschen“ sei, die in „ihre historische Heimat zurückzukehren“ wollten. International wurden die Ergebnisse der Referenden nicht anerkannt. Nachdem Putin vergangene Woche die Teilmobilmachung Russlands befohlen hatte, wiederholte der russische Präsident nun seine Drohung „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ zu reagieren. Dies verstärkt Ängste vor einem möglichen Atomschlag Moskaus und einem Atomkrieg 2022.

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